02.08.2020 - 15:24 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorf ist ab jetzt Kulturstadt

Mit einem Scherenschnitt eröffnet Oberbürgermeister Andreas Feller am Samstag den Kulturpavillon und damit das Kulturstadtjahr in Schwandorf. Corona, der Hitze und einer Blechlawine ist es geschuldet, dass dies fast unbemerkt passiert.

Oberbürgermeister Andreas Feller eröffnete mit einem gekonnten Schnitt das Kulturstadtjahr. Der Kulturstadt-Pavillon ist jeweils ab Mittwoch geöffnet.
von Irma Held Kontakt Profil

Im Zentrum der Kreisstadt geht am späten Samstagvormittag alles seinen gewohnten Gang. Stoßstange an Stoßstange wälzen sich die Autos durch die Innenstadt. Geparkt wird auch dort, wo es nicht erlaubt ist. Auf dem unteren Marktplatz findet der Wochenmarkt statt. Alles wie gehabt - fast. Neben einem Gemüsestand macht die Band "St. Johnny" aus Pilsen Musik. Und auf dem oberen Marktplatz in einer Randlage zwischen gelbem Container und Freisitzen des Schmidt-Bräus greift Oberbürgermeister Andreas Feller zum Mikrofon.

Er wird wenig später den Kulturstadt-Pavillon und gleichzeitig das Kulturstadtjahr eröffnen. Wie wichtig die Freundschaft zwischen Bayern und Böhmen sei, zeige eine Delegation aus der Partnerstadt Sokolov, sagt er. Auch die Anwesenheit von Kultur-Bürgermeister Alexander Fuchs aus Wunsiedel, des Präsidenten des Oberpfälzer Kulturbundes, Altlandrat Volker Liedtke, sowie des stellvertretenden Landrats Richard Tischler unterstreiche diese Bedeutung. Das CeBB, zusammen mit der Stadt Organisator des Kulturstadtjahres, ist vollständig vertreten, dafür wohnen nur zwei Stadträte der Eröffnung bei.

Verbinden statt trennen

Richard Tischler sieht in der Wahl Schwandorfs zur Kulturstadt 2020 die Anerkennung für die vielen kulturellen Höhepunkte in der Stadt und im Landkreis. Er dankt für die wertvollen Ideen zu dem ursprünglich breit angelegten Programm. Eine große Eröffnungsfeier mit Pavillon-Taufe Ende März ist ebenso wie ein Teil der Veranstaltungen der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. "Vieles verbindet uns mit den tschechischen Nachbarn." Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs hat für den stellvertretenden Landrat die Grenze keine trennende Funktion mehr. Aus Nachbarländern würden Partnerländer. Er wünsche den Veranstaltungen viele Besucher.

Der Bürgermeister für Kultur der Stadt Wunsiedel - Kulturstadt Bayern-Böhmen 2021 - in Vertretung von Bürgermeister Nicolas Lahovnik rückt Dolmetscherin Sarka Kuthanova in den Fokus. "Denn Übersetzung ist die wichtigste Form, durch die Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen, mit einander in Beziehung treten." Die Grenze als Symbol der Trennung sei zu überwinden wie auch die Corona-Krise überwunden werde. "Ich wünsche den Grenzregionen, dass sie ein Raum der Begegnung und des Austausches werden. "

Kein Ausschank, wenig Besucher

Richard Brunner, Vorstandsmitglied im Verein Bavaria Bohemia heißt zunächst die tschechischen Besucher in deren Muttersprache willkommen. Sonne, Musik, viele Gäste: Er spricht von einem schönen Start. Das CeBB in Schönsee nennt er den "Motor für grenzüberschreitende Kultur und Begegnungen". Dort werde tolle Arbeit geleistet. Die offene Grenze schätze er jeden Tag und als die Grenze wegen Corona zu war, "hat man gemerkt was fehlt". Richard Brunner ist Leiter der IHK-Geschäftsstelle Cham. Mit dem Freundschaftsfest werde gezeigt, "dass wir zu dieser Nachbarschaft stehen. Lassen Sie sich anstecken von der Musik."

Die Vorstellung von Pavillon und Programm

Schwandorf

OB Andreas Feller macht mit einem Schnipp durch das Band um den Kulturstadt-Pavillon die Eröffnung klar. Der Container dient als Anlaufstelle, aber auch als Veranstaltungsort. Dort gibt es Tipps und Informationen zu Ausflügen, Touren und Sehenswürdigkeiten diesseits und jenseits der Grenze. Die Ehrengäste brechen zu einem Rundgang auf. Musik am Pfleghof, auf dem unteren Marktplatz und an der Breite Straße soll der Eröffnung den Charakter eines Straßenfestes verleihen. Leider, bedauert CeBB-Leiterin Veronika Hofinger, sei eine Bewirtung nicht möglich. Ein Ausschank wäre nur mit vielen Auflagen realisierbar gewesen. Sitzgelegenheit gibt es nicht, auch Stehtische nicht. So spielen die Musiker vor wenig Publikum. Die Hitze tut dazu ihr Übriges. Die ursprünglich geplante Eröffnungszeremonie wäre nicht so bescheiden verlaufen.

Eine Bilderausstellung des Viechtachers Herbert Pöhnl unter dem Titel "Begegnungen" bereicherte die Eröffnung visuell.
" Ohrange" aus Regensburg unterhielt vor dem Pfleghof.
Im Blickpunkt:

Programm im August

  • Matinee am Samstag, 8.,15. und 22. August, 10 bis 12 Uhr am Kulturstadt-Pavillon
  • Kunst und Kultur auf Rädern mit dem Juku-Mobil Fichtelgebirge, Freitag, 21. August, 14 bis 18 Uhr, Adolph-Kolpimg-Platz. Anmeldung unter Telefon 09431/43336. Teilnahme kostenlos
  • Straßenkunst, Graffiti-Workshop am 29. und 30. August, Adolph-Kolping-Platz. Anmeldung per E-Mail: David.Bender[at]cebb[dot]de. Teilnahme kostenlos
  • Das zweisprachige Programm liegt unter anderem im Kulturstadt-Pavillon aus und ist unter www.bbkult.net zu finden.

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