19.04.2021 - 19:04 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Landkreis will Gründerzentrum Maxhütte-Haidhof komplett übernehmen

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Das Mittelstandszentrum Maximilianshütte (MZM) in Maxhütte-Haidhof soll auf neue Beine gestellt werden. Die zündende Idee zum "wie" und an welchem Standort, fehlt noch. Der Landkreis macht den Mitgesellschaftern nun ein Angebot.

Das Mittelstandszentrum Maximilianshütte soll moderner werden. Die Frage ist wie, und an welchem Standort.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Aus der Zeit gefallen" – die Formel fiel mehrmals in der Sitzung des Kreisausschusses am Montag im Bezug auf das MZM. Weitgehend Einigkeit bestand darüber, dass der Landkreis für Existenzgründer weiterhin Unterstützung bieten soll –und darüber, dass die Werkshalle in Maxhütte-Haidhof dafür nicht mehr die ideale Umgebung bietet. Allein die Zufahrt auf das Läpple-Werksgelände über eine Schranke mache es immer schwieriger, Räume zu vermieten, sagte Landrat Thomas Ebeling (CSU). Für eine Sanierung der gemieteten Gebäude wäre der Landkreis zuständig.

Die Gesellschafter (siehe Hintergrund) suchten im Städtedreieck nach Alternativen - bislang erfolglos. Deshalb steht eine Verlegung Richtung Schwandorf/Wackersdorf im Raum. Der Landkreis würde sämtliche Gesellschafteranteile übernehmen, zum symbolischen Preis. Das sei mit den Bürgermeistern so abgesprochen, erläuterte Ebeling.

Das gehe natürlich nur mit der Zustimmung der jeweiligen Stadträte, hakten Peter Wein und Franz Schindler (beide SPD) ein. Ein Antrag der Fraktion zielte darauf, das MZM im Städtedreieck zu erhalten – mit neuem Konzept, und inklusive der Umwandlung in ein (auch) digitales Gründerzentrum. Für ein staatlich gefördertes, digitales Zentrum wie im Kreis Cham scheint der Zug allerdings abgefahren: Der Kreis habe sich beworben, sei aber nicht zum Zuge gekommen, sagte Ebeling. Die SPD blieb dabei: Erst solle ein Konzept samt Ziel- und Maßnahmenplan vorgelegt werden, bevor eine Übernahme erfolge. Ebeling plädierte dafür, die Gesellschaftsanteile schnell zu übernehmen: "Wenn wir immer Kreistag und drei Stadträte brauchen, macht uns das schwerfällig." Dann ließe sich über Standort und Konzept schneller entscheiden. Die Zustimmung der Stadträte im Städtedreieck sei für die Übernahme der Anteile natürlich Voraussetzung.

Unterstützung bekam der Landrat von CSU-Fraktionschefin Martina Englhardt-Kopf: "Wir müssen Leute unterstützen, die sich selbstständig machen wollen." Dazu gehöre aber gute Infrastruktur. Dem pflichtete Martin Scharf (FW) bei. Rudi Sommer (Grüne) riet dazu, den Blick nicht nur auf "digitale" Gründer zu richten, sondern alle Dienstleister und das Handwerk im Blick zu behalten. "Wir haben bislang noch niemanden abgewiesen", sagte Ebeling. Der Kreisausschuss beschloss gegen die Stimmen von SPD, FDP und AFD, das Übernahme-Angebot an die Mitgesellschafter zu richten. Der SPD-Antrag zu Konzept und Maßnahmeplan wurde zurückgestellt. "Bis wir wissen, was die Stadträte beschlossen haben", sagte Ebeling.

Info:

Das Mittelstandszentrum Maximilianshütte

  • Gründung der Mittelstandszentrum Maximilianshütte GmbH in Maxhütte-Haidhof (MZM) 1997.
  • Hauptaufgaben: Beratung und Seminare für Existenzgründer, bei Bedarf Vermietung von Büroflächen.
  • Standort: Läpple-Firmengelände, Maxhütte-Haidhof.
  • Gesellschafter: Landkreis Schwandorf und Stadt Maxhütte-Haidhof (je 30 Prozent) sowie die Städte Teublitz und Burglengenfeld (jeweils 20 Prozent).
  • Jährliche Kosten: gut 61000 Euro.
  • Handlungsbedarf: Gebäude sanierungsbedürftig; Erreichbarkeit nicht optimal; neue Ausrichtung.

MZM: Auslastung gesunken

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