05.04.2020 - 11:23 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Helfer vor Ort trotz Corona in Schwandorf aktiv?

Sie sind da, wenn jemand Hilfe braucht: Die Helfer vor Ort. In der Region Amberg haben einige Ersthelfer-Einrichtungen wegen des Coronavirus bereits den Dienst quittiert. Wie schaut es bei den Helfern vor Ort im Kreis Schwandorf aus?

Wegen der Coronakrise steht das Fahrzeug der Helfer vor Ort im Stadtgebiet Schwandorf still.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

In der Region Amberg haben die First Responder ihren Dienst eingestellt. First Responder, das sind ausgebildete Helfer vor Ort, die die Lücke zwischen Laienhelfern und dem Eintreffen der Rettungskräfte füllen sollen. Grund für ihren Ausfall ist, dass die First Responder zu den Feuerwehren gehören und die Ansteckungsgefahr für Feuerwehrleute zu mindest im Moment minimiert werden soll. Die Helfer vor Ort, die meist zum Bayerischen Roten Kreuz (BRK) gehören, sind dagegen weiterhin da, wenn es brenzlig wird – wenn auch mit Einschränkungen. Im Landkreis Schwandorf sei die freiwillige Tätigkeit "nicht generell eingestellt", versichert der stellvertretende Kreisgeschäftsführer des BRK, Joachim Seeliger. Die Einsatzfähigkeit sei aber abhängig davon, wie viel Personal verfügbar ist. "Viele der Ehrenamtlichen sind im Gesundheitsdienst tätig", so Seeliger. Dort werden sie zuerst gebraucht. Aus diesem Grund komme es durchaus "an ein paar Standorten zu mehreren Ausfällen." Wie zum Beispiel in Schwandorf. "Wir wollen Ressourcen sparen", erklärt Matthias Eichinger, Öffentlichkeitsbeauftragter des BRK. Doch die Notfallversorgung sei nach wie vor gewährleistet. "Die Helfer vor Ort sind ohnehin eine Zusatzleistung zum Rettungsdienst", so Eichinger.

Das Coronavirus macht den First Respondern im Kreis Amberg zu schaffen

Amberg

Dort, wo die Helfer vor Ort noch im Einsatz sind, ist seit der Coronakrise die Alarmierungsschwelle für alle Ehrenamtlichen angehoben, das heißt, dass sie erst in lebensbedrohlichen Situationen alarmiert werden. Außerdem ist erhöhte Vorsicht geboten, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Aktuell sei das Einsatzaufkommen der Rettungsdienste und Ehrenamtlichen nicht erhöht im Vergleich zu sonst. "Aber wir müssen sehr viele Vorkehrungen treffen", erklärt Seeliger. Vor allem Utensilien zum Schutz der Mitarbeiter müssen besorgt werden. "Wir bereiten uns vor."

Die Zahl der Coronafälle steigt im Landkreis Schwandorf

Schwandorf
Hintergrund:

Im Landkreis Schwandorf gibt es sieben Gruppen des BRK: Schwandorf, Schwarzenfeld, Maxhütte, Nabburg/Pfreimd, Schmidgaden, Wernberg und Schönsee. Auch in "normalen" Zeiten melden sich die Freiwilligen je nach Verfügbarkeit. Jede Gruppe organisiert sich selbstständig am jeweiligen Ort.

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