15.07.2021 - 17:04 Uhr
TeunzOberpfalz

Fuchsberger Häusergeschichten für künftige Generationen bewahren

Fuchsberg ist durch die Schlossbrauerei und die malerisch am Goldsteig gelegene Jakobikirche weitum bekannt. Mit einem Buchprojekt wird jetzt die historische Entwicklung des Ortsbildes für die Bewohner dokumentiert.

Die Ortschaft Fuchsberg mit Bubenlohe (unten), dem Ortskern (mittig hinter den Bäumen) sowie der gewachsenen Siedlung schmiegt sich an einen Südhang zwischen Teunz und Kühried.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

Mit Spannung wird von vielen Fuchsbergern das Erscheinen ihres Dorfbuches erwartet. Wie Projektleiter Ulrich Wohlgemuth der Oberpfalz-Medien-Redaktion mitteilte, läuft der Verkauf wie geplant am Jakobifest (25. Juli) an. Neben historischen Aufnahmen und Daten der Vorbesitzer gibt es aktuelle Fotos zu sehen, wobei jedes Anwesen mit einer Doppelseite vertreten ist. Persönliche Erinnerungen zu einigen Häusergeschichten runden die Forschungsarbeit ab.

Das „Fuchsberger Dorfbuch“ wurde durch die finanzielle Unterstützung durch das Regionalbudget der „ILE Brückenland Bayern-Böhmen, Südlicher Oberpfälzer Wald–Ceský les“ möglich. Ebenso auch die zwölf Informationstafeln zum Motto „Fuchsberg früher und heute. Häusergeschichte und Geschichten“.

„Die Entstehung des Dorfbuches ist in erster Linie dadurch motiviert, die historische Entwicklung des Ortsbildes zu dokumentieren und diese somit künftigen Generationen im Bewusstsein zu erhalten“, erklärt Ulrich Wohlgemuth in einer Pressemitteilung. Das Buch enthält zunächst einige Anmerkungen zur Geschichte von Schloss und Ortschaft Fuchsberg, legt dann aber den Schwerpunkt auf die Fuchsberger Anwesen gemäß der Erfassung in der Uraufnahme von 1835.

Schloss bis Bubenlohe

Die Abschnitte "Ortseingang", "Das Dorf", "Hohenwart", "Bubenlohe", "Das Schloss" sowie "Anwesen außerhalb Fuchsbergs" werden mit einem Übersichtsblatt eingeleitet. Danach wird auf der jeweils linken Buchseite der Hausname (1840) genannt; es folgt die Auflistung der Besitzer gemäß der 1835 systematisch vergebenen Hausnummern, dokumentiert den Ersteintrag sowie die Umschreibungen (1840 bis längstens 1955). Werden Abweichungen beim Ersteintrag von 1840, beziehungsweise bei den Hausnamen festgestellt, so wird auf Aufzeichnungen von 1808 zurückgegriffen. Vergleichbares gilt auch für die heute noch gebräuchlichen Hausnamen. Der jeweils entsprechenden rechten Buchseite sind die aktuellen Daten (2021) vorbehalten.

"Die gewonnenen Erkenntnisse stammen ausnahmslos aus historischen Quellen, die im Staatsarchiv Amberg aufbewahrt und jedem zugänglich sind", betont Wohlgemuth. Die Schreibung der Befunde orientiert sich an den Eintragungen im Quellenmaterial und könne deshalb zum Teil erheblich von der aktuell gültigen Schreibweise abweichen.

Persönliche Erinnerungen

Neben der reinen historischen Forschungsarbeit stellt das persönliche Gespräch eine entscheidende Informationsquelle dieses Buches dar. "Manche der Interviewpartner verfielen bei der Spurensuche zu den Geschichten einzelner Anwesen plötzlich in Erzählungen aus der alten Zeit, oder sie erinnerten sich an Geschehnisse, die mit ihren Gehöften verknüpft sind und die sie selbst nur noch aus Berichten ihrer Vorfahren kennen", berichtet der Projektleiter. Autorisierte Beiträge finden sich in einem weiteren Abschnitt. So erklärte beispielsweise Franz Baumer: "Im Schafwebernhaus woar a Bäckerei. Da Saller-Beck vo Teinz hot Hefa und Toag gliefert; des bachene Brout ham Bauern mit Mehl zolt; des Dreu dazou is af da Herrnmühl gmahln woarn. I ho als Bou mit an Zwirn zentimeterdicke Scheim vo da Germ owagschnien."

Den Schluss bildet eine Zusammenstellung der Informationstafeln zu Fuchsberg und Hebermühle, die im Juni 2021 platziert wurden. Ulrich Wohlgemuth freut sich, dass die Fuchsberger eifrig mithalfen, ihre Geschichte und die ihrer Häuser zu erforschen und offenzulegen: "Ohne ihre Auskünfte und das Überlassen historischer Fotos wäre das Buch in dieser Form nicht möglich gewesen." Franz Baumer, Mitherausgeber des Buches, hat die Informationen laut Wohlgemuth "in beeindruckender Weise ins Bild gesetzt". Helfer gab es auch bei der Anfertigung der Tafeln sowie der Gestaltung des Umgriffs in der Bubenlohe.

Buchverkauf an Jakobi

Verkaufsstart ist am 25. Juli. Nach dem Vormittagsgottesdienst in St. Jakob kann es für 10 Euro im Informationspavillon vor der Kirche sowie bei der weltlichen Feier am Nachmittag im "Fuchsberger Wirtshaus" erworben werden.

Details zum Start des ILE-Projekts Dorfbuch Fuchsberg

Fuchsberg bei Teunz
Hintergrund:

ILE-Projekt "Fuchsberger Dorfbuch - Fuchsberg früher und heute"

  • Auf rund 160 Seiten wird die Entwicklung von Fuchsberg dargestellt.
  • Preis: 10 Euro. Verkaufsstart ist an Jakobi (25. Juli) nach dem Vormittagsgottesdienst in St. Jakob im Informationspavillon sowie während der weltlichen Feier am Nachmittag im "Fuchsberger Wirtshaus".
  • Das "Fuchsberger Dorfbuch" enthält historische Fotos und aktuelle Aufnahmen der Anwesen sowie die Hausnamen aus dem 19. Jahrhundert, die ursprünglichen Hausnummern sowie die Namen der früheren Besitzer und Bewohner (1835 bis 1955).
  • Unterstützt wird das Buchprojekt durch das Regionalbudget der "ILE Brückenland Bayern-Böhmen, Südlicher Oberpfälzer Wald-Ceský les".
  • Neben dem Buch sind zwölf Informationstafeln unter dem Motto "Fuchsberg früher und heute. Häusergeschichte und Geschichten" geplant beziehungsweise bereits aufgestellt.
  • Projektleiter Ulrich Wohlgemut will damit Veränderungsprozesse dokumentieren und die Erinnerung an alte Anwesen im Ort bewahren.

"Ohne ihre Auskünfte und das Überlassen historischer Fotos wäre das Buch in dieser Form nicht möglich gewesen."

Ulrich Wohlgemuth freut sich über die Mithilfe der Fuchsberger

Ulrich Wohlgemuth freut sich über die Mithilfe der Fuchsberger

Die linke Buchseite zeigt zwei historische Aufnahmen vom Anwesen Höcherl in der Dorfmitte von Fuchsberg.
Auf der rechten Buchseite ist jeweils gegenüber eine aktuelle Aufnahme von 2021 (hier: das renovierte Höcherl-Haus) abgebildet.
Diese Beispielseite aus dem Buch zeigt die Anwesen im Bereich "Hohenwart".

 

 

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