07.06.2021 - 16:08 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Startschuss für die Erdbeersaison in Schwandorf

Sie heißen „Magnum“ oder „Clery“, sind rot, süß – und schmackhaft: Im Landkreis Schwandorf hat die Erdbeersaison begonnen.

"Die schmecken aber gut": Beim Auftakt zur Erdbeersaison 2021 durften die Ehrengäste pflücken und probieren.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

„Diversifizierung“ heißt das Zauberwort in der Landwirtschaft. Stephanie und Johannes Rester machen es vor, wie man auf Strukturveränderungen reagiert. Sie betreiben in Schwandorf-Grain eine Reiterpension, bieten mit ihren Maschinen landwirtschaftliche Dienstleistungen an, bauen auf ihren Äckern Nischenprodukte an und verkaufen sie im Hofladen.

Seit 45 Jahren erzeugt die Familie Rester Erdbeeren. Trotz der kalten Witterung im Frühjahr ist Senior Georg Rester optimistisch: „Es schaut heuer gar nicht so schlecht aus“. Vor einem Jahr haben „die Jungen“ den Betrieb in der zehnten Generation übernommen. Junior Johannes Rester (31) hatte am Montag zum offiziellen Start in die Erdbeersaison eine mobile „Magic Wall“ (digitale Medienwand) auffahren lassen, um die Arbeiten auf seiner sieben Hektar großen Erdbeerplantage zu veranschaulichen.

Pflanzen, düngen, bewässern, hacken und fräsen. „Die Erdbeere ist sehr pflegeintensiv“, erklärt der Betriebsleiter den Gästen. Bei einer Durchschnittstemperatur von 25 Grad gedeihe sie am besten. Als „Schattengewächs“ liebe die Erdbeere weder die pralle Sonne noch Hitze oder Dauerregen.

Johannes Rester achtet auf den Verbraucherwillen und verwendet Pflanzenschutzmittel nur sparsam. „Wir setzen auf Qualität und nachhaltige, gesunde Lebensmittel“, gibt der junge Landwirt zu verstehen. Zur Insektenbestäubung schickt er Hummeln in den Folientunnel und lässt sie dort arbeiten. Diese Methode gehört zu den jüngsten jener Innovationen, die sich der Erdbeerbauer regelmäßig einfallen lässt. Um die Saison zu strecken und möglichst früh mit der Ernte beginnen zu können, hat er sich für einen Anbau im Tunnel unter Folie entschieden.

Am Montag gab der Bayerische Bauernverband den offiziellen Startschuss für die Erdbeersaison 2021. Kreisobmann Josef Irlbacher appellierte an den Verbraucher, Früchte aus der Region zu kaufen. Auch stellvertretender Landrat Richard Tischler wies auf die „Qualitäts- und Frischegarantie der Direktvermarkter“ hin. Zweite Bürgermeisterin Martina Englhardt-Kopf wünscht sich vom Verbraucher eine größere Wertschätzung der regionalen Produkte.

Für den Leiter des Landwirtschaftsamtes Nabburg, Georg Mayer, ist die Vermarktung der Erzeugnisse das A und O. Gerade bei Nischenprodukten wie die Erdbeere lasse sich eine Wertschöpfung nur direkt über den Endverbraucher erzielen. Für die Belieferung der Lebensmittelmärkte fehlten im Landkreis die Flächen. Die Anbauflächen für Erdbeeren seien zwar um vier auf 18 Hektar gestiegen, aber im Vergleich zu anderen Kulturen nur ein „kleines Standbein“.

Für die Familie Rester ist die Erdbeere aber eine wichtige Einnahmequelle. Zwölf verschiedene Sorten hat der Hof im Angebot. Von der „Magnum“ bis zur „Clery“. Sie unterscheiden sich im Aroma, im Säure-Zucker-Gehalt und in der Haltbarkeit. Ab Mitte nächster Woche sind die Früchte für Selbstpflücker zum Preis von 4,50 Euro je 500 Gramm zu haben. Der Kunde lässt sein Behältnis vorher wiegen, geht zum Pflücken und kommt zum erneuten Wiegen und Bezahlen zurück.

Die beiden Bäuerinnen am Hof, Irmgard und Stephanie Rester, veredeln die Feldfrüchte und bieten im Laden Erdbeerkuchen und Marmelade an. Davon durften die Gäste nach dem Feldrundgang probieren.

Kein Erdbeerfeld mehr in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
Erdbeerbauer Johannes Rester aus Schwandorf-Grain erwartet heuer eine gute Ernte.

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