29.04.2021 - 15:09 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Von einer Haftstrafe zur anderen

Diebstahl, Rauschgift: Ein 32-Jähriger gerät mit dem Strafgesetzbuch in Dauerkonflikt. Nach einigen Haftstrafen sitzt er wieder auf der Anklagebank.

von Autor HWOProfil

Was soll die Justiz mit einem Mann machen, der Gefängnisse von innen kennt und nach seinen Entlassungen nur wenig Zeit vergehen lässt, bis er wieder straffällig wird? Eine Antwort gab die Richterin Franziska Bücherl: "Wieder einsperren, weil es anders nicht geht."

Der 32-Jährige kam im Oktober letzten Jahres mit seinem Fahrrad auf dem Schwandorfer Weinberg daher. Zivilbeamte der Polizei erkannten ihn nachts um 1.10 Uhr und setzten zur Kontrolle an. Mit Sucherfolg, wie sich zeigen sollte: Erst fiel eine Plombe mit Marihuana-Inhalt zu Boden, dann entdeckten die Fahnder jeweils eine Portion Cannabis und Amphetamin in der Kleidung des Arbeiters. "Wir kennen ihn seit langem", erzählte jetzt einer der Ordnungshüter beim Prozess und fügte hinzu, dass "es erst am vergangenen Wochenende wieder eine Begegnung ähnlicher Art mit ihm gegeben hat."

Prozess um Diebstahl und Falschgeld

Amberg

Es gab noch einen weiteren Vorfall, über den zu urteilen war. Im November 2020 besuchte der 32-Jährige einen Schwandorfer Baumarkt und stahl ein Paar Arbeitshandschuhe im Wert von 24 Euro. Ein Ladendetektiv beobachtete ihn und stoppte den Dieb sodann, nachdem er den Kassenbereich ohne zu bezahlen verlassen hatte. Seltsam dabei: Der Mann führte einen Rucksack mit sich, in dem 300 Euro lagen.

Die Richterin sah in den Unterlagen nach und fand sieben Vorstrafen. Mehrere davon hatten für etliche Monate hinter Gitter geführt. Nicht nur das: Die Behörden hatten Führungsaufsicht für den Schwandorfer angeordnet und ihn einer Bewährungshelferin unterstellt. Sie ließ wissen: "Er kommt zuverlässig zu Terminen, aber sein Verhalten bei der Begehung von Straftaten hat sich nicht geändert." Im Gegenteil: Die Neigung, etwas anzustellen, habe sich in letzter Zeit verstärkt.

Richterin Bücherl verhängte fünf Monate Haft und blieb damit um einen Monat unter dem vorgetragenen Antrag der Amberger Staatsanwaltschaft, "Ich habe keine andere Wahl", ließ die Vorsitzende erkennen und fügte hinzu, das nächste Gerichtsverfahren kündige sich bereits an.

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