25.08.2020 - 10:31 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Rapper mit Herz, Hirn und Botschaft

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Corona hat dem Rapper Felix Merl einen Strich durch die Rechnung gemacht, was Auftritte anbelangt. Aber es hat seine Kreativität angestachelt. Sein Song "Viva Coronia" hat fast 300 000 Spotify-Clicks gesammelt, wie er im Interview verrät.

Das Cover der neuen EP "+49". Sie wird am 11. September veröffentlicht. Im Vorfeld dazu hat Rapper Felix Merl alias FEEL.ikx mit Oberpfalz-Medien über sein neuestes Projekt gesprochen, das acht Songs präsentieren wird.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Der in Leonberg (Stadt Maxhütte-Haidhof) ansässige Deutsch-Rapper Felix Merl (28), alias FEEL.ikx, liebt es, in seine Musik popkulturelle Verweise auf Bücher, Alben und Filme einzubauen, die ihn berührt oder geprägt haben. Der Gruppenpädagoge für schwer erziehbare Jugendliche nutzt die Musik als Ausdruck seiner Emotionen, um Druck abzubauen oder aber auch auf gesellschaftliche Missstände hinzuweisen. Die Songs von FEEL.ikx sind oft sehr persönlich und beschäftigen sich mit Themen wie Liebe, Freundschaft und Familie. „Ich möchte mit meiner Musik andere Menschen erreichen und sie zum Nachdenken anregen, ihnen aber auch Kraft und Mut geben,“ heißt es in einem Statement des Musikers.

Von einigen seiner Stücke gibt es Musikvideos, die auf YouTube zusammen bereits über 137 000 Aufrufe aufweisen können. Auch auf Spotify gibt es bemerkenswerte Zahlen: „Viva Corona“ kratzt dort beispielsweise an der 300 000-Clicks-Marke. Nun hat Felix Merl eine neue EP fertig, die Mitte September präsentiert wird. Eine EP (Extended Play) ist zwischen Single und Album (LP) einzuordnen. Sie wird auch oft als Mini-Album bezeichnet.

ONETZ: Reden wir mal über die neue EP „+49“ (mit englischer Aussprache: Plus Fortynine). Was bedeutet der Titel?

Felix Merl: +49 ist die Mobilvorwahl für Deutschland. Der Titel findet sich auf dem Cover der EP als kleiner Aufdruck in Nintendo-mäßiger Schrift auf meinem T-Shirt.

ONETZ: Wieviel Stücke sind auf der neuen EP?

Felix Merl: Insgesamt sind es acht Lieder, die zwischen 2‘03 und 3‘34 Minuten lang sind. Sie heißen „Movies“, „Malboro“, „Viva Coronia (Extended Version)“, „Monarchie“, „Kodex (feat. Sabine Sachse)“, „+49“ (feat. MOY), „Bad Habits“ und „Roman“, ein sehr leidenschaftlichen Song über einen drogensüchtigen Freund. Sabine Sachse („Kodex“) ist eine Sängerin aus Bad Abbach, mit der ich schon lange zusammenarbeite. MOY („+49“) wiederum ist ein Regensburger Sänger, der Soundeffekte mit der Stimme machen kann. Ich singe die Lieder hauptsächlich auf Deutsch, aber ich benutze auch immer wieder Anglizismen.

ONETZ: „Viva Coronia“ gibt es ja schon in einer kurzen Fassung von 1‘31 Minuten. Was ist anders an der neuen Version?

Felix Merl: Zunächst ist sie länger (2‘46 Minuten). Die ursprüngliche Variante ist kurz und knackig, ein Joke-Song. Er wurde auf Spotify bisher knapp 300 000 Mal gespielt! Die neue Version ist etwas politischer und gesellschaftskritischer.

Die kurze Fassung von Felix Mertels "Viva Coronia"

ONETZ: Hast du ein Konzept für diese EP?

Felix Merl: Ja, ich habe für jedes meiner Alben ein Konzept. Beim Vorgänger „Indianerehrenwort“ war es das Prinzip der sozialen Kreise, es ging um die Menschen, die du liebst, von großen Kreisen zu kleineren. Diesmal steht das Digitale im Vordergrund. Das geht schon los mit „Movies“, mit Querverweisen auf die Filmindustrie, weil das auch zu Popkultur und dem digitalen Zeitalter passt. Die EP fängt härter an, nach den ersten vier Songs wird’s dann ruhiger. Die ersten Songs hau‘n dir in die Fresse, „Kodex“ mit Sabine Sachse hat hingegen eine sehr positive Message. Im Titeltrack „+49“ habe ich außerdem einen Rückverweis auf das Vorgängeralbum „Indianerehrenwort“ untergebracht, als Brücke von einem zum nächsten Projekt. Außerdem geht es darin auch um das unterwegs Sein.

ONETZ: Wo entstehen deine Lieder?

Felix Merl: Ich mache alle meine Songs hier bei mir zu Hause. Ich könnte natürlich in ein anderes Studio gehen, das dann vielleicht eine ein bisschen bessere Soundqualität hat. Aber ich fühle mich hier am wohlsten und freiesten und habe hier die besten Ideen. Mein Soundingenieur sagt eh zu mir, ich hätte eine viel besser Rohqualität als alle anderen Rapper, die er abmischt.

ONETZ: Und wer schreibt die Texte?

Felix Merl: Ich schreibe alle Texte selbst. Sabine schreibt manchmal auch selbst Texte, aber im Fall von „Kodex“ habe ich auch ihren Text geschrieben – weil ich eine klare Vorstellung hatte, wie sich der ganze Song aufbauen soll. Die französischen Textteile in „+49“ singt MOY (eigentlich: Guerschon Moise). Ich habe Reime ausformuliert, die ich cool gefunden habe; dann haben wir uns zusammengesetzt, und er hat es sinngemäß ins Französische übersetzt.

ONETZ: Wie oder wo kann man diese acht Stücke hören, wenn man Interesse daran hat?

Felix Merl: Der Titelsong „+49“ kommt am Erscheinungstag der EP, also am 11. September 2020, auf Youtube raus. Den haben wir aufwändig produziert, unter anderem in Schwandorf, damit ein wirklich schönes Video mit einer schönen Story entsteht. Die EP selbst wird es diesmal leider nicht in CD-Form geben, aber überall digital: Also Spotify, Apple Music, Deezer, auf jedem Streaming-Dienst.

ONETZ: Gibt es noch einen weiteren Unterschied zum letzten Album?

Felix Merl: Ja, „Indianerehrenwort“ habe ich 2019 in Eigenregie herausgebracht. Diesmal geht es über eine Zusammenarbeit mit iGroove, das ist ist eine unabhängige Musikvertriebsplattform, und über den Starterdeal von Wolfpack Entertainment, einem Berliner Plattenlabel.

Felix Merl lebt für die Musik. Als Feel.ikx hat er es zu einer gewissen Bekanntheit gebracht

Leonberg
Deutsch-Rapper FEEL.ikx im Interview: "Die EP fängt härter an, nach den ersten vier Songs wird’s dann ruhiger."
Hintergrund:

FEEL.ikx ist ein Rapper aus Leonberg (Stadt Maxhütte-Haidhof). Seit 2008 macht er Musik und hat neben mehreren Singles, EPs und einem Mixtape bereits drei Alben veröffentlicht. Sein aktuelles Album ist „Indianerehrenwort“ vom Dezember letzten Jahres, am 11. September 2020 erscheint seine neue EP „+49“ via Wolfpack Entertainment. Auf der EP kombiniert er State-of-the-Art-Sound mit seiner eigenen Idee von Hip-Hop.

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