09.06.2020 - 14:49 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Fitness-Studios geöffnet: Wieder ein Stück Leben zurück

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Die Fitness-Studios haben wieder geöffnet. Viele haben gleich den ersten Tag genutzt, um das Training aufzunehmen. Drei Studio-Betreiber und zwei Mitglieder aus dem Kreis Schwandorf erzählen von den Gedanken und Gefühlen am ersten Tag.

Unter Einhaltung der Hygienevorschriften darf wieder in Fitness-Studios trainiert werden.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Montag, 8. Juni. Der erste Tag an dem die Fitness-Studios nach den Corona-Schließungen wieder öffnen dürfen. Wieder ein kleiner Schritt Richtung Normalität. Um sechs Uhr geht die Schicht für Daniel Federholzner vom Clever Fit Burglengenfeld los. Vorfreude und auch ein bisschen Aufregung schwingen mit. "Überraschenderweise sind gleich am Morgen viele Leute gekommen. So etwa zehn dürften es gewesen sein", sagt der Mitarbeiter. Im Vergleich zu "Vor-Corona" seien das deutlich mehr für die frühe Uhrzeit. Unter gewissen Hygiene-Vorschriften darf also wieder gestemmt, geradelt und geschwitzt werden. Es herrscht Maskenpflicht. Beim Trainieren darf man sie absetzen, wenn man sich mit jemandem Unterhält muss man sie aufsetzen. Überall muss der Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden und jedes Gerät muss nach Benutzung desinfiziert werden. Die Duschen stehen nicht zur Verfügung und die Sportklamotten sollte man, bis auf die Schuhe, bereits beim Betreten anhaben. Nach vier Stunden Dienst zieht Federholzner eine erste positive Bilanz: "Bisher haben alle die Regeln gut eingehalten."

Soziale Komponente wichtig

Den selben guten Eindruck hat auch Nicole aus Burglengenfeld, die gleich am Montagvormittag zum Training ins Clever Fit kommt. "Das war die längste Zeit, in der ich nicht im Fitness-Studio war", sagt die 28-Jährige. Normalerweise geht sie drei bis fünf Mal in der Woche zum Training. Während der Corona-Schließung sei sie viel Spazieren und Joggen gewesen. "Ich habe auch Online-Life-Workouts gemacht aber es ist einfach ein anderes Feeling. Die Motivation ist in der Gruppe anders." Nicht nur ein besseres Körpergefühl stellt sich schon mit dem ersten Training wieder bei ihr ein, auch die soziale Komponente ist ein wichtiger Faktor. "Es war auch schwer, weil man hier viele Freundschaften geschlossen hat."

Auch Nicole aus Burglengenfeld nutzt die Chance: "Ich hätte nicht gedacht, dass ich das Training so vermisse."

Für Manuel aus Niederhof war sofort klar, dass er am ersten Tag der Wiedereröffnung dabei sein wird. "Das erste Mal wieder im Studio zu stehen, war wie Weihnachten. Ich war richtig aufgeregt." Vor Corona hat er fünf Mal in der Woche trainiert, so soll es jetzt weitergehen. Der Sport bedeutet für ihn, das beste aus seinem Leben, seinem Körper und seiner Gesundheit zu machen. "Man hat nur ein Leben und einen Körper." Mit Heim-Workouts hat der 26-Jährige versucht, sich während der Corona-Beschränkungen weiter fit zu halten. Doch das Trainingserlebnis und vor allem die Gemeinschaft kann dadurch nicht ersetzt werden. "Es hat einigermaßen funktioniert, aber die Motivation ohne die Ausstattung und ohne die Freunde ist viel geringer." Mit den Hygieneregeln komme er gut zurecht: "Die Einschränkungen sind sehr überschaubar. Sie behindern das Training nicht wirklich. Das ist eine sehr gute Lösung so."

Manuel König ist gleich am ersten Tag zum Training im Fitness-Studio. Mit der Maskenpflicht hat er keine Probleme.

Gesundheit im Fokus

Um acht Uhr öffnen sich auch die Pforten im Naabfit Nabburg das erste Mal seit fast drei Monaten. Die erste Trainierende an diesem Tag ist eine Frau, die nicht so viele soziale Kontakte hat. Das kleine, familiäre Fitness-Studio ist für sie eine wichtige Anlaufstelle. "Viele haben nicht verstanden, warum die Studios erst jetzt öffnen dürfen. Wir können die Abstände einhalten und es ist immer Personal im Haus", sagt Elke Wilhelm, eine der Geschäftsführerinnen. Viele Mitglieder - vor allem die Älteren - würden nun über Beschwerden klagen. "Da zwickts bei vielen." Auch Margit Liegl vom Injoy in Schwandorf betont, wie wichtig die Öffnung war. "Die Fitness-Studios sind ein wichtiger Beitrag zur Volksgesundheit. Das ist vielen Politikern leider immernoch nicht bewusst." Auch ihre Kunden seien mit den neuen Vorschriften sehr diszipliniert umgegangen. "Natürlich war ich auch etwas aufgeregt, aber es war ein entspannter Tag." So hat auch Elke Wilhelm die Wiedereröffnung im Naabfit erlebt. "Selbst zu den Stoßzeiten war es ruhig." Ganz wie früher sei es natürlich noch nicht. Sauna, Wellnessbereich, Duschen und Umkleiden sind geschlossen. Vor allem für die Trainer ist das ein Problem. Sie müssen zum Beispiel vormittags Kurse geben und können dann nicht duschen. Für's erste ist es besser als nichts, doch alle hoffen, dass schnell wieder Normalität einkehrt.

Am Abend arbeitet Nadine Wirnshofer, Regionalleiterin des Clever Fits Burglengenfeld und Schwandorf, im Studio. Sie zieht ein positives Fazit: "Wir waren sogar angenehm überrascht, dass so viele gekommen sind. Aber alle schön verteilt." Alle hätten sich wunderbar an die Regeln gehalten und seien auch super vorbereitet gewesen. "Man hat gemerkt, dass die Leute das Desinfizieren und Maske tragen schon gewohnt sind." Um 24 Uhr gehen dann langsam die Lichter im Studio aus. Der erste Tag ist geschafft. Und alle freuen sich auf morgen.

Fitness-Studios machen sich bereit für die Eröffnung

Sulzbach-Rosenberg
Hintergrund:

Entschädigungsmodelle für Kunden

Die Betreiber der Fitness-Studios haben sich Wege überlegt, wie die Mitglieder für die fast drei Monate in denen sie nicht trainieren konnten, den Mitgliedsbeitrag aber (freiwillig) gezahlt haben, entschädigt werden können. Dabei gibt es verschiedene Modelle wie den Betrag als Guthaben für Getränke oder Sportnahrung zu verwenden, die Gutzeit an einen Freund weiter zu geben oder auch einfach die Monate an die Vertragslaufzeit zu hängen, beziehungsweise sie verteilt gutgeschrieben zu bekommen.

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