28.04.2020 - 09:53 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kulturstadt Schwandorf in der Warteschleife

Eine nervliche Zerreißprobe für die Beteiligten: das Kulturstadtjahr in Schwandorf. Unter normalen Umständen wäre es bereits in vollem Gange, doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung. Ob es nachgeholt werden kann, ist fraglich.

Leer bleibt der Park der Kebbel-Villa. Die Woche der Nachbarn als zentraler Teil des Kulturstadtprojektes ist voraussichtlich auf Mai 2021 verschoben.
von Irma Held Kontakt Profil

Flexibilität ist das Gebot der Stunde. Die Beteiligten am Projekt für das Kulturstadtjahr in Schwandorf arbeiten an einem Ersatzprogramm. Die ursprünglich geplante Veranstaltung kann wegen der Beschränkungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus nicht stattfinden. Am vergangenen Dienstag fanden einer Mitteilung des Cebb zufolge Abstimmungsgespräche, unter anderem mit Vertretern des Bayerischen Finanz- und Heimatministeriums, der Regierung der Oberpfalz und der Stadt Schwandorf, zur Zukunft des Projektes statt. Das Programm ist bereits druckfertig als Corona allen Beteiligten einen Strich durch die Rechnung macht. In Kooperation mit dem Cebb in Schönsee hatten die Stadt Schwandorf, Vereine, Schulen, Verbände und städtische Einrichtungen 57 grenzüberschreitende Einzelveranstaltungen erarbeitet. Am 21. März sollte der Startschuss sein.

Nachholen im Herbst?

Inzwischen ist dem Cebb zufolge auch die Woche der Nachbarn, geplant für den 20. bis 24. Mai im Sperlstadel und im Park des Oberpfälzer Künstlerhauses, abgesagt. Das Ministerium als Geldgeber ermögliche es aber, das Kulturstadtprogramm in Schwandorf nun in den Zeitraum Herbst 2020 bis Mai 2021 zu verschieben. Ein Nachholtermin für die Woche der Nachbarn - die größte Veranstaltung des Projekts - wird im Mai 2021 angestrebt, erklärt Cebb-Leiterin Veronika Hofinger. Im Anschluss daran wandere das Kulturstadtprojekt dann direkt weiter ins oberfränkische Wunsiedel, der Kulturstadt Bayern-Böhmen 2021.

Wie David Bender, neben Veronika Hofinger maßgeblich am Programm und der Koordination beteiligt, auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien mitteilt, ist die Förderung des Projektes auf die Jahre 2019 bis 2021 begrenzt. Ein Übertragen der für heuer eingeplanten Fördergelder auf nächstes Jahr sei möglich. Bei einer Verschiebung des Kulturstadtjahres auf 2022 müssten jedoch neue Mittel im Finanzhaushalt bereit gestellt werden.

Das Kulturstadtjahr in Schwandorf ist wegen des Coronavirus abgesagt worden

Schwandorf

Wieder in die Planung

Die Akteure bleiben inzwischen mit Prognosen vorsichtig: "Zum aktuellen Zeitpunkt sei denkbar, möglicherweise ab August 2020 erste kleine Veranstaltungen unter Einhaltung der gegebenen Sicherheitsmaßnahmen abzuhalten. Auch der Kulturstadtpavillon könnte im August seinen Standort auf dem Oberen Marktplatz beziehen. Darüber hinaus bereitet das Centrum Bavaria Bohemia ergänzend zu den geplanten Veranstaltungen Online-Angebote vor, die das Kulturleben der Nachbarregionen vorstellen", heißt es in einer schriftlichen Erklärung des Cebb.

"Wir gehen jetzt wieder in die Planungsphase", sagt David Bender. Veranstalter, die bis jetzt mit im Boot waren, werden über den Planungsstand und das weitere Vorgehen informiert. Besonders im Blick behalten die Verantwortlichen auch die Entwicklungen in Tschechien. Hintergrund des Kulturstadtprojektes ist es, Menschen dies- und jenseits der Grenze zusammenzubringen und die Nachbarregionen kennenzulernen.

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