22.01.2019 - 15:31 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Tochter mehrfach vergewaltigt: Vater muss sechs Jahre hinter Gitter

Das Verbrechen, bestehend aus über zwei Dutzend Einzelfällen, ist ebenso unbeschreiblich wie nicht fassbar. Weil er seine eigene Tochter auf übelste Weise sexuell missbraucht hat, muss ein Familienvater für sechs Jahre in Haft.

Das gesprochene Urteil schickt den Täter für sechs Jahre ins Gefängnis.
von Autor HOUProfil

Ein Prozess wie dieser, angesetzt vor der Ersten Strafkammer des Landgerichts Amberg, gebietet absoluten Opferschutz. Ihn zu gewährleisten, waren die Richter von Beginn an bestrebt. Dem 48-jährigen Angeklagten aus dem Landkreis Schwandorf, von der Polizei aus der U-Haft vorgeführt, wurde dringend angeraten, ein umfassendes Geständnis abzulegen. Nur für den Fall absoluter Offenheit sicherte man ihm eine Haftstrafe zwischen fünfeinhalb und sieben Jahren zu. Ansonsten wäre die Ahndung wohl unzweifelhaft höher ausgefallen.

Der Mann gab zu, seine heute 18 Jahre alte Tochter zum Zielobjekt seiner sexuellen Begierden gemacht zu haben. Er missbrauchte sie immer wieder. Warum tat er das? Der 48-Jährige hatte eine Ehefrau und später, als die Partnerschaft in eine Krise geriet, eine Freundin. Warum er sich an seiner Tochter vergriff, konnte der Beschuldigte nicht erklären.

Das Geständnis führte zu einem kurzen Prozess. Nicht wegen des Täters. Ausschließlich im Interesse des Missbrauchsopfers. Der jungen Frau blieb eine Aussage erspart. Sie wurde ersetzt durch die vor Polizeibeamten gemachten und schriftlich niedergelegten Angaben. Eine im Frühjahr 2018 nach Bekanntwerden der Vorfälle eingeschaltete Ermittlungsrichterin aus Schwandorf musste als Zeugin ebenso nicht mehr kommen wie mehrere vor die Kammer geladene Kriminalbeamte. Was Staatsanwältin Barbara Tutsch dem 48-Jährigen anlastete, waren Tatbestände der Vergewaltigung. Ohne die Vorgänge näher zu beschreiben, musste festgehalten werden: Vergewaltigung ist nicht immer das, was sich der juristische Laie darunter vorstellt. Es gibt auch andere sexuelle Vorgehensweisen, die unter diesen Paragrafen fallen. Für die Übergriffe, geschehen in einem Haus im östlichen Landkreis, verhängte die Erste Strafkammer sechs Jahre Haft. Nur sein Geständnis habe den Täter vor einer noch längeren Verweildauer hinter Gittern bewahrt, ließ die Kammervorsitzende Roswitha Stöber anklingen.

Weil er seine Tochter in 26 erwiesenen Fällen sexuell missbrauchte, muss ein 48-Jähriger aus dem Kreis Schwandorf sechs Jahre ins Gefängnis. Während des Prozesses vor der Ersten Strafkammer des Amberger Landgerichts vertrat eine Chamer Anwältin die Interessen der geschädigten jungen Frau und stellte Schmerzensgeldforderungen. Das führte dann quasi am Rande des Verfahrens zu der Einigung, dass der Vater seiner Tochter den Betrag von 37 500 Euro zahlen will. Allerdings wird das angesichts der verhängten Freiheitsstrafe wohl noch lange Zeit dauern.

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