28.08.2018 - 17:07 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Sommer, Sonne, Sonnenstich

Heute bäumt sich der Sommer noch einmal auf. Erstaunlich angesichts der letzten tropischen Wochen: Die Krankenhaus-Notaufnahmen melden nicht mehr Fälle, als in einem "normalen" Sommer. Der Rettungsdienst ist jedoch stärker gefordert.

In die Notaufnahme in Schwandorf kommen im Sommer vermehrt Menschen, die zum Beispiel unter Kreislaufbeschweren, Schwindel oder dergleichen leiden. Meistens kommt das vom Flüssigkeitsmangel oder es sind die Folgen eines Sonnenstichs.

(pjom) Der Sommer neigt sich dem Ende zu, der Herbst kommt in großen Schritten. Die Temperaturen im Sommer 2018 hatten es in sich. Dass sie alles andere als gut für die Gesundheit waren, darüber braucht man nicht zu streiten. Aber wem hat die Hitze eigentlich besonders zu schaffen gemacht? Und welche Beschwerden sind vermehrt aufgetreten? Die örtlichen Krankenhäuser und das Bayerische Rote Kreuz blicken zurück.

Dr. Jochen Spieß, Leiter der Notaufnahme im Krankenhaus Barmherzige Brüder St. Barbara in Schwandorf, kann die Problemfälle, die zu ihm und seinem Team kommen, gemäß der Häufigkeit nach Jahreszeiten ordnen. Kommen im Winter eher Menschen mit Erkältungen oder Lungenentzündungen, so waren das im Sommer vermehrt Menschen, die zum Beispiel unter Kreislaufbeschweren, Schwindel oder dergleichen leiden. "Meistens kommt das vom Flüssigkeitsmangel oder es sind die Folgen eines Sonnenstichs", erzählt Dr. Spieß und beschreibt diese Patienten als überwiegend ältere Leute, die leider zu oft vergessen, genügend zu trinken "Ältere Menschen haben häufig kein so ausgeprägtes Durst-Empfinden mehr wie junge Leute", begründet Dr. Spieß die "Vergesslichkeit". Diese Menschen müssen dann oft auch stationär aufgenommen werden und bekommen Infusionen. Wer dem gerne vorbeugen möchte, der sollte versuchen, sich ans Trinken zu erinnern und laut Dr. Spieß mal auf andere Getränke als Wasser zurückgreifen: "Wichtig ist auch, dass man genügend Mineralstoffe zu sich nimmt, also nicht nur Leitungswasser trinkt, sondern hin und wieder zuckerhaltige Schorlen."

Eine ähnliche Erfahrung machte auch Ärztin Eva-Maria Sitzmann in der Asklepios Klinik in Oberviechtach, denn auch sie verzeichnet nicht mehr Hitze-Patienten als in vergangenen Sommern. Eines ist ihr jedoch aufgefallen: "Es sind viele Leute mit allergischen Reaktionen auf Insektenstiche oder Zeckenbisse zu uns gekommen. Das sind dann aber Menschen jeden Alters - auch viele Kinder." Ebenso wie in Schwandorf kamen auch nach Oberviechtach diverse ältere Leute mit Kreislaufproblemen. "Problematisch ist das dann natürlich, wenn die Personen sowieso schon unter Herzproblemen oder -erkrankungen leiden."

Dass so etwas dann im Extremfall auch zum Herzinfarkt führen kann, das musste Hans-Dieter Kopf, Leiter des Rettungsdienst beim Bayerischen Roten Kreuz im Kreisverband Schwandorf, auch miterleben: "Gott sei Dank hielt es sich mit den Herzinfarkten noch im Rahmen, aber vermehrte Anrufe aufgrund von Beschwerden mit der Hitze gab es schon." Auch dabei handelte es sich überwiegend um ältere Personen mit Kreislaufproblemen. "Oft können die Leute, die uns anrufen nicht einschätzen, ob sie ein Fall für den Notdienst oder doch 'nur' für einen Hausarztbesuch sind", teilt Hans-Dieter Kopf mit und stellt außerdem fest: "Dieses Jahr mussten wir schon öfter ausrücken als sonst, im Vergleich zu anderen Sommern scheint da eine kleine Steigerung stattgefunden zu haben."

Der Rettungsdienstleiter appelliert ebenso wie die Ärzte aus den Krankenhäusern daran, in so heißen Sommern wie diesem mehr zu trinken: "Bei diesen Temperaturen in den letzten Wochen reichen zwei Liter nicht mehr aus, am besten man versucht, etwa vier bis fünf Liter am Tag zu trinken."

Dr. Jochen Spieß, Leiter der Notaufnahme im Krankenhaus Schwandorf.

Bei Temperaturen wie in den letzten Wochen reichen zwei Liter nicht mehr aus. Am besten versucht man, etwa vier bis fünf Liter am Tag zu trinken.

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