Erstmals seit vielen Jahren hat der SPD-Kreisverband Schwandorf wieder eine eigene Veranstaltung zum Weltfrauentag auf die Beine gestellt. Die Organisatorin der Veranstaltung und Schwandorfer Stadträtin Karin Frankerl, die auch Vorsitzende der SPD-Frauen in der Oberpfalz ist, konnte dabei hochkarätige Gäste für einen "Mix aus Politik und Kabarett" begrüßen. Neben einem Referat der Gewerkschaftssekretärin und Buchautorin Kathrin Birner von der Gewerkschaft Verdi hielt auch die Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder eine Rede. "Wir zeigen heute, dass wir starke Frauen haben und als Frauen gemeinsam stark sind", appellierte Frankerl.
Den Anfang dazu machte die Ortsvorsitzende der SPD in Nabburg, Stadträtin Lisa Wilhelm, in ihrem Grußwort und zeigte beeindruckend auf, dass es SPD-Frauen, wie etwa Marie Juchacz oder Clara Zetkin gewesen seien, die viel für die Gleichstellung angeschoben hätten.
Als besondere Ehre bezeichnete es SPD-Kreisvorsitzender und Kreisrat Peter Wein in seinem Grußwort, dass mit Inge Faes ein Aushängeschild der Oberpfälzer Kulturlandschaft für die kabarettistische Einlage gewonnen werden konnte. Auch dankte er insbesondere Karin Frankerl für ihr großes Engagement. "Es ist mir eine große Freude, in den kommenden Monaten mit dir gemeinsam Wahlkampf zu führen", sagte Wein als Direktkandidat für den Bayerischen Landtag zu Frankerl, die für den Bezirkstag kandidiert.
Noch immer sei eine Lohnlücke zwischen weiblichen und männlichen Arbeitskräften vorhanden und zu groß, so Kathrin Birner in ihrem Referat. Sie rief die Frauen dazu auf, weiter für ihre Rechte und insbesondere für faire Löhne in den so genannten "Frauenberufen", etwa bei der Kinderbetreuung, zu kämpfen. Zu den aktuellen Streiks bezog sie klar Stellung: "Es sind nicht die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die einen Streik anzetteln. Es sind die Ungerechtigkeiten bei Löhnen und Gehältern!"
Marianne Schieder ging auf die Bedeutung von Frauen im politischen Bereich ein. Leider sei auch in den Parlamenten noch keine Parität gegeben: "Wir sind weit davon entfernt." Es sei nur SPD, Grünen und Linken zu verdanken, dass wenigstens gut 30 Prozent erreicht werden könnten. Sie selbst sei eine klassische Quotenfrau gewesen und hätte ohne die Quote den Sprung in den Bayerischen Landtag im Jahr 1994 nicht geschafft. Mit einem Augenzwinkern fügte sie hinzu: "Ich glaube der SPD hätte schlimmeres passieren können als die Quotenfrau Marianne Schieder."
Gleichwohl mündete ihre Rede in einen leidenschaftlichen Appell für die Demokratie: "Unsere Demokratie erhält sich nicht von alleine. Dazu brauchen wir aktive Demokratinnen und Demokraten und Menschen, die sich in Parteien engagieren." So warb Schieder insbesondere darum, dass auch junge Frauen in demokratische Parteien gehen. "Fakt ist, wir haben schon einiges erreicht, aber es gibt auch noch viel zu tun in Sachen Gleichberechtigung."
Im zweiten Teil des Abends lies die Einlage von Inge Faes indes kein Auge trocken: Vom Alltag mit ihrem "Rudi" über zweifelhafte Werbesendungen zu einer "guten Figur" oder einer "idealen Work-Live-Balance" bis hin zum "Mei Dog" in Anlehnung an Frank Sinatras "My Way". Nach über einer Stunde erntete sie die stehenden Ovationen der vollen Nabburger Marienkirche für ihre kritisch-kabarettistischen Kommentare.













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