01.08.2021 - 09:59 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Folgenschwerer Griff in die Fanclub-Kasse

Ebbe im Portemonnaie, immer mal wieder finanzielle Turbulenzen. Da holte sich der Kassier eines im Raum Schwandorf ansässigen Fanclubs Geld vom Vereinskonto. Die illegalen Abhebungen flogen auf. Jetzt saß der 35-Jährige vor dem Amtsgericht.

Weil er sich vom Vereinskonto bediente, muss der ehemalige Kassier eine Geldstrafe in Höhe von 2500 Euro zahlen.
von Autor HWOProfil

Die Unregelmäßigkeiten begannen offenbar schon im Jahr 2018. Der Kassier eines Fanclubs aus dem Raum Schwandorf hatte Bankvollmacht und hob ab dann Beträge ab, die ihm nicht zustanden. Doch die Sache kam ans Licht. "Das war so", gestand der Mann nun vor der Schwandorfer Amtsrichterin Jennifer Jäger und fügte seinem Schuldbekenntnis hinzu: "Ich wollte das Geld eigentlich nur ausleihen."

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Als im September vergangenen Jahres eine neue Vorstandschaft gewählt und ein anderer Finanzverwalter ins Amt kam, offenbarte sich relativ rasch: Es fehlten mutmaßlich über 4500 Euro. Der Ex-Kassier wurde zur Rede gestellt und zahlte 3200 Euro zurück. Auf diesen Betrag einigte er sich mit der Vereinsführung.

Einspruch gegen Strafbefehl

Als die Veruntreuungen bei Ermittlungsbehörden aktenkundig wurden, bekam der 35-Jährige einen richterlich unterzeichneten Strafbefehl der Staatsanwaltschaft über 80 Tagesätze. Dagegen wurde Einspruch eingelegt.

Im Prozess nannte der Beschuldigte nun den Grund: "Es waren nicht mehr als diese 3200 Euro." Das klang ehrlich. Zumal auch der Clubvorsitzende als Zeuge einräumte, es habe wohl "einen Rechenfehler" bei der Bilanzerhebung gegeben. Seiner Information für die Richterin fügte der Mann hinzu: "Unser Verein hat kein Interesse mehr an der strafrechtlichen Verfolgung."

Keine Kontakte mehr

Die Clubmitglieder und ihr ehemaliger Kassier gehen unterdessen getrennte Wege. "Haben Sie noch Kontakte?", wurde der 35-Jährige gefragt. Er verneinte und ließ wissen, dass sich ein Fortbestand der Verbindungen angesichts seiner Verfehlungen wohl auch nicht gehöre.

Staatsanwältin Vanessa Merl beantragte für den bis dahin nicht vorbestraften Angeklagten 60 Tagessätze zu je 50 Euro (3000 Euro) und rügte: "Sie haben Vertrauen missbraucht." Richterin Jäger blieb unter dieser Forderung und verhängte 50 Tagessätze zu 50 Euro (2500 Euro). Auch sie hielt die Veruntreuungen für erwiesen. Andererseits aber würdigte die Vorsitzende das lückenlose Geständnis des Mannes, dessen Geldstrafe nun niedriger ist, als im Strafbefehl verlangt.

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