09.01.2019 - 13:59 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Erster Schritt zum Hochwasserschutz

Der nächste Schritt zum Hochwasserschutz in der Stadt und den Stadtteilen steht an: Das Wasserwirtschaftsamt hat die Planungsaufträge vergeben. Ein zunächst umstrittenes Projekt hat dabei Priorität.

Das Stauwehr Dachelhofen soll zurückgebaut werden. Stattdessen entsteht eine "raue Rampe", die für Fische und anderen Wasserlebewesen passierbar wäre. Die Stauhöhe bleibt erhalten.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Auf etwa 23 Millionen Euro schätzt das zuständige Wasserwirtschaftsamt Weiden die Kosten für die Deiche, Mauern, Pumpwerke und weiteren Anlagen, die bis ins Jahr 2030 errichtet werden sollen. Der Anteil der Stadt an den Schutzmaßnahmen für die Stadt und die Stadtteile Büchelkühn, Dachelhofen, Ettmannsdorf, Fronberg, Klardorf und Krondorf liegt bei 8,3 Millionen Euro. Diese Summe kann allerdings unbar erbracht werden: Die Stadt übernimmt Unterhaltsleistungen an den Schutzanlagen. Einen Anteil an den Planungskosten muss sich die Stadt allerdings bezahlen.

Sie liegen bei etwa 1,5 Millionen Euro, bestätigte der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden (WWA), Mathias Rosenmüller. Gut 500000 Euro davon muss die Stadt bezahlen. Der Auftrag wurde nach einem aufwendigen Ausschreibungsverfahren an das Büro Winderl Ingenieure GmbH/Werner Consult München vergeben. Aus 21 Bewerbern waren zunächst fünf ausgewählt worden. Sie präsentierten sich einer Jury, der Vertreter des WWA und der Stadt angehörten. Das WWA vertritt bei diesem Projekt den Freistaat Bayern.

WWA und Stadt wollen bei der Planung und Realisierung eng zusammenarbeiten und die betroffenen Bürger entsprechend einbinden. Ziel ist, den Hochwasserschutz bis zum Jahr 2030 fertig zu stellen. Die Vorplanung, die jetzt beginnt und bis 2020 abgeschlossen sein soll, prüft mögliche Varianten auf ihre Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit hin. In einer Pressemitteilung nennt die Weidener Behörde dies einen "Meilenstein zum Hochwasserschutz."

Auch ein lange umstrittenes Projekt soll in diesem Rahmen mit geplant werden: Der Rückbau des Stauwehr Dachelhofen, dessen Stausee einst das Bayernwerk mit Kühlwasser versorgte. Das WWA verzichtete nach Protesten der Anlieger auf den Plan, das Wehr komplett zu entfernen und die Naab wieder frei fließen zu lassen. Die Anwohner befürchteten eine daraus folgende Senkung des Grundwasserspiegels und Schäden an ihren Gebäuden. Auch der Stadtrat hatte das WWA im September 2017 dazu aufgefordert, auf die Absenkung des Wasserspiegels zu verzichten. Die Behörde legte schließlich eine Alternative vor: Statt des Wehrs soll eine "raue Rampe" in der Naab entstehen. Diese Sohlgleite ist für Fische genauso zu überwinden wie für die im Wasser lebenden Kleinlebewesen wie Fliegenlarven. Diese lange Rampe wird dann eine Art kleine Stromschnelle bilden. Der Stau bliebe erhalten. "Das Wehr ist baufällig. Daher hat der Rückbau eine gewisse Priorität", sagte Rosenmüller den Oberpfalz-Medien.

Die Hochwasserschutzmaßnahmen in der Stadt sind Teil des "Naabtalplans". Mit ihm sollen die Orte entlang des Flusses gegen Jahrhundertfluten geschützt werden. Die Planungsaufträge sind laut Rosenmüller für den Landkreis beinahe komplett vergeben. Burglengenfeld und Teublitz fehlen noch.

Hochwasserschutz als Thema im Stadtrat

Das Stauwehr als Thema im Stadtrat

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