29.10.2019 - 16:55 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Vorbildliche Integration

Georg „Schorsch“ Schindler hat sämtliche Höhen und Tiefen eines Sportlers und Funktionärs durchlebt. Heute nutzt er den Sport zur Eingliederung ausländischer Jugendlicher.

Sport verbindet: Georg Schindler (rechts) hat beim ASV Fronberg eine A-Jugend mit Spielern unterschiedlichster Nationalitäten geformt.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Schindler, der heute 67 Jahre alt ist, hat beim ASV Fronberg in der Bezirksliga Fußball gespielt und war dort später Trainer, Abteilungsleiter und Vorstand des Vereins. Mit den Fußballern des ASV Fronberg hat er nun einen neuen Anlauf genommen. Die Sparte stand kurz vor der Auflösung. Nach einem Jahr in der Spielgemeinschaft mit dem TSV Schwandorf hat der Verein in dieser Saison wieder eine eigene Mannschaft für die Verbandsrunde gemeldet. Sie muss allerdings ganz unten, also in der B-Klasse, neu beginnen. Der Kader besteht aus 22 Spielern, darunter einige A-Junioren.

Gute Jugendarbeit

„Hier macht sich die gute Jugendarbeit der letzten Jahre bezahlt“, sagt Georg Schindler. Der Grundstock besteht aus deutschen Spielern, zu denen Migranten aus acht verschiedenen Nationen kommen. Beim derzeitigen Team sind nur drei Spieler älter als 22 Jahre. Zielsetzung ist für die kommende Spielzeit ist der Aufstieg in die A-Klasse.

Georg Schindler begann seine sportliche Laufbahn beim FC Schwandorf, für den er bis zum 18. Lebensjahr in den Jugendmannschaften spielte. Er wechselte dann zum Bezirksligisten ASV Fronberg, mit dem er als Spieler Meisterschaften feierte, aber auch Abstiege mitmachte. Der Bundeswehrangehörige wurde 1982 nach Baden-Württemberg versetzt, spielte für den FC Ostrach und trainierte dort die A-Jugend, mit der er in die Verbandsliga aufstieg.

Zurück zu den Wurzeln

Die berufliche Versetzung nach Roth führte ihn zum TSV Heideck, für den er in den „Alten Herren“ kickte. 1991 baute er zusammen mit seiner Frau Sieglinde in Fronberg ein Haus und kehrte damit zu den Wurzeln zurück. Nun begann die Funktionärskarriere: Jugendleiter, Trainer, Abteilungsleiter und Vorsitzender des ASV Fronberg. „Mir war immer die Nachwuchsarbeit wichtig“, erklärt Georg Schindler im Rückblick. Dieses Ziel hat er auch dann nicht aus den Augen verloren, als sich der Niedergang der Fußballabteilung abzuzeichnen begann.

Im Jahr 2003 zog der ASV Fronberg seine Mannschaft aus dem Spielbetrieb zurück. In der darauf folgenden Saison baute Georg Schindler zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Funktionär Adolf Diermeier eine neue Mannschaft auf, die auf Anhieb den Aufstieg schaffte. Zu dieser Zeit war Georg Schindler in Dresden beschäftigt und konnte seine Funktionärs-Tätigkeit nur an den Wochenenden ausüben.

Rückhalt der Familie

2018 kam die nächste Krise. Die beiden Seniorenmannschaften mussten eine Spielgemeinschaft mit dem TSV Schwandorf eingehen, die aber nach einem Jahr wieder zerbrach. Gut, dass es beim ASV Fronberg eine intakte A-Jugend gab, die den Neuanfang in der untersten Spielklasse erleichterte. Georg Schindler sieht im Fußballsport eine gute Möglichkeit, Jugendliche unterschiedlichster Herkunft zu integrieren und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Bei all seinem Einsatz bekommt er Rückhalt von der Familie. „Ohne das Verständnis meiner Frau könnte ich das alles nicht machen“, ist sich die „Fronberger Sport- und Funktionärslegende“ bewusst. Im Jahre 2012 ehrte ihn der Deutsche Fußballbund für seine „außergewöhnliche ehrenamtliche Tätigkeit“.

Georg Schindler gilt mittlerweile als Fronberger Sport- und Funktionärslegende.
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