13.02.2020 - 15:10 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kraftwerks-Studie stößt auf großes Interesse

Müll als Ersatz für Braunkohle? Nicht nur das stößt europaweit auf Interesse. Auch der Fakt, dass ein Ende der Mülldeponierung den Ausstoß erheblicher Mengen an klimaschädlichen Gasen verhindert.

Die Kamine des Müllkraftwerks in Schwandorf. Eine Studie legt dar, dass durch den Betrieb des Müllkraftwerks in den vergangenen 40 Jahren Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen eingespart wurden.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Müll als Ersatz für Braunkohle? Nicht nur das stößt europaweit auf Interesse. Auch der Fakt, dass ein Ende der Mülldeponierung den Ausstoß erheblicher Mengen an klimaschädlichen Gasen verhindert.

Der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf, ZMS, ließ zu seinem 40-jährigen Bestehen im vergangenen Jahr untersuchen, welche Auswirkungen das Müllkraftwerk auf den Ausstoß von Treibhausgasen hat (wir berichteten). Das Ergebnis: Hätten VAW und später Nabaltec ihre Energie weiter aus Braunkohle gewonnen, hätte das zwischen 1982 und 2018 rund 3,1 Millionen Tonnen Kohlendioxid mehr in der Luft bedeutet. Dazu kommen gut 5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, die durch das Aus der Deponierung vermieden wurden. Mülldeponien stoßen unter anderem Methan aus.

Professor Mario Mocker und Diplomingenieur Werner P. Bauer haben die Studie für den ZMS erarbeitet, die den Titel "40 Jahre im Zeichen des Umweltschutzes" trägt. Sie hätten sich stets auf "defensive" Annahmen gestützt, soweit das nötig war, betonte Knoll.

Beim Jahrespressegespräch der ZMS am Dienstag (wir berichteten) verwiesen Landrat Thomas Ebeling und Verbandsdirektor Thomas Knoll darauf, dass die Studie mittlerweile auch international auf großes Interesse stoße. Denn in vielen Ländern der Europäischen Union wird Müll nach wie vor deponiert, gleichzeitig laufen Kohlekraftwerke zur Energiegewinnung. "Wir werden noch eine englische Version auflegen", sagte Knoll. Die Studie steht auf www.z-m-s.de unter Broschüren zum Download bereit.

Ein wesentlicher Bestandteil des ZMS-Entsorgungskonzepts ist die Logistik. Rund 80 Prozent des Mülls aus dem Verbandsgebiet kommt mit der Bahn aus den Umladestationen ans Kraftwerk Schwandorf. Die Waggons mit den grünen Containern sind ein vertrautes Bild.

Ganz problemlos klappt die Logistik dennoch nicht immer. Die Deutsche Bahn bereitet Verbandsdirektor Thomas Knoll durchaus Kopfzerbrechen. Mal fehlen Lokführer, Mal Lokomotiven, um den Verkehr wie vereinbart abzuwickeln. Kurz vor Silvester entgleiste dann auch noch ein Müllzug an der Umladestation Straubing. Waggons, Container und auch eine ZMS-eigene Weichenanlage wurden erheblich beschädigt. Das Unfallmanagement der Bahn löste bei Knoll noch am Dienstag Kopfschütteln aus. Sechsstellige Schadenersatzforderungen gegen die Bahn stehen laut Knoll nun im Raum. "Die Zufriedenheit mit der Bahn hat noch nicht ihren Siedepunkt erreicht", ergänzte Verbandsvorsitzender Thomas Ebeling.

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