31.03.2020 - 18:57 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Nachgefragt: Wohin mit Stoffspenden und selbstgenähten Schutzmasken?

Ein neuer Freizeit-Trend hat den Landkreis Schwandorf erreicht. Er macht Spaß und ist auch noch wertvoll für die Allgemeinheit: Mundschutz nähen. Eine BRK-Mitarbeiterin klärt Fragen zur Sicherheit und zur Material-Abgabe.

Selbstgenähter Mundschutz kann auch süß aussehen.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil
Handy, Geldbeutel, Schlüssel, Mundschutz - viele gehen nicht mehr ohne aus dem Haus.

Die Welle der Solidarität ist beeindruckend. Auf den Aufruf des BRK-Kreisverbands Schwandorf, Schutzmasken selbst zu nähen, haben sich zahlreiche Gruppen gebildet. "Das ist ganz, ganz toll", ist Bianca Scherer, Abteilungsleiterin für den sozialen ambulanten Dienst, begeistert. Wie viele es genau sind, kann Scherer gar nicht sagen. "Viele auf jeden Fall." Sowohl bestehende Zusammenschlüsse, wie Obst- und Gartenbauvereine oder Nähkreise, als auch Fremde haben sich untereinander vernetzt und nähen, bis die Nadeln rauchen. "Langsam trudeln die ersten Masken ein", erzählt Scherer. Sie gehen an die Mitarbeiter des BRK, zum Beispiel im Pflege- und Hauswirtschaftsbereich oder an die Fahrer, die "Essen auf Rädern" nach Hause bringen. Die Stoffmasken dienen aber nur dazu, den Bestand an Einweg-Masken zu strecken. Der Auswurf beim Husten oder Sprechen wird durch das Tragen minimiert. Scherer betont aber nochmals deutlich, dass die selbstgenähten Masken nicht mit den Einweg-Masken zu vergleichen sind. Sie können lediglich bewirken, dass das Gegenüber nicht durch Tröpfcheninfektion angesteckt wird.

Scherer betont, dass das BRK keine allgemeine Verteilstation ist. Stoff- oder Gummibänderspenden werden aber sehr gerne angenommen, genauso wie bereits fertige Masken. Diese können beim BRK-Kreisverband in Schwandorf abgegeben werden oder in den örtlichen Einrichtungen des BRK. Sollten es tatsächlich mehr Exemplare werden, als sie für die 650 Mitarbeiter benötigen, werden diese selbstverständlich weitergegeben. "Doch so weit sind wir noch nicht", sagt Scherer.

Viele Bürger würden sich gerne einbringen und fänden durch das Nähen eine sinnvolle Möglichkeit. Auch kann bei Arzt-, Tierarztpraxen, Physiotherapeuten oder jedem, der weiterhin seinen Beruf ausüben muss, nachgefragt werden, ob man Masken vorbeibringen soll. Generell sei es sinnvoll, zumindest für sich und die Familie Schutzmasken zu nähen. In Österreich zum Beispiel darf man derzeit nur noch mit Mund-Nasen-Schutz außer Haus.

Hinweise des Robert-Koch-Instituts zum Mund-Nasen-Schutz

Menschen aus dem Landkreis Schwandorf nähen für das Allgemeinwohl

Schwandorf
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