15.03.2020 - 22:25 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Souveräner Sieg für Thomas Ebeling

Unangefochten geht Amtsinhaber Thomas Ebeling (CSU) aus der Landratswahl als Gewinner hervor. Trotz fünf Gegenkandidaten holt er 69,4 Prozent. Da lässt er für alle anderen nicht viel übrig.

Thomas Ebeling (links) konnte mit Ehefrau Sina, Pressesprecher Hans Prechtl, der CSU-Fraktionsvorsitzenden Martina Englhardt-Kopf und Kreisrat Thomas Brandl (von links) frühzeitig auf den Wahlsieg anstoßen. Der amtierende Landrat fuhr ein überragendes Ergebnis ein.
von Irma Held Kontakt Profil

Es ist keine Überraschung zu zu erwähnen, dass der 44-jährige Amtsinhaber in allen 33 Landkreisgemeinden unangefochten gewonnen hat und auf etwa 60 Prozent oder mehr kommt. Der Sieg des CSU-Landrats ist nie gefährdet. Als der neue und alte Landrat mit seiner Ehefrau Sina im Landratsamt eintrifft, ist, obwohl noch Ergebnisse von einigen Gemeinden ausstehen, die Wahl gelaufen.

Doch wegen Corona ist die Stimmung getrübt. „Das ist ein überragender Vertrauensbeweis. In dieser Deutlichkeit hätte ich ihn nicht erwartet“, sagt Thomas Ebeling. Bei fünf Mitbewerber wäre für ihn eine Stichwahl die wahrscheinlichere Option gewesen. Der Wähler sehe es so, dass er gute Arbeit geleistet habe. Gespannt sei er auf die Zusammensetzung des Kreistages, „da doch etliche Gruppierungen mehr angetreten sind als noch vor sechs Jahren. Feiern ist in der jetzigen Situation nicht angebracht“. Nach dem gestrigen Wahlabend werde er sich heute nahtlos wieder mit der Corona-Krise beschäftigen. „Das ist jetzt die dringendste Aufgabe“, um die Folgen für kleine Betriebe und Arbeitnehmer möglichst klein zu halten.

Weit abgeschlagen aber mit 10,2 Prozent holt der SPD-Bewerber Peter Wein das zweitbeste und einzige zweistellige Ergebnis. „Das ist kein gutes Ergebnis für die SPD auch wenn wir als Zweitplatzierte vor den anderen liegen.“ Wein steckt den Kopf nicht in den Sand: „Ich bin ein junger Kandidat und lasse mich nicht unterkriegen.“ Es gelte nach vorne zu schauen und das Kreistagsergebnis abzuwarten. Er hätte sich bei sechs Kandidaten durchaus eine Stichwahl vorstellen können.

„Ernüchternd.“ Mit diesem einzigen Wort kommentiert Rudi Sommer, Bündnis 90/die Grünen, den Wahlausgang. „Schade, dass Umwelt- und Klimaschutz nicht punkten.“ Er hoffe auf eine starke Kreistagsfraktion. Sommer lässt durchblicken, dass er sich auch aufgrund des Ergebnisses bei der Jugendwahl mehr aus- und mit einer Stichwahl gerechnet habe. Das Grünen-Ergebnis sei im Vergleich zu 2014 aber besser.

„Ich persönlich bin enttäuscht“, kommentiert Klaus Schuhmacher (AfD) die Landratswahl. Sein Ziel sei es gewesen, etwa zehn Prozent zu holen. Hanau und die Beobachtungen von Teilen der Partei durch den Bundesverfassungsschutz haben seiner Meinung einige Prozentpunkte gekostet. Der Amtsinhaber habe einen Bonus und auch gute Arbeit geleistet.

Gefragt nach ihrer Einordnung des Wahlausgangs lacht Eva Kappl, Linke. „Ich habe nie damit gerechnet Landrätin zu werden. Unser großes Ziel ist der Kreistag sowie die Stadträte von Schwandorf und Burglengenfeld.“ Nach dem Ergebnis der Landratswahl würde es für die Linke, die zusammen mit Piraten und die Partei eine Liste bildet, nach Kappls Worten reichen.

Dieter Jäger, Freie Wähler, ist „nicht unzufrieden. Es ist das erwartete Ergebnis. Thomas Ebeling hat verdient gewonnen.“ Drei Dinge stimmen ihn positiv: „Wir haben die AfD hinter uns gelassen, den Abstand zur SPD drastisch verkürzt und die Bürgermeisterzahl im Landkreis verdoppelt.“

Kommentar:

Fest im Sattel sitzender Landrat

Die Spannung hielt sich in Grenzen. Schafft es Thomas Ebeling auf Anhieb oder muss er in eine Stichwahl? Nur um diese Frage ging es eigentlich bei dieser Landratswahl. Der CSU-Bewerber konnte sie klar beantworten: Mit fast 70 Prozent der Stimmen verbuchte er einen souveränen Wahlsieg für sich und ließ seinen fünf Mitkandidaten nicht den Hauch einer Chance, ihn ins Wackeln zu bringen. Vor sechs Jahren hatte es Ebeling selber erst in der Stichwahl geschafft, gegen die SPD-Kandidatin Marianne Schieder zu gewinnen und damit erstmals die Position des Schwandorfer Landrats für die CSU zu holen. Dieses Mal setzte sich das Debakel für die Sozialdemokraten, die 42 Jahre lang den Chefsessel im Landratsamt inne hatten, fort. Ihr Hoffnungsträger Peter Wein kam gerade noch über zehn Prozent. Was den vier anderen Bewerbern nicht annähernd gelang. Auch Rudolf Sommer nicht, der den momentan bundesweiten Zulauf der Grünen nicht für sich nutzen konnte. Mit 6,1 Prozent bekam er nur unwesentlich mehr als bei seinen voraus gegangenen Kandidaturen.

Wilhelm Amann

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