16.10.2019 - 15:58 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Oasen für Tiere und Pflanzen

Die Anfragenliste hat bereits eine beträchtliche Länge erreicht. Anna Sperber ist seit 1. Oktober dabei, sie abzuarbeiten. Sie will parallel dazu den Biotopverbund Nordost-Bayern möglichst schnell ins Laufen bringen.

Streuobstwiesen sind ein wichtiger und schnell zu realisierender Naturschutzpart im Biotopverbund Nordost-Bayern der Heinz-Sielmann-Stiftung. Sie eignen sich auch gut zum Beweiden.
von Irma Held Kontakt Profil

Die Biologin aus Erlangen ist das Gesicht der Heinz-Sielmann-Stiftung vor Ort. Die Leiterin des Biotopverbundes Nordost-Bayern, der sich mit dem Landkreis deckt, visiert für den Start als Impuls drei Projekte an. Voraussetzung sei eine schnelle Umsetzbarkeit, um etwas zum Vorzeigen für die Bevölkerung und Interessierte zu haben. Das sind Kommunen, Unternehmen, Landwirte und Privateigentümer.

Anna Sperber denkt bei zeitnahen, die Vielfalt der Natur fördernden Maßnahmen, unter anderem an die Renaturierung von Fließgewässern, das Aufweiten von Gräben oder das Anlegen von Streuobstwiesen sowie Blühstreifen. In Angriff genommen werden sollen die ersten Projekte im kommenden Frühjahr. Keinen langen Vorlauf oder Genehmigungsverfahren bräuchten Steinhaufen für Insekten, Eidechsen und Igel. Beim Aussäen ein Stück Land brach liegen zu lassen, wäre eine weitere Option.

Anna Sperber ist die Projekteiterin vor Ort. Sie ist gerade dabei ihr Büro an der Bahnhofstraße einzurichten.

Bereits nach der Auftaktveranstaltung zum Biotopverbund im August sei das Feedback positiv gewesen, sowohl von öffentlicher als auch privater Seite. "Ich freu mich, wenn sich die Leute bei uns rühren", animiert die junge Projektleiterin alle, die in Sachen Naturschutz etwas tun wollen. Der Heinz-Sielmann-Stiftung geht es nicht um schnelle vordergründige Effekthascherei. "Wir wollen, dass es nachhaltig ist und langfristig was bringt", formuliert die Biologin eine Maxime. Für Schwandorf und den Biotopverbund heißt das: "Wir sind hier nicht nur für kurz." Die auf den Tierfilmer Heinz Sielmann zurückgehende Stiftung scheut sich nicht, größere Projekte anzustoßen, wenn sie eine Machbarkeitsstudie für umsetzbar hält.

Im Bodenseegebiet - kommt Anna Sperber auf den Verbund zu sprechen, der seit 15 Jahren besteht und auf den Landkreis Ravensburg ausgeweitet wurde - seien viele Weiher angelegt worden. Das ist ihren Worten nach hier nicht so notwendig, "weil es viele Teiche gibt". Da könne man eher über eine Verbindung zwischen Gebieten nachdenken.

Was die Sielmann-Stiftung im Landkreis initiieren werde, sei eine extensive Beweidung. Für Feuchtgebiete eigneten sich Rinder. Zur Beweidung, so Anna Sperber, lägen ihr bereits Anfragen von Landwirten vor. Am Bodensee seien auch Wasserbüffel angesiedelt worden. Darüber hinaus zählen Schafe und Ziegen zu Weidetieren. Da die Tiere unterschiedlich fressen, spiele der Boden und die Lage der Flächen eine große Rolle. Der Vorteil sei, dass sich Beweidung gut mit anderen Maßnahmen kombinieren ließe. Die Biologin erklärt, Streuobstwiesen würden dazu gut passen.

"Hecken sind super wichtig, besonders bei intensiv genutzten Flächen." Sie seien aber zum Start ungeeignet, weil es eine langfristige Anlage sei. "Einen Blühstreifen kann ich über den Winter stehen lassen und nach zwei, drei Jahren wieder wegmachen." Die Stiftung werde auch Projekte öffentlich zeigen, durch Beobachtungsstationen etwa. Doch das ist im neu aufzubauenden Biotopverbund noch Zukunftsmusik. Anna Sperber wird sich jeder Anfrage und Anregung annehmen. Man könne mit kleinen Sachen viel erreichen. Die Heinz-Sielmann-Stiftung trete nicht hier an, um neue Naturschutzgebiete auszuweisen, sondern im bestehenden Netz Trittsteine für die Natur zu legen.

Die Vorstellung des Projektes

Schwandorf
Biotopverbund:

Die Heinz-Sielmann-Stiftung unterhält seit 1. Oktober ein Büro im Haus Bahnhofstraße 15 in Schwandorf. Projektleiterin für den Biotopverbund Nordost-Bayern ist Anna Sperber. Die promovierte Biologin, die ihre Doktorarbeit über Verhaltensbiologie in Madagaskar geschrieben hat, hat bereits im Bereich Wirtschaftsförderung in Göttingen gearbeitet. Zu erreichen ist sie unter Telefon 09431 / 9906 664, 0151 1134 9015, E-Mail anna.sperber[at]sielmann-stiftung.de[dot]Weitere Informationen www. sielmann-stiftung.de

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