Der Corona-Knick schlägt sich auch in der Schwandorfer Kriminalstatistik nieder. Lag die Zahl der Straftaten vor der Pandemie regelmäßig bei über 2000, so waren es im vergangenen Jahr „nur“ 1828 Delikte. Erster Polizeihauptkommissar Armin Kott, für den es am Dienstag das letzte Sicherheitsgespräch in der Großen Kreisstadt vor seiner Pensionierung war, hob die hohe Aufklärungsquote an seiner Dienststelle hervor. Bei 67 Prozent liegt diese Zahl sind in Bayern, bei 75 in der Oberpfalz und 85 Prozent in der Stadt Schwandorf. Der Inspektionsleiter nennt dafür den Grund: „Wir haben eine junge, motivierte Truppe, arbeiten präventiv und halten den Verfolgungsdruck hoch.“
Stellvertretender Dienststellenleiter Franz Xaver Michl weist auf die seit zehn Jahren niedrigen Zahlen im Bereich Gewaltkriminalität hin, zu denen neben Tötungsdelikten schwere Körperverletzung, Vergewaltigung und Raub gehören. Im vergangenen Jahr fielen 66 Delikte darunter - vornehmlich Körperverletzungen. Vor fünf Jahren registrierte die Polizei noch 427 Fälle von Straßenkriminalität (Raub, Sachbeschädigung, Körperverletzung), 2021 waren es nur noch 142. Bei den Sachbeschädigungen und schweren Diebstählen konnte die Polizei nur ein Drittel der Fälle aufklären. Beunruhigt sind die Beamten über die zunehmenden Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Die Rauschgiftkriminalität in der Stadt lässt nicht nach, hält die Polizei den Verfolgungsdruck hoch. Vor allem Crystal werde auch in der Stadt gehandelt. Auch ein Anstieg der Internetkriminalität ist festzustellen.
Auch bei den Verkehrsunfällen macht sich die Pandemie bemerkbar. Waren es früher regelmäßig über 1000, so pendelte sich die Zahl in den letzten zwei Jahren auf 900 ein. „Mit einem Sachschaden von über zwei Millionen Euro“, wie Armin Kott der Statistik entnimmt. In zehn Fällen mussten schwerverletzte Personen ins Krankenhaus gebracht werden.
Fünf Schulwegunfälle
Einen Ausreißer gab es 2021 bei den Schulwegunfällen. Fünfmal kamen dabei Kinder zu Schaden, „zum Glück ohne schwere Folgen“, wie der Inspektionsleiter versichert. Kott spricht auch das „leidige Thema Unfallflucht“ an. 171 mal entfernten sich Verkehrsteilnehmer unerlaubt vom Ort des Geschehens. Mit der Aufklärungsquote von 40 Prozent ist der Inspektionsleiter zufrieden.
In der Stadt bestehen zwei Unfallschwerpunkte. An der Grünwald-Kreuzung krachte es zwölfmal, an der Beer-Kreuzung neunmal. Die 38 Beamten an der Schwandorfer Inspektion sprachen im vergangenen Jahr 83 Fahrverbote und 1915 Verwarnungen aus und „kassierten“ 232 000 Euro an Bußgeldern.
Sicheres Pflaster
„In unserer Stadt können sich die Bürger sicher fühlen“, stellten Oberbürgermeister Andreas Feller und der Leiter des Ordnungsamtes, Stefan Schamberger, beim Blick auf die statistischen Zahlen fest. Sie bedankten sich bei den Polizeibeamten und den zivilen Sicherheitskräften für den Einsatz zum Wohle der Bürger.















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.