16.09.2020 - 09:29 Uhr
SchwandorfOberpfalz

ÖDP fordert Annahme-Stopp für Müll aus atomaren Anlagen

Der Widerstand gegen die Verbrennung von freigemessenem Müll aus atomaren Anlagen in Schwandorf wächst: Auch bei der Bezirksversammlung der ÖDP gibt es die Forderung nach einem sofortigen Annahme-Stopp.

BüfA-Sprecherin Petra Fielbeck fordert vom Zweckverband den sofortigen Annahme-Stopp für freigemessenen Müll aus atomaren Anlagen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Das „Bündnis für Atomausstieg und erneuerbare Energien“ fordert vom Zweckverband Müllverwertung Schwandorf (ZMS) den sofortigen Annahme-Stopp für freigemessenen Müll aus atomaren Anlagen.

Seit zwei Jahren verbrennt das Schwandorfer Müllkraftwerk Material aus dem Rückbau des Atomkraftwerks Grafenrheinfeld, obwohl dieses, laut Petra Fielbeck weit außerhalb des Verbandsgebietes liege. „Wie deckt sich diese Tatsache mit der Aussage des Betreibers, wegen hoher Auslastung keinen Gewerbemüll außerhalb des Verbandsgebietes annehmen zu können“, fragte die Sprecherin des „Bündnisses für Atomausstieg und erneuerbare Energien“ bei der ÖDP-Bezirksversammlung in der Oberpfalzhalle.

Sollte der Zweckverband Müllverwertung Schwandorf langfristige Lieferverträge abgeschlossen haben, müssten die Verbandsräte darauf hinwirken, „dass radioaktiv belastete Filterstäube und Schlacke adäquat behandelt und sicher gelagert werden“.

Auch SPD fordert Annahmestopp

Schwandorf

ÖDP-Kreisvorsitzender Alfred Damm vermisst „jene Transparenz, die der Zweckverband immer wieder propagiert“. Weder auf das Homepage noch in den Medien habe die Öffentlichkeit von der Verbrennung des Mülls aus dem Atomkraftwerk Grafenrheinfeld erfahren. „Wir sind der Meinung, der Abfall sollte nicht verbrannt werden, sondern bleiben, wo er ist, bis eine Lösung für die Endlagerung gefunden ist“, so der Kreisvorsitzende.

Der frühere ÖDP-Landesvorsitzende Bernhard Suttner stellte das Konzept für eine „soziale und ökologische Umwandlung des Freistaates Bayern“ vor und machte deutlich: „Nach der Corona-Krise kann es keine Rückkehr zur vorherigen Normalität geben“. Der Referent für Erwachsenenbildung wünscht sich einen breiten Konsens in der Bevölkerung zur „Einleitung eines zukunftsfähigen Wandels“.

CWG/FDP ebenfals gegen Verbrennung

Schwandorf

Die „Bayerische Akademie ländlicher Raum e.V.“ vertrete die Auffassung, so der Politologe, dass die derzeit praktizierte Wirtschaftsweise die Reproduktionskapazitäten der Ökosysteme überschreite und so die Substanz aufzehre. Gemeinsam mit dem Landeskomitee der Katholiken in Bayern, der Initiative Friday-for-Future, der Jesuitenmission Nürnberg und dem Bund Naturschutz fordert die Akademie vom Landtag und der Bayerische Staatsregierung, eine Systemänderung einzuleiten und mit einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen den Klima-, Arten- und Flächenschutz zu forcieren.

Bernhard Suttner zitierte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU), der die Meinung vertrete: „Die Corona-Krise ist ein Weckruf an die Menschheit, mit Natur und Umwelt anders als bisher umzugehen“. Die Mitglieder wählten die Delegierten für den Bundesparteitag der ÖDP vom 18. bis 20. September in Suhl.

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