09.08.2020 - 10:58 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Für freiwillige Corona-Tests zum Hausarzt

Wer sich vor dem Urlaub freiwillig auf eine Corona-Infektion testen lassen will, muss zum Hausarzt. Die Kosten für freiwillige Tests übernimmt der Freistaat Bayern. Das gilt seit 1. Juli. Das Testzentrum ist dafür nicht zuständig.

Alle, die sich freiwillig testen lassen wollen, ob sie mit Coronavirus infiziert sind, müssen einen niedergelassenen Hausarzt aufsuchen.
von Irma Held Kontakt Profil

Das Testzentrum im Schwandorfer Sepp-Simon-Stadion ist noch das einzige im Landkreis. Ein Mann wartet davor. Er hat einen Termin, ohne den geht nichts. Am Arbeitsplatz hatte er Kontakt zu einem Infizierten. "Das erste Testergebnis war negativ", erzählt er. Er sei in Quarantäne gewesen und nun folge der zweite Test. Er fühle sich pumperlgsund. Sein Fall ist das Paradebeispiel für das Testzentrum. Genau für diese Personen ist es zuständig.

Bayern zahlt

Wer eine Urlaubsreise plant und sicher gehen will, dass er gesund startet, ist im Testzentrum an der falschen Adresse. Der Betroffene muss, möglichst mit vorheriger Absprache, zum Hausarzt. Die Abrechnung übernimmt die KVB, die Kosten seit 1. Juli der Freistaat Bayern. "Die Testungen für jedermann - asymptomatische Personen, die nicht unter die anspruchsberechtigten Personengruppen fallen - fallen nicht in den öffentlichen Gesundheitsdienst und damit nicht in die Aufgabenstellung der Gesundheitsämter", erklärt Hans Prechtl, Sprecher des Landratsamtes auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien.

Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind ab Samstag, 8. August, verpflichtet, sich testen zu lassen. Dafür sind an Flughäfen, Bahnhöfen und Grenzübergängen Testzentren aufgebaut. Die Risikogebiete werden je nach Infektionsgeschehen neu definiert. Eine Quarantäne ist ein Muss bis das Testergebnis da ist und eine 14-tägige ratsam. Wer wissen will, ob er sich im Urlaub in Österreich mit dem Corona-Virus angesteckt hat, kann hat sich wiederum freiwillig beim Hausarzt testen lassen.

Das Gesundheitsamt ist zuständig für Kontaktpersonen von coronapositiv Getesteten oder an Corona-Erkrankten. Auch bei einem Ausbruchsgeschehen, wie in einem Heim in Schönsee, nennt Prechtl ein Beispiel, übernimmt das Gesundheitsamt. Es kümmert sich ebenso um das Testen von Mitarbeitern in medizinischen und pflegerischen Bereichen, Bewohner in Altenpflegeeinrichtungen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, Erzieher oder Lehrer. Für die erforderlichen Reihentestungen verfügt das Schwandorfer Gesundheitsamt über eine Anzahl niedergelassener Vertragsärzte im Landkreis.

Verstärkung fürs Gesundheitsamt

Um die Corona-Krise zu meistern, bekommen die Gesundheitsämter, zunächst befristet, Verstärkung. 13 Neue, unter anderem Ärzte, medizinische Fachangestellte und Verwaltungskräfte, unterstützen das Stammpersonal. Am Landratsamt läuft nach Auskunft von Hans Prechtl noch das Verfahren für die Stellenbesetzung. Um die Infektionsketten der derzeit wenigen Fälle unterbrechen zu können, müssen Kontakte schnell und zeitnah nachverfolgt werden. Das ist Aufgabe der Contact-Tracing-Teams. Koordiniert werden sie von einem Containment-Scout der Vollzeit arbeitet. Die Kontaktnachverfolger arbeiten meist in Teilzeit. Insgesamt summiert sich deren Stundenzahl auf über fünf Stellen.

Alles Wichtige zum Coronavirus

Die Abstriche im Testzentrum schwanken laut Pressesprecher Prechtl zwischen einem und 60. Dies sei abhängig von der Kontaktpersonen-Ermittlung und auch vom Infektionsgeschehen. Derzeit werde an drei Tagen in der Woche getestet. "Aktuell ist die Tendenz etwas steigend." Bei Bedarf würden die Testzeiten wieder hoch gefahren.

Das Testzentrum im Sepp-Simon-Stadion in Schwandorf ist derzeit an drei Tagen in der Woche besetzt. Steigen die Infektionszahlen werden auch die Testzeiten ausgeweitet.
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