17.05.2021 - 19:27 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Fragen im Auf und Ab der Inzidenz

Wie viele Infektionen führen dazu, dass die Inzidenz im Landkreis Schwandorf bei 100 liegt? Das fragen sich bei dem Auf und Ab der Zahlen viele Bürger. Das Landratsamt gibt Antworten.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

An das Landratsamt Schwandorf wird öfter die Frage gerichtet, wie viele Infektionen dazu führen, dass die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Schwandorf bei 100 liegt. Landratsamtssprecher Hans Prechtl erläutert die Sachlage.

Die maßgebliche Einwohnerzahl für die Berechnung der Sieben-Tage-Inzidenz ist in ganz Deutschland der Bevölkerungsstand vom 31. Dezember 2019. An diesem Tag hatten der Landkreis Schwandorf 147 872 Einwohner. Die tatsächliche Zahl der Neuinfektionen wird also durch den Wert 1,47872 geteilt, da die Sieben-Tage-Inzidenz stets "pro 100 000 Einwohner" berechnet wird. Der aktuell verfügbare Einwohnerstand zum 30. Juni 2020 ist unbeachtlich. Er läge bei 148 105 und hätte einen geringfügig höheren Teiler zur Folge.

"Hatte man in den vergangenen sieben Tagen 147 Infektionen, liegt die Inzidenz bei 99,4 und damit unter 100. Hatten wir in den vergangenen sieben Tagen 148 Infektionen, liegt die Inzidenz bei 100,1 und damit über 100", verdeutlicht Prechtl. Die maßgebliche Schwelle von 147 oder 148 Infektionen in sieben Tagen entspricht im Tagesdurchschnitt 21 beziehungsweise 21,1 Neuinfektionen.

Um eine Prognose abgeben zu können, wie sich die Inzidenz entwickelt, ist nicht nur die Zahl der Neuinfektionen am Montag zu sehen, sondern auch, wie viele Infektionen am Montag noch in den "7-Tages-Zeitraum" hineinzählen, am Dienstag aber daraus herausfallen. In der Praxis sind das immer die Fälle, die bezogen auf "heute" sieben Tage zurückliegen, morgen aber bereits acht Tage zurückliegen werden.

"Entscheidend für rechtliche Folgen ist allein diejenige Inzidenz, die das Robert-Koch-Institut (RKI) täglich herausgibt", betont Hans Prechtl. Dies gilt auch dann, wenn das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) aufgrund einer anderen tageszeitlichen Abgrenzung einen anderen Wert errechnet. Aufgegeben ist die frühere Regelung, dass bei unterschiedlichen Berechnungen von RKI und LGL stets die höhere der beiden Inzidenzen gelten würde. Unbeachtlich sind eigene Berechnungen der Gesundheitsämter.

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