Schwandorf
07.05.2020 - 15:31 Uhr

Hygiene in den Supermärkten in Zeiten von Corona

Security am Eingang, Einbahnregelungen im Inneren, Plexiglasscheiben, Handdesinfektions-Apparate - Lebensmittelgeschäfte und Einzelhändler müssen in Corona-Zeiten enormen Aufwand betreiben. Trotzdem sollte der Kunde immer noch mitdenken.

„Hygiene-Station“ nennt sich das Gerät, das in den Eingangsbereichen des Globus-Warenhauses aufgestellt wurde und die Handdesinfektion ermöglicht, ohne dass man dabei etwas berühren müsste. Bild: Thomas Dobler
„Hygiene-Station“ nennt sich das Gerät, das in den Eingangsbereichen des Globus-Warenhauses aufgestellt wurde und die Handdesinfektion ermöglicht, ohne dass man dabei etwas berühren müsste.

Die Corona-Krise kam über den Handel wie ein Alptraum. Auch Stefan Schmid, der neue Leiter des Schwandorfer Globus-Warenhauses, hätte sich sicher einen anderen Beginn seiner verantwortungsvollen Position wie den 1. April dieses Jahres gewünscht - der Tag lag mitten in der heraufziehenden Pandemie. "Das war ein schwerer Beginn," sagt er im Rückblick. Gewisse Schutzmaßnahmen seien zu dieser Zeit schon eingeleitet gewesen, "aber wir müssen die Maßnahmen immer wieder den Gegebenheiten anpassen".

Wie in anderen Geschäften - etwa Supermärkten, Discountern oder Bankfilialen - muss darauf geachtet werden, dass sich nicht zu viele Kunden gleichzeitig in den Räumen aufhalten. Vor allem vor Feiertagen, aber auch am Wochenende regelt daher vor dem Warenhaus ein Security-Team den Einlass.

Höchstzahl an Kunden

"Es sollen maximal 400 bis 500 Menschen gleichzeitig im Globus sein, so dass jeder für den Einkauf rechnerisch 20 Quadratmeter Fläche hat," so Schmid. Überwacht wird das ganze über eine Zählung an den Eingangstüren. Eine sogenannte "Einkaufswagen-Pflicht", wie es sie hin und wieder in anderen Geschäften gibt, entfällt bei Globus. Plexiglasscheiben zum Schutz der Kassiererinnen und des Verkaufspersonals haben sich zwischenzeitlich breit durchgesetzt. "Auch die Maskenpflicht wird von den Kunden eingehalten," ist der Geschäftsführer dankbar. Dass sich die Menschen im Markt nicht zu nahe kommen, dafür sorgen an neuralgischen Stellen, etwa der Fleisch- und Wursttheke, Einbahnregelungen.

Besonders für Risikogruppen ist es wichtig, zu wissen, wann sie mit möglichst wenig anderen Personen gleichzeitig einkaufen können. Auf der Homepage des Unternehmens gibt es daher sogar eine kleine Übersicht. Sie zeigt, an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten mit mehr oder weniger Aufkommen in den Globus-Märkten zu rechnen ist. "Wir empfehlen für Risikogruppen einen Einkauf zu den Randzeiten und in der Wochenmitte", heißt es. Wobei sich vor allem der Dienstag und der Mittwoch anbieten.

Als ganz neues Angebot stehen in den beiden Eingangsbereichen des Warenhauses zwei Desinfektions-Apparate: Man hält die Hände in eine Öffnung und Desinfektionsmittel wird durch Düsen darauf gesprüht - ohne jede Berührung. "Sie aufzustellen haben wir hier im Haus entschieden."

"Sehr solidarisch"

Natürlich bereitet man sich im Globus auch darauf vor, weitere Bereiche zu öffnen und verfolgt dabei genau, was die Regierung vorgibt. Der beliebte Biergarten wäre so ein Bereich. Aber auch hierbei gibt es einiges zu bedenken, weiß der Geschäftsführer: "Machen wir es mit Bedienung oder mit Selbstbedienung? Wie machen wir es mit der Besteckausgabe? Es kann ja nicht jeder in den Besteckkorb greifen."

Im Rewe-Markt in Nabburg geben vor allem im Kassenbereich Pfeile auf dem Boden und Aufkleber mit Abstandsregeln Richtung und Verhalten vor. Bild: td
Im Rewe-Markt in Nabburg geben vor allem im Kassenbereich Pfeile auf dem Boden und Aufkleber mit Abstandsregeln Richtung und Verhalten vor.

Ähnliche Probleme plagen auch andere Kaufleute. Bernd Harbig betreibt in Nabburg einen Rewe-Partnermarkt. Er lobt seine Kunden: "Die Menschen verhalten sich sehr solidarisch, es gibt keine großen Probleme." Natürlich muss auch er mit dem Thema umgehen, dass zu bestimmten Zeiten zu viele Menschen gleichzeitig einkaufen wollen. "Da machen wir das Geschäft auch mal zu, bis wieder Kunden hinausgegangen sind." Eine Strategie besteht darin, möglichst alle Kassen besetzt zu haben, wenn viel los ist - so muss draußen niemand lange warten, bis er eingelassen wird. "Ich bin auch schon selbst rausgegangen, um beim Regeln des Zugangs zu helfen", sagt der Kaufmann.

Nabburg22.03.2020

Im Inneren des Rewe-Marktes geben vor allem im Kassenbereich Pfeile auf dem Boden, Aufkleber mit Abstandsregeln und Infoblätter an den Regalen vor, wie man sich beim Einkauf verhalten sollte. "Natürlich kann man nicht verhindern, dass mal einer zu nahe am anderen vorbeigeht", bedauert Harbig; aber von einigen Teenagern abgesehen würden die anderen Kunden in dieser Hinsicht durchaus Vorsicht walten lassen. Ein entsprechender Hinweis hängt auch im Laden aus: "Liebe Kunden, bitte bewegt euch nur in eine Richtung," steht darauf zu lesen. Im benachbarten Rewe-Getränkemarkt ist man noch einen Schritt weiter gegangen und hat eine Einbahnregelung eingeführt, so dass sich Kunden nicht mehr entgegenkommen können.

Husten- und Nies-Etikette

Auch bei Rewe gibt es auf der Homepage Verhaltensregeln: "Die wichtigsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz sowie zum Schutz von anderen Personen und unseren Mitarbeitern vor der Ansteckung mit Erregern sind die korrekte Husten- und Nies-Etikette, eine gute Händehygiene und der Abstand von mindestens einem Meter beispielsweise beim Kassiervorgang zu unserem Kassenpersonal."

Hilfreich wäre es auch, wenn immer möglich, beim Kassiervorgang auf Bargeldzahlung zu verzichten und den Einkauf stattdessen bargeldlos zu begleichen, urteilt das Unternehmen.

 
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