Die Problematik mit der Hygiene und mitgebrachten Boxen in der Metzgerei ist schon oft thematisiert worden. Wann dürfen die Verkäufer Wurst und Fleisch dort hinein packen, ohne Verordnungen und Hygiene-Vorschriften zu überschreiten? Eine Metzgerei aus Altenstadt hat eine Lösung entwickelt: Mehrwegboxen - mit einem verstellbaren Ring für das Haltbarkeitsdatum und ein Loch für eine Vakuumpumpe. Ein schönes Zitat, das in den vergangenen Tagen immer wieder durch die Medien ging, stammt von Metzgermeister Ludwig Filser: "Männer kann man einfach sagen: Das ist, wie eine Kiste Bier kaufen, das hat jeder von ihnen schon gemacht." Der Kunde bekommt eine Box (für die ein Pfand verlangt wird), die er mit nach Hause nehmen kann und später wieder mitbringt. Die Boxen werden dann in einer Spülmaschine gereinigt. Klingt also alles recht schlüssig, oder?
"Berg von Arbeit"
Nicht ganz. Die Metzger aus der Region führen vor allem ein Argument ins Feld, das gegen die Mehrwegboxen spricht: Der logistische Aufwand. Günther Meindl (Metzgerei Meindl in Oberviechtach) rechnet vor: "Wenn ich am Freitag und Samstag 700 bis 800 Kunden habe, brauche ich 3000 Boxen. Deshalb wird sich das in der Praxis schwer durchsetzen." Stattdessen schlägt er vor, dass das Veterinärsamt und das Landratsamt die Hygienevorschriften lockern sollen. Denn noch immer gelte: Mitgebrachte Boxen dürfen nicht über den Tresen gereicht werden.
Das Warenhaus Globus in Schwandorf hat ein Vorgehen ausgearbeitet, bei dem alle Hygienevorschriften eingehalten werden. Der Kunde kann seit rund zwei Jahren mitgebrachte Boxen oder Dosen auf ein Tablett stellen, in die Verkäufer das Fleisch und die Wurst packen. "Das funktioniert aber nicht und wird nur ganz zögerlich angenommen", sagt Reiner Debernitz, Geschäftsleiter des Warenhauses. Es sei nicht nur so, dass der klar geregelte Ablauf sehr aufwendig sei, sondern viele Kunden seien bei Boxen sehr kritisch. "Bei Frischfleisch ist die Hygiene-Hürde sehr hoch - das ist auch richtig so", erklärt Debernitz.
Johann Pesold (Metzgerei Pesold, Nabburg) ist vom Altenstädter Modell auch nicht überzeugt: "Die Boxen bedeuten einen Berg von Arbeit." Der Metzger gab auch zu Bedenken, welche Unmengen an Verpackungsmaterial beispielsweise bei Fast-Food-Ketten entstünden. Außerdem sei die Reinigung der Boxen, die mit Spülmittel und heißem Wasser verbunden seien auch nicht total emissionsfrei. Deshalb resümiert Pesold über das Konzept: "Ich glaube, das ist keine Lösung für mich."
Auch Ernst Maler, der Obermeister der Metzgerinnung Schwandorf, führt den logistischen Aufwand als gewichtigen Nachteil an: "Wie soll die Lagerhaltung vonstatten gehen?" Außerdem hat er "hygienetechnische" Bedenken: "Man weiß ja nicht, wo die Leute ihre Boxen rumziehen; vielleicht nehme sie sie als Hunde- oder Katzennapf her." In der Lebensmittelbranche sei es einfach schwierig auf Verpackungen zu verzichten. Auch von "Ersatzverpackungen aus essbaren Sachen oder Holz" hält Maler nicht viel.
"Sensible Produkte"
Mit Verpackungen in einer anderen Größenordnung muss sich das Unternehmen Wolf Wurstspezialitäten befassen. "Das ist ein spannendes Thema, das uns als Unternehmen schon länger beschäftigt - insbesondere im Bereich Verpackungen von SB-Artikeln, also Wurst und Fleisch, die es im Kühlregal im Supermarkt abgepackt zu kaufen gibt", erklärt Marketing-Leiterin Sybilla Spitzer auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien.
Unter anderem habe die Firma Projektgruppen ins Leben gerufen, "die bereits intensiv an den Möglichkeiten von Monoverpackungen arbeiten - das sind Verpackungen aus nur einer Sorte Plastik, die recycelbar sind". Grundsätzlich müsse jedoch bei allen Verpackungsalternativen für so sensible Produkte wie Fleisch und Wurst die Lebensmittelsicherheit jederzeit umfassend gewährleistet sein.














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