07.03.2021 - 10:52 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Schwandorfer Gleichstellungsbeauftragte warnt vor Rolle rückwärts zu alten Mustern

Die alten Rollenbilder sind nicht vom Tisch. Corona wirkt hier wie ein Brennglas und macht klar: Nicht nur beim Gehalt von Frauen liegt einiges im Argen. Gleichstellungsbeauftragte Helga Forster weiß, wo es hakt.

Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Helga Forster, hier vor einem Transparent zum Weltfrauentag, warnt davor, die Benachteiligung von Frauen aus dem Blick zu verlieren.
von Externer BeitragProfil

Seit über 20 Jahren findet am 8. März mit großem Zuspruch eine Veranstaltung zum Internationalen Frauentag statt. Dieses Jahr ist alles anders – Veranstaltungen sind derzeit nicht möglich. Und doch wollen Organisationen, Behörden und Politiker zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises auf die Geschichte des Frauentags und die aktuellen Themen und Problemlagen aufmerksam machen.

Der Internationale Frauentag, der aus den Reihen der Gewerkschaften ins Leben gerufen wurde, hat eine lange Tradition. Aktuell trifft die Corona-Krise Frauen besonders hart. Und 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts ist das deutsche Parlament so männlich wie seit 20 Jahren nicht mehr: Nur ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen. Die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, Helga Forster, weiß: "Wer für die Gleichstellung von Frauen und Männern eintritt, braucht einen langen Atem, das fällt manchmal schwer.“ Solange die Frauen in Deutschland schlechter bezahlt werden als Männer, sie zu wenig in Führungspositionen und in den Parlamenten präsent sind, sie Rechtspopulismus mit seinem rückständigen Frauenbild sie in enge Schranken weisen möchte und sie häufig Opfer von häuslicher Gewalt sind, solange müssten sie "dranbleiben" mit ihren Forderungen.

Gerade die Corona-Pandemie zeige wie unter einem Brennglas die fortdauernden strukturellen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Der Lockdown berge Konfliktpotential. Das vergangene Jahr habe vor allem den Frauen viel abverlangt. "Sie haben in systemrelevanten, oft schlecht bezahlten Berufen im Krankenhaus, auf der Intensivstation, im Pflegeheim und an der Supermarktkasse für die Grundversorgung unserer Gesellschaft während der Krise gesorgt." Und gerade Frauen hätten den Ausfall von Bildungs- und Betreuungsangeboten zu kompensieren müssen – angesichts des Gehaltsgefälles nur folgerichtig.

Man vermutet, dass die Folgen vermutlich noch lange nachwirken werden.

Für Helga Forster droht mit Blick auf Kinderbetreuung und der Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen ein Roll-back hin zu alten Mustern und traditionellen Familienbildern. Statt Anerkennung und Applaus fordert sie für die Frauen eine gerechtere Entlohnung und bessere Rahmenbedingungen um Beruf, Familie und Pflege zu vereinbaren – gerade jetzt.

"Wer für die Gleichstellung von Frauen und Männern eintritt, braucht einen langen Atem."

Gleichstellungsbeauftragte Helga Forster

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