11.12.2020 - 18:36 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Fit und gerne Großvater: Altlandrat Volker Liedtke feiert 70. Geburtstag

Er hat seine Posten und Ämter weitgehend abgegeben. Das stimmt ihn keineswegs traurig. Altlandrat Volker Liedtke sagt kurz vor seinem 70. Geburtstag: "Was gibt es Schöneres als die Rolle des Großvaters?"

Altlandrat Volker Liedtke wird am 13. Dezember 70 Jahre alt.
von Autor HOUProfil

Altlandrat Volker Liedtke feiert am Sonntag, 13. Dezember, seinen 70. Geburtstag. Viele Glückwunschschreiben verdeutlichen, dass politische Wegefährten dem Altlandrat gerne persönlich zu seiner beeindruckenden Lebensleistung gratuliert hätten. Doch größere Feierlichkeiten sind corona-bedingt nicht möglich.

Man muss dort beginnen, wo sich für den am 13. Dezember 1950 in Regensburg zur Welt gekommenen Volker Liedtke eine Zäsur im Leben vollzog. Ein Vormittag im Schwandorfer Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium. Es war im Frühjahr 1996 und in der Schule lief die Verabschiedung eines Oberstudienrats. Schüler reichten ihm die Hand und bedauerten: "Schade, dass Sie gehen". Die jungen Leute schätzten Liedtke als Deutschlehrer, manche kannten den damals noch in Burglengenfeld wohnenden Pädagogen auch durch ihre Eltern. Denn die waren Volker Liedtke, dem SPD-Kommunalpolitiker, beim Widerstand gegen die atomare WAA im Taxöldener Forst begegnet.

18 Jahre auf dem Chefsessel

Die Zäsur sah so aus: Liedtke hatte sich um das Amt des Landrats von Schwandorf und damit um die Nachfolge von Hans Schuierer beworben. Er wurde gewählt und blieb danach 18 Jahre lang auf dem Chefsessel. "Eine schöne Zeit", hat er jetzt in einem Gespräch festgestellt. Sie bekam ihre Prägung durch eine Vielzahl von Entscheidungen und lief mit zusätzlichen Positionen ab, die ein Landrat zu übernehmen hat. Der Kontakt zu "seinem" Gymnasium, auch zu vielen ehemaligen Lehrerkollegen und Schülern aber riss nie ab.

Volker Liedtkes entspannter Rückzug

Schwandorf

Volker Liedtke kannte kommunalpolitische Abläufe, bevor er Landrat wurde: Stadtratsmitglied und Vizebürgermeister in Burglengenfeld, Kreisrat und Stellvertreter von Landkreischef Hans Schuierer. Das alles aber geschah bis 1996 ehrenamtlich. Dann kam die eigentliche Pflicht.

Das Projekt "Wiederaufarbeitungsanlage bei Wackersdorf" war zu seiner tiefen Genugtuung gescheitert. Doch es taten sich andere wichtige Problemsektoren auf. Die Krankenhäuser, das wirtschaftliche Voranbringen des Landkreises und die Fortentwicklung des Oberpfälzer Seenlands zählten dazu.

Als man ihm 2018 in Regensburg das Bundesverdienstkreuz ans Revers heftete, hatte der bayerische Finanzminister Albert Füracker (CSU) viel vorzulesen, als er die Meriten des SPD-Mannes beschrieb: Wichtige Ämter beim Roten Kreuz und beim Gartenbauverband spielten ebenso eine Rolle wie Positionen im Sparkassenverwaltungsrat und beim Zweckverband Müllverwertung. Zudem wurde Liedtkes Arbeit als Mitglied des Bezirkstags gewürdigt. Auch diesem Gremium gehörte er weit über ein Jahrzehnt an.

"Das macht mir Freude"

Im Jahr 2014 zog sich Volker Liedtke als Landrat zurück. Nach und nach gab er auch Ehrenämter ab, übernahm aber 2016 ein neues: Der damals 66-Jährige wurde zum Präsidenten des Oberpfälzer Kulturbunds gewählt. "Das macht mir Freude", lässt er anklingen. Wenngleich damit auch eine Menge an Arbeit verbunden ist. Zum Beispiel gegenwärtig: "Ich muss eine neue Geschäftsführerin suchen". Und etwas weiter zurück: "Wir hatten alles für den Nordgautag 2020 in Schwandorf geplant." Doch dann kam Corona und mithin auch das Aus für diese Großveranstaltung. Doch der Kulturbunds-Chef ist optimistisch: "2022 wird es ja dann hoffentlich klappen." Innerhalb der Sozialdemokratischen Partei sind alle Ämter niedergelegt. Bis auf eines: "Ich bin noch Vorsitzender der Schiedskommission im SPD-Unterbezirk", lässt Liedtke wissen und fügt hinzu: "Da muss ich eher selten tätig werden."

Jetzt steht am Sonntag, 13. Dezember, der 70. Geburtstag bevor. Vor einigen Jahren ist Volker Liedtke zusammen mit Ehefrau Brigitte nach Regensburg und damit in die Nähe seines Sohnes und dessen Familie gezogen. Zum 50. Wiegenfest und dann auch zum 60. Geburtstag hatte es größere Feiern gegeben. Und diesmal? Covid-19 macht einen Strich durch Planungen. "Wir fahren zum Sohn und verbringen den Tag mit ihm, seiner Frau und den Enkeln."

Gerne Großvater

Damit ist ein Stichwort gegeben, über das Volker Liedtke lange und ausführlich reden mag. Frieda (zwei Jahre) und Lotta (acht Wochen), die beiden Enkeltöchter, haben im Leben des Altlandrats eine tragende Rolle eingenommen. "Wer glaubt, dass man sich im Alter nicht mehr verlieben kann, wird als Großvater eines Besseren belehrt", beschreibt er seine tiefe Freude.

Und ansonsten? Ab und zu tief durchschnaufen und einfach nur das Leben genießen auf einem kleinen Landsitz im Oberpfälzer Seenland. Golf spielen mit Ehefrau Brigitte "ohne Handicap-Regularien und Turnier-Abläufe". Manches tun, was einst Udo Jürgens dem Lebensalter der über 66-Jährigen so zuschrieb: "Ihr werdet euch noch wundern, wenn ich erst Rentner bin. Sobald der Stress vorbei ist, da lang' ich nämlich hin." Das sei ihm gegönnt, dem Altlandrat, der über seine Gesundheit berichtet: "Eigentlich gut. Bis auf ein paar Zipperlein."

Info:

Glückwünsche zum 70.

  • Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat Altlandrat Volker Liedtke in einem Glückwunschbrief gratuliert. Herrmann dankte Liedtke für sein umfassendes Wirken im Dienst der kommunalen Selbstverwaltung. „In den 34 Jahren Ihrer kommunalpolitischen Arbeit auf Gemeinde-, Kreis- und Bezirksebene haben Sie viel für die Stadt Burglengenfeld, für den Landkreis Schwandorf und für den Bezirk Oberpfalz bewegt. Dies gilt insbesondere für Ihr Wirken als Landrat des Landkreises Schwandorf, ein Amt, das Sie 18 Jahre lang mit großem Engagement, mit hoher Kompetenz und unermüdlichem Elan ausgeübt haben. So hat der Landkreis Schwandorf in den unterschiedlichsten Bereichen von Ihrer vorbildlichen Arbeit und den damit verbundenen Erfolgen profitieren können“, schreibt Herrmann. Während seiner Amtszeit habe der Landkreis beispielsweise Investitionen in Millionenhöhe für seine schulischen Einrichtungen getätigt.
  • In einem Gratulationsschreiben für den SPD-Kreisverband Schwandorf würdigt der Kreisvorsitzende und Vorsitzende der Kreistagsfraktion Peter Wein die große Lebensleistung des Altlandrats: „Du hast unseren Landkreis Schwandorf für die Zukunft fit gemacht und wichtige Entscheidungen mit Mut, Weitsicht und Verantwortung getroffen. Den heutigen Erfolg unseres Landkreises – etwa im Bereich der Bildung, im Tourismus oder auch finanziell – hätte es ohne dein Wirken nicht gegeben.“ Liedtke habe eindrucksvoll gezeigt, wie gute sozialdemokratische Kommunalpolitik funktioniere“.
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