Schwandorf
19.12.2021 - 12:18 Uhr

Kreis Schwandorf: Neue Schilder sollen alte Hausnamen bewahren

Hausnamen haben nicht nur in der Oberpfalz lange Geschichte. Die Erinnerung daran soll im Landkreis Schwandorf mit neuen Schildern bewahrt werden. Die Aktion stößt auf große Resonanz.

Sachgebietsleiter Christian Meyer, Stephanie Wischert vom LAG-Management und Landrat Thomas Ebeling (von links) präsentieren die neuen Hausnamen-Schilder. Bild: Manuel Lischka/Landratsamt Schwandorf
Sachgebietsleiter Christian Meyer, Stephanie Wischert vom LAG-Management und Landrat Thomas Ebeling (von links) präsentieren die neuen Hausnamen-Schilder.

Mit dem Aufruf zur Anfertigung von Hausnamenschildern landete die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Regionalentwicklung im Landkreis Schwandorf einen Volltreffer. 1700 Interessierte aus dem gesamten Landkreis meldeten sich bei den zahlreichen ehrenamtlichen Unterstützern der Aktion und können nun in den nächsten Wochen ihr Anwesen mit Hausnamenschildern versehen. Das teilte das Landratsamt mit.

Die Schilder würden nun an die beteiligten Kommunen ausgeliefert, welche sich um die Verteilung kümmern, so das Amt. Der Dank des LAG-Vorsitzenden Landrat Thomas Ebeling gelte hierbei den vielen Ehrenamtlichen vor Ort und den Ansprechpartnern in den Kommunen, die die LAG im Vorfeld bei den umfassenden organisatorischen Aufgaben unterstützten. Landrat Thomas Ebeling lobte die Gestaltung der Schilder. Hierfür hatte die LAG einen extra dafür einberufenen und kulturell versierten Fachbeirat zu Rate gezogen.

Ziel der Aktion: Die alten Hausnamen in der Oberpfalz sollen nicht in Vergessenheit geraten, denn sie gelten als eine sprachliche und kulturelle Besonderheit. Der Hausname sei in früheren Zeiten ohne Straßennamen oft wichtiger als der amtliche Nachname gewesen. Stephanie Wischert vom LAG-Management ergänzte in diesem Zusammenhang: „Wichtig war zu wissen, aus welchem Hof man stammte und nicht, wie der genaue Familienname lautete.“ Damit die Personen auch immer richtig zugeordnet werden konnten, verblieb der Hausname in der Regel bei der Hofstelle, auch wenn der Eigentümer wechselte. Der "Weber" blieb der "Weber", auch wenn in dem Haus längst nicht mehr gewebt wurde. Den Hausnamen prägte stets die Dorfgemeinschaft, kein Besitzer gab ihn sich selbst. Noch heute würden die meisten der Namen noch verwendet, womit ein Stück Dorfgeschichte und regionale Identität erhalten bleibe.

Die Initiatoren freuen sich, dass mit diesen Tafeln die alten Bezeichnungen nicht verloren gehen und hoffen, dass die Hausbesitzer damit viel Freude haben. Die Schilder sind für die Hausbesitzer kostenlos. Die Kosten teilen sich der Landkreis Schwandorf und das EU-Förderprogramm "Leader".

OnetzPlus
Teunz15.07.2021
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