11.07.2018 - 16:13 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Musikschule künftig städtisch

Künftig ist die Stadt der Taktgeber. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses beschließen die Mitglieder, dass es eine städtische Musikschule geben soll.

von Christopher Dotzler Kontakt Profil

(doz) Das kommt nicht überraschend. Denn im Vorfeld der Sitzung am Montag gab es bereits Mitte Juni im Rathaus ein interfraktionelles Gespräch mit den beiden Bürgermeisterinnen und den Fraktionssprechern des Stadtrates sowie Vertretern der Musikakademie Schwandorf und der Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung. Thema war die Grundsatzfrage, ob die Stadt musikalische Bildung als kommunale Aufgabe anerkennt. Die Gesprächsteilnehmer haben sich einmütig dafür ausgesprochen - und deshalb landete das Thema nun im Hauptausschuss. Derzeit wird die musikalische Bildungsarbeit von der Musikakademie Schwandorf in privatrechtlicher Trägerschaft der Konrad-Max-Kunz-Fördervereinigung geleistet.

CSU-Fraktionsvorsitzender Andreas Wopperer erklärte: "Die städtische Musikschule ist ein gutes Element zur Bereicherung des bereits breitgefächerten Bildungsangebots in Schwandorf." Franz Schindler (SPD) freut sich, dass ein Projekt, das schon sei längerem auf der Wunschliste seiner Partei steht, nun umgesetzt wird. Auch die anderen Fraktionssprecher äußerten sich ausschließlich positiv zum Thema städtische Musikschule. Sie erklärten aber auch übereinstimmend, dass die Standortfrage eine wichtige sein wird. Schindler schlug das Konventgebäude gegenüber der Gerhardingerschule vor und erklärte, dass man diese Möglichkeit bei der Erstellung des Konzepts berücksichtigen solle. Außerdem forderte der SPD-Fraktionsvorsitzende, dass die Lehrkräfte in der städtischen Musikschule "ordentliche Bedingungen haben und nicht ausgebeutet werden".

Hohe Förderung möglich

Nicht nur die Schüler waren Thema im Hauptausschuss, sondern auch die Mädchen und Buben der Kinderkrippen und -gärten. Die Stadt Schwandorf hat eine Bedarfsermittlung vorgenommen - außerplanmäßig. Denn momentan könnte Schwandorf von der guten Investitionskostenförderung durch den Bund und den Freistaat (etwa 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten) profitieren. Die Erhebung hat ergeben, dass fünf Kindergartengruppen mit je 25 Betreuungsplätzen sowie fünf Kinderkrippengruppen mit je zwölf Betreuungsplätzen neu errichtet werden müssten.

Inwieweit für den von der Kirchenstiftung Herz Jesu nach Ablauf des Kindergartenjahres 2019/2020 aufgegebenen Kindergarten Herz Jesu ein Ersatzbau mit drei Kindergartengruppen erforderlich wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Eine Übernahme des Kindergartengebäudes und -geländes durch die Stadt Schwandorf wird aktuell im Bistum Regensburg geprüft.

Als nächste Schritte wären für die zusätzlichen Krippen- und Kindergartengruppen zunächst die Suche nach einem geeigneten Standort sowie der Erwerb der in Betracht kommenden Grundstücke erforderlich. Danach sollte die Suche nach geeigneten Trägern erfolgen. Dabei gilt: Die Zeit drängt. Denn die Antragstellung muss für das Sonderförderprogramm bis 31. August 2019 mit allen Unterlagen erfolgt sowie das Bauvorhaben bis 30. Juni 2022 vollständig abgewickelt sein. Im Hauptausschuss ging es lediglich darum, den Bedarf anzuerkennen und die Schaffung der Betreuungsplätze zu empfehlen.

Schneller Deutsch lernen

Auch was eine ESF-geförderte Übergangsklasse in gebundener Ganztagsform angeht, hat das letzte Wort der Stadtrat. Ab dem Schuljahr 2018/19 soll es eine solche an der Grund- und Mittelschule Kreuzberg geben. Das Bayerische Staatsministerium will die bisherigen Übergangsklassen - also jene, die Schüler besuchen, die kein Deutsch sprechen - neu konzipieren und weiterentwickeln. Ziel des Projektes ist es, dass der Verbleib in der Übergangsklasse verkürzt werden kann und möglichst viele der in den gebundenen Übergangsklassen geförderten Schüler zum darauffolgenden Schuljahr in den reguläres deutschsprachigen Unterricht wechseln und einen Schulabschluss erreichen können. Dafür gibt es eine Förderung von 26 500 Euro. Die Stadt als Schulaufwandsträger muss sich aber dazu bereiterklären, die zusätzlich für den Ganztagsbetrieb anfallenden Kosten zu tragen sowie Eigenmittel von 5500 Euro für die Ganztagsklasse für jedes Schuljahr einzubringen.

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