Im Besonderen um die bayerische. Nicht um das fleischhaltige Nahrungsmittel. Weit gefehlt. Es geht um die Aussprache dieses Wortes. Sepp Obermeier, seines Zeichens Vorsitzender des Bundes Bairische Sprache, ließ Oberpfalz-Medien folgende Ungeheuerlichkeit zukommen. Da wurde doch pfeilgrad einem Schwandorfer Kindergartenkind von einer Erzieherin verboten, Wurschtbrot zu sagen. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Schließlich heiße es im Hochdeutschen Wurstbrot. Erklärt wird diese nicht unwesentliche Verbesserung dem vermutlich belämmert dreinblickenden Kind damit, dass man richtig sprechen und es schließlich jeder verstehen muss.
Dagegen ist im Allgemeinen erst einmal nichts einzuwenden. Wobei schon erste Zweifel berechtigt sind, ob nicht Oberpfälzer zusammen zucken, wenn beim Metzger (oder heißt es korrekt Fleischer?) ein Kunde Gelbwurst verlangt. Hoppla! Die gibt es dort, wo Hochdeutsch vorherrscht, ja gar nicht. Darf man dann wieder Gelbwurscht sagen, weil's eh wurscht ist? Hoffentlich spricht besagte Erzieherin die Wurst, egal welche, astrein aus, denn nichts ist peinlicher als ein verballhorntes Möchtegern-Hochdeutsch.
Und das muss bei dieser Gelegenheit auch einmal bemerkt werden: Wer mehrere Dialekte spricht, trainiert sein Gehirn, haben Sprachforscher herausgefunden. Derjenige, der neben dem Hochdeutschen noch Bayerisch beherrscht oder, wenn's sein muss, auch sächselt, trainiert sein Hirnschmalz im Prinzip wie ein Mehrsprachler.
Also der kleine Schwandorfer oder die kleine Schwandorferin ist keineswegs der/die Dumme, bloß weil er/sie in ein Wurschtbrot beißt. Tut er dies genüsslich und selbstzufrieden außerhalb des weißblauen Freistaats, weiß wenigstens gleich jeder, dieser Mensch kommt nicht aus der Hansestadt Hamburg.Und durchs Leben kommt der Wurschtesser auch in Nordrhein-Westfalen oder Berlin. In Frankreich spielt es sowas von überhaupt keine Rolle, ob er ein Wurscht- oder ein Wurstbrot isst. Der Franzose versteht das eine und das andere nicht.
Bleibt dem Kind, dem hoffentlich nicht völlig der Appetit vergangen ist, nur "an Guadn" zu wünschen. Lass dir weiterhin dein Wurschtbrot schmecken und wenn es ein Brötchen ist, dann halt die Wurschtsemml.



















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