22.04.2020 - 14:44 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wasserräder: Pläne schwimmen die Naab hinunter

Die Wasserräder am Schwandorfer Stadtpark sind zum Spielball der Behörden geworden. Womöglich drehen sie sich erst in vielen Jahren wieder.

Seit Jahren stehen die Wasserräder. Anscheinend waren alle Bemühungen um eine Genehmigungsplanung vergeblich. Das Wasserwirtschaftsamt sieht den Hochwasserschutz vorrangig.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Geschichte der Wasserräder am Übergang zum Stadtpark Hubmannwöhrl ist längst zur Farce geraten. Nachdem sich die zuständige, Städtische Wasser- und Fernwärmeversorgung (SWFS) endlich um eine Genehmigungsplanung bemüht hatte, grätscht nun das Wasserwirtschaftsamt (WWA) dazwischen. Das wurde am Dienstag im Werkausschuss des Stadtrats deutlich. Die Genehmigungsplanung wurde nötig, weil für die Wasserräder offenbar nie eine wasserrechtliche Erlaubnis vorlag. Allerdings hat das jahrzehntelang die Genehmigungsbehörden nicht interessiert und die Wasserräder drehten sich munter bis zu einem Lagerschaden.

Bereits im Oktober und November 2019 - da liefen längst die Arbeiten für die Genehmigungsplanung - machte das WWA klar, dass ein Gesamtkonzept für den Hochwasserschutz völlig neue Grundlagen schaffen würde. Dieses Konzept, das Werkleiter Walter Zurek in Ausschnitten als Bild zeigte, sieht unter anderem einen neuen Ableitgraben durch das Hubmannwöhrl und eine raue Rampe statt des Schuierer-Wehrs vor.

Von solchen Vorhaben war bislang noch nie die Rede. Offenbar überplant das WWA in seinem Konzept munter Teile des Stadtgebiets. Die Planungshoheit der Stadt kommt da zu kurz. Die zuständigen Ausschüsse jedenfalls wurden davon noch nicht unterrichtet. Das monierte auch SPD-Ausschusssprecher Alfred Braun. Zumal wieder die Rede davon ist, dass die Wasserräder der Energiegewinnung dienen sollen. Davon sei der Stadtrat längst abgerückt, sagte Braun, und kritisierte, dass die Information über die Vorhaben des WWA erst jetzt öffentlich würden.

Die Umweltverträglichkeitsprüfung nebst der Genehmigungsplanung, die die Stadt erarbeitet hat, war laut Zurek damit weitgehend vergebens. Eine neuerliche Planung dauert mindestens zwei Jahre. Die Genehmigung des ganzen Hochwasserschutzkonzepts werde, zitierte Zurek einen Mitarbeiter des WWA, acht Jahre dauern.

"Das halte ich auch für einen Skandal", sagte Oberbürgermeister Andreas Feller zu der langen Planungsdauer. Er sah die Informationspflicht dem Werkausschuss gegenüber als erfüllt. Das WWA sei aufgefordert, seine Pläne im Planungsausschuss vorzulegen. Das soll laut OB in "einer der nächsten Sitzungen" geschehen.

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