17.07.2021 - 21:48 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Mobiles Impfzentrum in Schwandorf brennt aus

Nach einem technischen Defekt ging Samstagabend das mobile Impfzentrum in Flammen auf, das vor dem Schwandorfer Globus-Markt stand. Es wurde niemand verletzt, der Impfcontainer brannte aber total aus. Der Markt wurde komplett evakuiert.

von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Vier Feuerwehren aus der Umgebung mit 50 Kräften eilten kurz vor 19 Uhr zum Globus-Markt, über dem eine große, grau-schwarze Qualmwolke aufstieg. Doch nicht das Warenhaus war betroffen, sondern der in der Nähe des rechten Globus-Haupteingangs abgestellte Container, den die Schwarzenfelder Johanniter dem Landkreis für dessen mobile Impfaktion zur Verfügung gestellt hatten.

Unter den Augen des Schwandorfer Stadtbrandinspektors Klaus Brunner bekämpften vornehmlich die Männer der Wackersdorfer Wehr den Brand des fahrbaren Containers, da sie über zwei Löschfahrzeuge verfügten, die Wasser geladen hatten. Mit einem speziellen Wasser-Schaumgemisch wurde das lichterloh brennende Gefährt bespritzt, in dem viel Kunststoff in Flammen aufging – daher auch der dunkle Qualm. Die Feuerwehrleute an vorderster Front schützten sich mit Atemgeräten, um die giftigen Dämpfe nicht einatmen zu müssen.

Die Flammen aus dem Container verrußten auch die Globus-Fassade, aber ein Übergreifen des Feuers auf das große Gebäude wurde von der Wehr verhindert. Vorsichtshalber ließ der stellvertretende Globus-Leiter Ingo Hager den kompletten Markt räumen. Alle Beschäftigten und alle Kunden mussten das Gebäude verlassen, was ohne größere Panik und recht zügig vonstatten ging. In wenigen Minuten war der Globus menschenleer. Die Evakuierten versammelten sich auf dem Parkplatz in sicherer Entfernung und beobachteten die Löschvorgänge. Bitter für die Einkaufenden: Nachdem der Container gegen 19.30 Uhr komplett gelöscht war, durften sie nicht mehr ins Geschäft. Alle Einkaufswägen mussten bei der Räumung stehen bleiben und wurden später von den Globus-Beschäftigten wieder ausgeräumt. Eine Frau klagte stellvertretend: "Ich wollte gerade beginnen, meine Einkäufe zu tätigen, als wir raus mussten."

Helmut Kramer eilte als Vertreter der Schwarzenfelder Johanniter an den Brandort und kam gerade an, als die Löscharbeiten zu Ende gingen. Ihm war die Aufregung über den Totalschaden an dem wertvollen Fahrzeug anzumerken. "Wir haben den Container seit einigen Jahren im Einsatz, und nie ist etwas passiert," versicherte er. Er nahm auch Kontakt auf zu seinem Sohn Andreas, dem Ortsbeauftragten des Johanniter-Ortsverbands Schwarzenfeld, der derzeit mit anderen Helfern in Nordrhein-Westfalen die Flutkatastrophe zu bekämpfen hilft. Der Schaden dürfte ungefähr 100 000 Euro betragen.

Sichtlich mitgenommen war auch der Impfarzt Dr. Richard Bugl, der den Brand als erster bemerkt hatte. Bugl und sein mobiles Impfteam hatten Freitag und Samstag mit ihrem niedrigschwelligen Impfangebot zahlreiche Menschen vor oder nach dem Einkauf für den "Piecks zwischendurch" gewinnen können. "Am Freitag waren es 100, am Samstag über 140," berichtete Bugl von der enormen Nachfrage. Als er und sein Team am Samstag die Arbeit beendet und den Container verlassen hatten, bemerkte Bugl ein Flackern der LED-Beleuchtung außen am Gefährt. Er schloss es also noch einmal auf, um die Sicherungen im Container zu überprüfen. Da bemerkte er, dass ein technischer Defekt in der Heizung unter den Sitzen Flammen erzeugte. Danach dauerte es nur einige Augenblicke, bis der Container zu brennen anfing. Erste Löschversuche blieben erfolglos. Erst die alarmierte Wehr konnte den Brand in Griff bekommen.

Vor Ort befanden sich auch Landrat Thomas Ebeling und Manuel Lischka, der stellvertretende Pressesprecher des Landratsamts. Der Landkreis hatte den Container für sechs Wochen von den Johannitern angemietet. Umso bitterer, dass dieses mobile Impfzentrum bereits am zweiten Tag seines Einsatzes zerstört wurde.

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"Wir haben den Container seit einigen Jahren im Einsatz, und nie ist etwas passiert."

Helmut Kramer, Johanniter Schwarzenfeld

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