27.12.2019 - 16:25 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Der vierte Mord ist in Arbeit

Fabian Borkner aus Schwandorf hat immer Block und Stift dabei. Auch beim Treffen mit Oberpfalz-Medien notiert er sich noch schnell etwas. Es sind Arbeiten zu seinem vierten Krimi.

Fabian Borkner schreibt nicht nur Regionalkrimis, sondern tritt auch als Musiker auf. Zum Beispiel regelmäßig in der Bar des Hotels Birkenhof, in der dieses Bild entstanden ist.
von Irma Held Kontakt Profil

Seit 2017 veröffentlicht er im Kölner Emons-Verlag - die erste Adresse in Sachen Regionalkrimi - jährlich einen Fall um die Versicherungsdetektive Agathe Viersen und Gerhard Leitner. Das verlangt strukturiertes, diszipliniertes Arbeiten. Um beim aktuellen Beispiel zu bleiben: "A Hochzeit und a Leich" ist ab September 2019 im Buchhandel erhältlich und der 43-jährige Autor rührt schon die nächste Blutsuppe an. "Wer früher anfängt, hat mehr Zeit zum Spinnen." Das heißt die Handlung, die 30 bis 40 Figuren, die bestimmte Art des Tötens zu ersinnen und auszuschmücken.

Fabian Borkner spricht von Elemente entwickeln. Im Januar oder Februar steht das Grundgerüst. "Dann kommt die harte Schreibezeit, wo mich Frau und Kinder kaum sehen. Der Tag ist bestimmt vom Schreiben am Computer." Völlig davon losgelöst ist die kreative Phase, von der es ausschließlich Handschriftliches gibt.

Welcher Kriminalfall in seinem vierten Roman gelöst wird, welche Location oder Besonderheit er aufgreift, verrät er noch nicht. Nur soviel: "Es wird wieder etwas Typisches sein." Er müsse erst noch das Exposé einreichen, das geprüft werde. Das Ermittlerduo, das in seiner eigenen Gewitztheit schlauer als die Polizei ist, begegnet dem Leser im neuen Band wieder. Das ist gewiss.

Das Schreiben ist zwar, schätzt der Vater zweier Söhne, momentan sein Hauptberuf, aber leben oder seine Familie ernähren kann er davon nicht. "Es gibt vielleicht zehn, zwölf Autoren, die vom Schreiben leben können. Sebastian Fitzek zum Beispiel." Fabian Borkner steht als Selbstständiger auf mehreren beruflichen Standbeinen. Er tritt als Musiker und Conferencier auf, arbeitet für Radio Charivari. 2014 erhielt er den Hörfunkpreis der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien für die Comedy-Serie "Hausmacht Seehofer - Was König Horst zu Hause macht" - wenn er sich unbeobachtet fühlt.

Von Weihnachten 2012 datiert das Angebot des Emons-Verlags an den im Stadtteil Kreith lebenden Fabian Borkner Krimis "aus Ihrer Gegend" zu schreiben. Drei bis vier Jahre hat er an seinem Erstling "Kirwatanz" gefeilt und damit ist die fiktive Kriminalitätsrate in der Region gestiegen. Liegt das Manuskript bei der Lektorin kann das bedeuten, "50 bis 60 Mal über das Manuskript drüber zu gehen. Lektoren haben einen erheblichen Einfluss", sei es bei Formulierungen, sei bei Satzstellungen.

Fabian Borkner empfindet es als "Geschenk, das machen zu dürfen". Und er hat Erfahrungen gesammelt. "Beim ersten Buch habe ich ein Dorf erfunden. Das habe ich bleiben lassen. Es hat eh jeder gewusst, dass die Fronberger Kirwa gemeint ist." In Borkners Kriminalromane gibt es seitdem nur noch reale Schauplätze. Eingekehrt wird in Wirtshäuser oder Cafés, in denen auch der Schwandorfer verkehrt. Der Lokalbezug ist bewusst gewollt, unübersehbar. "Ich könnte auch ein Kammerstück verfassen, das könnte jedoch überall spielen." Einem Regionalkrimi würde das nicht gerecht werden.

Lachend und durchaus ein wenig stolz erzählt er vom integrativen Part seiner Arbeit. Einer Norddeutschen wurde zum Eingewöhnen in der Oberpfalz "Kirwatanz" geschenkt. Jetzt fahre sie alle 23 Originalschauplätze, die im Buch vorkommen, ab. "Viele Leute haben auch Bücher von mir in den Jahresurlaub mitgenommen." Einige schickten Autor davon Bilder, aus Marokko oder Singapur zum Beispiel. Es freue ihn, wenn er den Nerv des Publikums treffe und zu Signierstunden oder Lesungen viele Nicht-Schwandorfer kämen, Leute, die ihn nicht als Musiker oder vom Radio her kennen.

"Spaß macht's ohne Ende". Der 43-Jährige meint die Schriftstellerei. Und sollte er doch irgendwann an einer Schreibblockade leiden, weiß er ein Rezept: gegen die Blockade anschreiben.

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