18.10.2020 - 10:09 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Gelungenes Abschlusskonzert des Klassikfestivals

Im Oberpfälzer Künstlerhaus treffen sich zum Ende des Klassikfestivals "Goldener Oktober" so viele Zuhörer, wie es der Konzertsaal mit seiner beschränkten Zuhörerzahl erlaubt. Sie genießen die Klaviermatinee, die Guido Heinke gestaltet.

Pianist Guido Heinke sorgte für einen gelungenen Abschluss des Klassikfestivals "Goldener Oktober".
von Reinhold TietzProfil

Zum Abschluss des Klassikfestivals "Goldener Oktober" stand im Oberpfälzer Künstlerhaus eine Klaviermatinee, die Guido Heinke gestaltete, auf dem Programm. Als erstes Werk erklang die „Klaviersonate D-dur op 10/3“ von Ludwig van Beethoven, die dieser im Alter von 28 Jahren verfasst hatte.

Das viersätzige Werk gehört also noch zu den Jugendwerken des Komponisten, zeigt aber in seiner enormen Klangfülle, wie wenig aussagekräftig eine solche Einordnung sein kann. Die vier Sätze – das sehr schnelle „Presto“, das düsterte „Largo e mesto“, das „Allegro“ des heiteren „Menuetto“ und des krönenden „Rondo“ – wurden jedenfalls von Guido Heinke mit intensiv gestaltender Energie vorgetragen, wie es auch die Interpretation eines Spätwerkes nicht ausdrucksvoller vermocht hätte.

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Schwandorf

Johannes Brahms hatte ursprünglich seine „16 Walzer op 39“ für vierhändiges Klavierspiel vorgesehen. Dann schuf er jedoch auch zwei Fassungen für Klavier zweihändig. Wie er selbst meinte: „Eine Fassung für vernünftige Hände, eine weitere für schöne Hände“. Wie das zu verstehen ist, geht aus den unterschiedlichen Adjektiven hervor. Guido Heinke hatte jedenfalls die passenden Hände, um die innere Einheit von teils glanzvollen, teils träumerischen, teils heiteren, teils wehmütigen Tänzen gekonnt überzeugend im zweiten Programmpunkt zu verwirklichen.

Der dritte Komponist, aus dessen Schaffen in dieser Matinee zwei Werke erklangen, war Frédéric Chopin. Zuerst ertönte die „Barcarolle Fis – dur op 60“, ein tänzerisch dahinfließendes Gondellied als Klavierstück, das virtuos bis zum berauschenden Schluss vom Pianisten bewältigt wurde. Die nachfolgende „Ballade Nr. 4, f-moll op 52“ fußt auf einem tiefgründigen Thema, das etliche Male variiert wird. Dazwischen erklingt ein weiches Seitenthema.

Allmähliche gewaltige Steigerungen des Klangvolumens prägen das Werk bis zum ausklingenden Höhepunkt. Guido Heinke schaffte auch hier eine überzeugende Darstellung und spielte insgesamt eine begeisternde Klaviermatinee.

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