Das Projekt der hauptamtlichen Integrationslotsen wird mit 30 Wochenstunden vom Verein Lernende Region Schwandorf angeboten. Diese Stelle teilen sich Doris Dürr mit 20 und Maria Dirnberger mit 10 Wochenstunden. Aufgabe der hauptamtlichen Integrationslotsinnen ist die Unterstützung und Koordination der ehrenamtlichen Integrationsbegleiter und Sprachpaten im Landkreis Schwandorf. Die Büros der "Lotsen" befinden sich seit zwei Monaten nicht mehr im Landratsamt, sondern im Gebäude des Sparkassen-Parkhauses in Schwandorf.
Ansprechpartner für Helferkreise
Die Integrationslotsinnen sind unter anderem Ansprechpartner für die kommunalen Helferkreise und informieren die Ehrenamtlichen über vorhandene Unterstützungsangebote oder geplante Fortbildungen und Projekte. Sie bilden auch die Schnittstelle zwischen den Ehrenamtlichen und den Mitarbeitern in den zuständigen Ämtern und Behörden. Ein entsprechender Bericht über das zurückliegende Arbeitsjahr lag kürzlich dem Kreisausschuss des Kreistags vor.
Zurzeit sind rund 825 Asylbewerber dezentral oder in den Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis Schwandorf untergebracht (Stand: 14. September 2020), wobei die dezentralen Unterkünfte größtenteils abgebaut wurden, hieß es in der Unterlage für die Kreisräte. Knapp 1400 der derzeit in Privatwohnungen im Landkreis lebenden Menschen hätten laut Bezirksregierung einen Aufenthaltsstatus, etwa als Geflüchtete.
"Mittlerweile sind die ersten Schritte zur Integration der Geflüchteten mit Hilfe der ehrenamtlichen Integrationsbegleiter erfolgreich gemeistert," versichert Florian Schmid, der Geschäftsführer der Lernenden Region. Das Hauptaugenmerk werde nun auf die Aspekte „Wohnen“ und „Arbeit/Ausbildung“ gelegt.
Laut Schmid haben sich "die Angebote der Integrationsbegleiter und der Bedarf der Geflüchteten gemeinsam weiterentwickelt". Es würden passende Ausbildungsplätze gesucht und dann auch berufsspezifisch Hilfestellung gegeben. "Auch bei der Suche nach passendem Wohnraum unterstützen die Integrationsbegleiter. Sie begleiten bei der Wohnungsbesichtigung und helfen beim Umzug oder bei der Besorgung günstiger Möbel."
15 neue Integrationsbegleiter
Im Landkreis Schwandorf sind derzeit 149 Ehrenamtliche als Integrationsbegleiter, Betreuer oder Lehrer für niederschwellige Deutschkurse tätig. Im Jahr 2020 wurden 15 neue Integrationsbegleiter durch die Integrationslotsinnen akquiriert, darunter auch vermehrt Menschen mit Migrationshintergrund, die sich ehrenamtlich engagieren möchten.
Wie Schmid berichtet, standen die "überwiegende Zahl der Ehrenamtlichen" auch während der Zeit des Lockdowns in der Corona-Krise weiterhin als Ansprechpartner der Migranten zur Verfügung. "Vor allem bei Fragen rund um den digitalen Unterricht der Flüchtlingskinder haben die Ehrenamtlichen über soziale Medien und durch Telefonate weitergeholfen."
Seit persönliche Kontakte wieder möglich sind, helfen die ehrenamtlichen Integrationsbegleiter wieder aktiv bei der Unterstützung der Geflüchteten, insbesondere auch bei der Arbeits- und Wohnungssuche und dem Familiennachzug, so der Geschäftsführer.
Im Jahr 2021 soll der Fokus laut Schmid weiterhin auf der Unterstützung bei der Wohnraumsuche und bei der Arbeitsmarktintegration liegen. Zusätzlich mehren sich die Anfragen von Geflüchteten, die sich ehrenamtlich engagieren möchten: "Hierzu wird es wichtig sein, über die Freiwilligenagentur passende Einsatzstellen zu vermitteln. Eine Möglichkeit bietet das Projekt 'Elternlotsen', bei dem Migranten als ehrenamtliche Schnittstelle zwischen Schulen und anderen Migranten an Schulen fungieren sollen."
149 Integrationsbegleiter
Als Integrationsbegleiter sind im Landkreis Schwandorf 149 Personen aktiv; aufgeschlüsselt nach Gemeinden: Bodenwöhr 8, Bruck 13, Städtedreieck (Burglengenfeld, Teublitz und Maxhütte-Haidhof) 29, Nabburg 12, Neunburg vorm Wald 13, Nittenau 5, Pfreimd 4, Schwandorf 45, Schwarzenfeld 7, Wackersdorf 7, Oberviechtach 4 und Schönsee 2.
Einige Helferkreise Asyl im ländlichen Raum pausieren momentan, da die Geflüchteten ihrer Gemeinde verzogen sind. Die meisten Integrationsbegleiter haben aber zu „ihren“ Schützlingen auch nach deren Wegzug noch engen Kontakt und sind nach wie vor Ansprechpartner für Fragen jeglicher Art.














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