11.09.2019 - 16:09 Uhr
SchwandorfOberpfalz

In fünf Minuten an die SPD-Spitze

Dieses Format hat etwas von einem Speed-Dating: 15 Kandidaten haben fünf Minuten Zeit, um von sich zu überzeugen. Dabei wird aber nicht die große Liebe gesucht, sondern die neue Spitze der SPD. Auch lokale Politiker sind vertreten.

So oder so ähnlich wird es auch auf der Regionalkonferenz in Nürnberg am Donnerstagabend aussehen: Die Kandidatenpaare für den SPD-Vorsitz (von links) Dierk Hirschel und Hilde Mattheis, Petra Köpping (ohne Duo-Partner Pistorius), Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken und Christina Kampmann und Michael Roth sitzen bei der Fragerunde auf dem Podium auf der Regionalkonferenz in Nieder-Olm.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Es geht um nichts Geringeres als die Spitze der SPD. 15 Sozialdemokraten, zusammengesetzt aus sieben Paaren und einem Einzelkandidaten buhlen um die Parteiführung. Um die Parteimitglieder von sich zu überzeugen, präsentieren sich die Kandidaten von 4. September bis 15. Oktober auf 23 Regionalkonferenzen in ganz Deutschland.

Eine Station ist die Regionalkonferenz in Nürnberg am Donnerstag, 12. September, um 18.30 Uhr in der Meistersingerhalle. 430 000 Mitglieder entscheiden darüber zwischen dem 14. und 25. Oktober in einer Abstimmung. Eine Doppelspitze ist sehr wahrscheinlich. Diese könnte zum Beispiel von Bundesfinanzminister Olaf Scholz und der Brandenburger Landespolitikerin Klara Geywitz bestehen. Die Team-Präsentation ist fast wie bei einem Speed-Dating. Die Kandidaten haben pro Team fünf Minuten Zeit, um sich und ihr Programm vorzustellen. Im Anschluss hat jeder Kandidat eine Minute lang die Möglichkeit, aktuelle Fragen zu beantworten oder anzusprechen. Danach spricht die Basis.

Meinung der Lokalpolitiker

"Das ist ein gutes Format, das die Basis mit der Spitze verbindet", findet Peter Wein, Vorsitzender der SPD Burglengenfeld und Kreisvorsitzender. Er plant am Donnerstag in Nürnberg dabei zu sein. Da die insgesamt etwa zweieinhalb Stunden, auf die die Veranstaltung ausgelegt ist, sehr knapp sind, rät er, sich selbst vorab über die Kandidaten zu informieren. In der Meistersingerhalle erhofft sich Wein dann, dass sein Eindruck entweder bestätigt wird, oder dass er nochmal ganz umgestimmt wird. Da ist er offen. "Besonders positiv ist, dass jeder hingehen kann und sich selbst einen Eindruck machen kann."

Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Schwandorf Matthias Kuhn kann nicht an der Diskussion teilnehmen. Ganz zu seinem Bedauern. "Aber ich sehe die Veranstaltung sehr positiv, vor allem im Blick auf die Kommunalwahlen im kommenden Jahr", so Kuhn. "Ich kann nur allen Sozialdemokraten ans Herz legen, an der Regionalkonferenz teilzunehmen." Dort könnten auch für den eigenen Wahlkampf Ideen ausgetauscht werden.

Per Livestream dabei

Ähnlich geht es dem Nabburger Bürgermeister Armin Schärtl. Er hat die zweite Regionalkonferenz in Hannover per Livestream verfolgt. Die rege Teilnahme zeige, dass das Format bei den Parteigenossen gut ankomme. Auch bei Schärtl. Trotzdem übt er Kritik: "Mich ärgert, dass die Genossen, die früher mal das Sagen hatten, wie Schröder, Gabriel und Co., jetzt aus der dritten Reihe motzen."

Von der Diskussion bei der Regionalkonferenz verspricht sich der Bürgermeister einiges: "Ich verspreche mir neuen Schwung für unsere 150 Jahre alte Partei und denke, dass es ein Anfang sein kann an frühere Erfolge anzuknüpfen." Seine Favoriten für die Parteispitze nennt er deutlich: Geywitz/Scholz, Köpping/Pistorius oder Schwan/Stegner.

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