29.03.2020 - 17:40 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wegen Corona: Amphibienzählung nur noch im Alleingang

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Frühling ist Amphibienzeit. Kröten und Co. machen sich auf den Weg zur Laichablage. Oft müssen sie dafür eine Straße überqueren. Dabei helfen ihnen Zaunbetreuer des Bund Naturschutz. Die müssen wegen Corona unter Umständen umplanen.

An solchen Schutzzäunen werden die Amphibien während ihrer Wanderung gesammelt und über die Straße gebracht.
von Anne Sophie Vogl Kontakt Profil

Seit Jahren schon sinkt die Zahl der Amphibien drastisch, deshalb werden an Straßen während der jährlichen Wanderung Fangzäune aufgestellt. Freiwillige Helfer des Bund Naturschutz sammeln die Tiere regelmäßig ein und bringen sie sicher über die Straße. Gleichzeitig werden sie gezählt und dokumentiert. Doch wie verhält sich diese Arbeit, zu Zeiten des Coronavirus?

In den Regeln zur Ausgangsbeschränkung steht, dass Bewegung an der frischen Luft alleine oder mit Personen des eigenen Haushalts gestattet ist. "Die Zaunbetreuer haben eine Bescheinigung von uns bekommen, falls sie kontrolliert werden", erklärt Oskar Deichner von der Bund Naturschutz Kreisgruppe Schwandorf. Bisher habe er auch von niemandem gehört, der die Kontrolle der Zäune nicht mehr ausführen kann. "Und selbst wenn, können andere einspringen." Auf eine Sache muss der BN aber bestehen: "Das gemeinsame Leeren der Eimer und Zählen und Notieren der vorgefundenen Amphibienarten ist also nur noch mit Angehörigen des eigenen Hausstandes zulässig", schreibt der Vorsitzende der Kreisgruppe Schwandorf, Klaus Pöhler in einer Mitteilung an die Zaunbetreuer. Außerdem wird auf folgendes hingewiesen: "Es ist möglich, dass einzelne Straßenmeistereien bald nur noch Notdienst fahren. In diesem Fall könnte es zu einem verfrühten oder verspäteten Abbau von Zäunen kommen." In diesem Fall, oder wenn sich Helfer die Arbeit momentan nicht zutrauen, müssen sie selbst dafür sorgen, dass die Tiere den Zaun passieren können, und nicht in den Eimern gefangen bleiben. Einer repräsentativen Zählung der Tiere stehe das aber nicht im Weg, ist Deichner überzeugt.

2019 war die Zahl der Amphibien in der Oberpfalz alarmierend gering

Oberpfalz
Hintergrund:

Die Schutzzäune für Amphibien sind nicht nur dazu da, um sie davor zu schützen, auf der Straße überfahren zu werden, sondern auch, um die Population dokumentieren zu können. Seit Jahren nimmt die Zahl drastisch ab. Auch wenn es für eine Aussage noch etwas früh ist, tummeln sich auch dieses Jahr nicht allzu viele Kröten, Frösche, Molche oder Lurche in den Fangeimern. Der Grund ist wohl, dass Amphibien eine für sie perfekte Witterung und ein ideales Klima brauchen, um auf Wanderschaft zu gehen. "Wir hatten einen sehr seltsamen Frühlingsstart", sagt Oskar Deichner von der Bund Naturschutz Kreisgruppe Schwandorf. Bereits im Februar gab es vermehrt Temperaturen um die 15 Grad Celsius. In den vergangenen Wochen hingegen gab es Nachts Frost. Hinzu kommt die fehlende Feuchtigkeit, weil es kaum geschneit hatte. "Bei sieben oder acht Grad und leichtem Regen werden die Amphibien aktiv", erklärt Deichner. Doch bei den Minusgraden die derzeit nachts herrschen, verkriechen sie sich. Erst in ein paar Monaten weiß man tatsächlich, wie sich das merkwürdige Wetter auf die Tiere auswirkt.

Schon jetzt ist 2020 in Sachen Wetter ein merkwürdiges Jahr

Schwandorf
Eine Erdkröte.

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