19.07.2019 - 13:26 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Erster "Friday for Future" in Schwandorf

Rund 60 Menschen, unter ihnen viele Erwachsene, beteiligen sich an der ersten „Fridays for Future“-Kundgebung auf dem Kolpingplatz. Unter den Rednern befindet sich Kreisrat Alfred Damm (ÖDP). Er kann sich eine Neuauflage vorstellen.

„We are the future“, wir sind die Zukunft, betonten die Schüler, die sich für die erste „Fridays for Future“-Kundgebung im Landkreis Schwandorf auf dem Kolpingplatz eingefunden hatten.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Die "Fridays for Future"-Demos sind traditionell Veranstaltungen von und für Schüler. Von denen ließen sich am Freitag, dem letzten vor dem Beginn der großen Ferien, nicht allzu viele auf den Kolpingplatz locken. Die, die dennoch gekommen waren, erzählten von verhaltenem Druck der Schulleitungen. "Meine Lehrerin hat mich auf dem Handy angerufen und gesagt, ich soll wieder umkehren," verriet ein 17-Jähriger, der sich dadurch aber nicht aufhalten ließ.

Zahlreiche Erwachsene hatten den Weg zur Kundgebung gefunden, unter ihnen die Kreisräte Alfred Damm und Heidi Eckl (ÖDP), sowie Rudolf Sommer (Grüne). Ein älteres Paar, beide fast schon 70, hatte die Fahrt von Schönsee her auf sich genommen, um mit für den Klimaschutz zu demonstrieren. "Wir sind mit dem Auto nach Schwandorf gekommen, aber wir fahren nur einen kleinen Wagen und haben keinen Diesel", versicherten sie auf Nachfrage.

Mit dem Zug wiederum war der 19-jährige Phillip Pietsch von der veranstaltenden Oberpfälzer Links-Jugend angereist. Er hat vor kurzem an der Amberger FOS seinen Abschluss gemacht und er beruhigte die anwesenden Schüler, dass die Stadt Mannheim, die mit Ordnungsgeldern gegen Freitags-Schulschwänzer vorgegangen war, dies jetzt wieder zurückgenommen habe.

Phillip Pietsch moderierte die Veranstaltung, die von rund 60 Teilnehmern besucht wurde.

Thema im "Tintenkiller"

Dass Umweltschutz und Klima die jungen Leute nicht nur an einem Wochentag bewegen, erzählte ein junger Gymnasiast aus Schwandorf. Die aktuelle Ausgabe der Schulzeitung "Tintenkiller" sei beispielsweise voll mit Artikeln zu diesen wichtigen Themen.

In seinem ausführlichen Eingangsstatement wies Pietsch auf die vielen gefährlichen Folgen hin, die der Klimawandel nach sich ziehe - angefangen von den abschmelzenden Polkappen samt globaler Überschwemmungen, bis hin zu der erhöhten Waldbrandgefahr. "Bekenntnisse allein reichen hier aber nicht aus", urteilte der 19-Jährige und skizzierte einige Konsequenzen im Handeln, die möglichst viele beherzigen sollten; etwa weniger Auto zu fahren, Züge zu nutzen, auf Wasser- und Stromverbrauch zu achten. Aber er nahm auch die Politik und die Wirtschaft in die Pflicht, die Energiewende voranzutreiben und das Klima zu schützen.

Das Wort ergriffen auch Veronika Ettl, die Landessprecherin der Links-Jugend, und Marcella Hanusiak, beide 18 Jahre alt. "Die Erde kommt ohne uns klar, aber wir nicht ohne sie", mahnten sie bewusstes und ökologisches Handeln an.

Stadt- und Kreisrat Alfred Damm hatte sich in seiner Eigenschaft als ÖDP-Kreisvorsitzender auch auf die Veranstaltung vorbereitet. "Ihr gebt Fridays for Future ein sympathisches Gesicht", sagte er in Richtung Jugendliche, "und es macht mich froh, dass unser Bildungssystem selbstständig denkende, verantwortungsbewusste und mündige junge Menschen hervorbringt".

Demo nach den Ferien

Damm stellte zwischen der Klimapolitik der Industrieländer und der Flüchtlingsmisere eine direkte Verbindung her: Wenn es nicht gelinge, die Überhitzung der Erde zu stoppen, dann würden sich die Menschen in den nicht mehr bewohnbaren Teilen von Afrika und Asien aufmachen, eine neue Heimat zu suchen. "Wir säen mit unserem Handeln Wind und werden Sturm ernten", prognostizierte er.

Abschließend konnte sich Damm vorstellen, in Schwandorf noch einmal einen "Friday for Future" stattfinden zu lassen, in den dann auch die anderen politischen Jugendorganisationen eingebunden sein müssten. Selina Erenci von der Links-Jugend kündigte ebenfalls eine Fortsetzung nach den Ferien an: "Dann mit einem Demozug durch die Stadt."

Um die 60 junge Leute und Erwachsene beteiligten sich an der ersten "Fridays for Future"-Kundgebung in der Stadt Schwandorf.
Der städtische Straßenkehrer war am Ende hoch zufrieden... (siehe nächstes Bild)
...denn der Kolpingplatz wurde von den Kundgebungsteilnehmern vorbildlich sauber hinterlassen.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.