04.03.2020 - 20:25 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sachwalter für soziale Themen

Als soziales Gewissen vor Ort bezeichnet sich die Linke und als dieses will sie in Stadtrat und Kreistag einziehen. Ein Hauptthema ist die Wohnungsnot. Doch die Partei hat mehr Defizite ausgemacht.

Mit dem Fraktionsvorsitzenden der Linken, Dietmar Bartsch, erhielten Uschi Maxim und Eva Kappl (von links) Wahlkampfhilfe von ganz oben. Er stellte sich auch den Fragen der Zuhörer. Mit im Bild Kreisvorsitzender Marius Brey (rechts).
von Irma Held Kontakt Profil

Die Linke hat sich für den Kommunalwahlkampf prominente Unterstützung geholt,den Fraktionsvorsitzenden im Bundestag Dietmar Bartsch. Dieser tourt einen Tag lang durch die Oberpfalz. Und er unterstützt bei einer Veranstaltung am Mittwochabend im Café Lawendls die örtlichen Spitzenkandidaten Uschi Maxim (Stadtrat) und Eva Kappl (Landratskandidatin) - aus Überzeugung. "Wenn man ein Haus baut, braucht man ein Fundament". Das ist seiner Auffassung nach ihn die kommunale Ebene, denn: "Politik wird nicht zuallererst im Bundestag gemacht."

Er sei nicht so blauäugig, dass seiner Partei gleich Mehrheiten beschieden werden. Doch er würde sich freuen, wenn das "soziale Gewissen" nach der Wahl am 15. März in Stadtrat und Kreistag vertreten wäre, um Finger in Wunden zu legen. Zum Beispiel bei bezahlbarem Wohnraum. Sowohl Eva Kappl als auch Uschi Maxim fordern Wohnbaugesellschaften in Schwandorf und im Kreis. Desgleichen gehöre Gesundheit in die öffentliche Hand. "Warum erwarten wir von Krankenhäusern, dass sie schwarze Zahlen schreiben? Wir erwarten auch nicht von der Feuerwehr, dass sie Profit macht. Sie ist da, um zu helfen", sagt Eva Kappl.

Bartsch pflichtet dem bei. Er mache in schöner Regelmäßigkeit die Erfahrung, dass bei Sozialmaßnahmen sofort nach der Finanzierbarkeit gefragt werde, auch bei der Grundrente. "Ein vernünftiges Vorhaben", für das es noch immer keinen Gesetzentwurf gebe. Aus Klimaschutz- und sozialen Gründen stehe bei der Linken der ÖPNV oben auf der Agenda. "Wohnungen gibt es im ländlichen Raum, aber keine Möglichkeit für Menschen, die kein Auto haben, von dort wegzukommen", so Uschi Maxim.

"Ich komme aus Vorpommern, ich weiß, was eine ländliche Region ist", ergänzt der 61-Jährige. Ein Defizit lernt in der ländlichen Oberpfalz schnell kennen: "Telefonieren ist schwierig." Das Mobilfunknetz sei noch etwas schlechter als in Albanien. Dabei wäre jetzt der richtige Zeitpunkt zu investieren, auch in die Schiene zum Beispiel, statt auf der schwarzen Null zu beharren. Es müsse ebenso über das Steuersystem aus dem vergangenen Jahrhundert nachgedacht werden. Wenn sich in Merkels Amtszeit die Vermögensmillionäre und im Gegenzug die Kinder in Armut verdoppelt hätten, sei das ein Beleg, "dass wir etwas falsch machen", ist sich Dietmar Bartsch sicher.

Telefonieren ist schwierig. Das Netz ist etwas schlechter in der Oberpfalz als in Albanien.

Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag

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