07.06.2020 - 09:21 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Verniedlichung im Dialekt

In der Standardsprache und im Dialekt sind Verkleinerungsformen sehr häufig. Sie dienen in der Regel der Verniedlichung, zum Beispiel, wenn sie zur Bildung von Kosenamen verwendet werden. Die Endungen unterscheiden sich aber.

Mit einem „Rengerl“ ist der Natur zurzeit nicht geholfen. Es bedürfte schon etlicher „Duscher“, so die Dialektbezeichnung für starken Regenfall, um den derzeitigen Wassermangel einigermaßen zu beheben.
von Autor SLUProfil

In der Standardsprache und im Dialekt sind Verkleinerungsformen sehr häufig. Sie dienen in der Regel der Verniedlichung, zum Beispiel, wenn sie zur Bildung von Kosenamen verwendet werden. Diese Endungen für die Verkleinerungsform unterscheiden sich aber in Standardsprache und Dialekt.

Während im Hochdeutschen für die Verkleinerungen vor allem die Endungen "-chen" und "-lein" gebräuchlich sind, findet sich in der Mundart das Suffix "-erl" als Wortbildungsmittel. Ein "Klassiker", bei dem diese Erscheinung auftaucht, ist das fränkische Duo "Waltraud (Lehneis) und Mariechen (Bezold)", gespielt von Martin Rassau und Volker Heißmann. Aber auch aus dem Gedicht "Mariechen saß weinend im Garten" ist der Diminutiv zu "Maria" hinlänglich bekannt.

Im Dialekt entspricht der Verkleinerungsform "Mariechen" das Wort "Màrerl". Daneben existiert eine Reihe weiterer Vornamen, die neben der "normalen" Form eine Verkleinerungsvariante aufwiesen. Einige der gängigsten sind: Kàtterl (von Katharina), Lieserl (von Elisabeth), Reserl (von Theresia), Sofferl (von Sophia) und Zenzerl (von Kreszentia).

Wie die folgende Beispielliste zeigt, sind die männlichen "Pendants" nicht minder zahlreich: Donerl (von Anton), Hanserl (von Johann), Koaderl (von Karl), Micherl (von Michael), Säpperl (von Josef), Schdäfferl (von Stefan), Schdofferl (von Christoph), Schoscherl (von Georg), Wiggerl (von Ludwig; daneben auch: Luggerl) und Wolferl (von Wolfgang).

Weiterer Beitrag zum Dialekt

Schwandorf

Auf den Hang zur Verkleinerung beziehungsweise Verniedlichung stößt man im Dialekt auch bei Namenwörtern allgemein. Als Beleg soll die Diminutivform "Rengerl" in der Bedeutung "leichter Regen" herangezogen werden. Der Satz "Ejtz douds a Rengerl." besagt, dass es im Moment mehr oder weniger stark nieselt. In der Standardsprache existiert für "Rengerl" keine Entsprechung. Vielmehr ist man auf eine Umschreibung, nämlich "leichter Regen", angewiesen.

Bei der Redewendung "a Hupferl macha" ist der Sachverhalt in Bezug auf die Bedeutung etwas komplexer gelagert. Im konkreten Sinn ist "Hupferl" die Verkleinerungsform zu Hupfer. Wenn jemand also "a Hupferl macht", dann ist hier zunächst ein kleiner Satz beziehungsweise Sprung gemeint. Im übertragenen Sinn ist der Phraseologismus "a Hupferl macha" auf einem anderen Gebiet angesiedelt, das an dieser Stelle aus bestimmten Gründen keiner näheren Betrachtung unterzogen wird. Honni soit qui mal y pense (Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, heißt die gängigste deutsche Übersetzung dazu).

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