27.10.2020 - 15:19 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Maskenpflicht auch an Grundschulen: Gibt es eine Ausnahmeregelung?

Die Corona-Ampel im Landkreis leuchtet Rot. Auch Grundschüler müssen jetzt permanent im Unterricht Maske tragen. Das Landratsamt sieht ein "kalkulierbares Risiko" und will für die Kleinen eine Ausnahmegenehmigung erwirken. Ist das sinnvoll?

Auch für Erst- bis Viertklässler gilt im Kreis seit Dienstag die Maskenpflicht im Unterricht. Doch die könnte schon bald fallen: Landrat Thomas Ebeling hat sich um eine Ausnahmegenehmigung für die jüngsten Schüler bemüht.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Die Infektionszahlen im Landkreis steigen weiter. Weil die Werte am Montag die 50er-Marke überschritten haben und am Dienstag bereits bei 61,5 laut RKI lagen, steht die Corona-Ampel auf Rot. Zusätzlich zu den nun gültigen verschärften Allgemeinregelungen hat Landrat Thomas Ebeling eine neue Allgemeinverfügung erlassen, die strengere Auflagen für Schüler, Lehrer und bei Kitas bedeuten.

Die aktuellen Zahlen vom Dienstag

Schwandorf

Die wichtigste Änderung betrifft die Maskenpflicht in Schulen. "Die Lehrkräfte und sonstiges unterrichtendes Personal...werden zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung auch während des Unterrichts verpflichtet", schreibt Ebeling. Wichtig: Während die Maskenpflicht im Bildungssektor bei Stufe Gelb bislang nur für Schüler ab der fünften Klasse galt, müssen bei Stufe Rot nun auch Grundschüler an ihrem Sitzplatz die Maske tragen.

Bezirksregierung prüft Antrag

Genau hier bemüht sich das Landratsamt um eine Erleichterung. Laut Pressesprecher Hans Prechtl hat die Behörde bei der Regierung der Oberpfalz einen Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung gestellt, damit Grundschüler von der Maskenpflicht befreit werden. Zur Begründung wird in der Pressemitteilung vom 26. Oktober auf das "nur geringfügige Überschreiten der 50er-Grenze" verwiesen und erklärt, dass "wir das Risiko für berechenbar und beherrschbar erachten".

Doch bereits am Dienstag knackte der Inzidenzwert im Landkreis die Marke von 60 – kann hier noch von einer "geringfügigen Überschreitung" und einem "kalkulierbaren Risiko" für die Erst- bis Viertklässler gesprochen werden? Auf Nachfrage sagt Prechtl dazu: "Das Infektionsgeschehen ist ein dynamischer Prozess. An der Aussage geringfügig möchte ich deshalb nicht mehr festhalten. 61,5 ist sicher keine geringfügige Überschreitung der 50er-Grenze mehr. Aber dies ändert an unserer eigentlichen Intention nichts, dass wir den Grundschülern den Schulalltag erleichtern wollen."

Eingriffe mit Augenmaß

Der Landkreis hält deshalb an seinem Antrag für eine Ausnahmegenehmigung fest und rechnet mit einem positiven Bescheid im Lauf der Woche. "Die gesamte Landeshauptstadt München hat ihren Grundschülern die Maskenpflicht erlassen, und in unserem Nachbarlandkreis Cham ist es ebenso." Das Risiko sei kalkulierbar, weil es in Grundschulen bislang nur sehr wenige Corona-Fälle gibt. Zudem sei bekannt, dass die Bezirksregierung die Erteilung der Ausnahmeregelung eng mit dem Gesundheitsministerium abspricht. Soll heißen: Wenn es ein Plazet für den Kreis Schwandorf gibt, dann mit höchster Genehmigung aus München.

Wichtig sei, staatliche Eingriffe "mit Augenmaß zu betrachten und auf das notwendige Maß zu beschränken", erläutert Prechtl. Bis die Entscheidung aus Regensburg vorliegt, gilt die Maskenpflicht jedoch uneingeschränkt.

Rote Ampel: Im Kreis Schwandorf gelten strengere Corona-Regeln

Schwandorf
Allgemeinverfügung für Schulen:

Neue Anordnung: Maskenpflicht beim Sport

Landrat Thomas Ebeling hat auf die sich zunehmend verschärfende Coronasituation im Landkreis Schwandorf reagiert und am Montagabend eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Diese bringt strengere Regeln im Bereich der Schulen und Kinderbetreuung mit sich:

  • Maskenpflicht für Lehrpersonal: Alle Lehrer sowie Betreuer im Bereich der schulischen Ganztagesangebote müssen nun auch während dem Unterricht eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
  • Maskenpflicht für Schüler: Schüler aller Jahrgangsstufen müssen ab sofort im Unterricht, in der Mittagsbetreuung und bei Ganztagesangeboten Maske tragen. Der Unterricht soll nur im Klassenverbund abgehalten werden. Das Aufteilen von Klassen, zum Beispiel für Religion oder Sport, soll wann immer bestmöglich vermieden werden.
  • Auflagen für Sportunterricht: Soll laut der Allgemeinverfügung „möglichst im Freien“ stattfinden. Geht dies nicht, müssen Schüler nun sogar beim Sport eine Maske tragen und den Mindestabstand halten.
  • Singen und Musizieren: Die Vorgabe, auf „Musikunterricht und Singen sollte möglichst verzichtet“ werden, macht diese Form des Unterrichts nahezu unmöglich. Wenn überhaupt, dann soll nur Einzelunterricht mit erhöhtem Abstand von 2,5 Meter stattfinden.
  • Kindergärten: Für Personal gilt wie an Schulen Maskenpflicht. Die Kleinkinder sollen nur noch in festen Gruppen betreut werden.
  • Strafen bei Verstößen: Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit gewertet. Ein Verstoß gegen die Maskenpflicht wird laut bayerischem „Bußgeldkatalog Corona-Pandemie“ vom 24. August 2020 für Personen ab 14 Jahren mit einem Regelsatz von 250 Euro geahndet.
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