16.08.2019 - 14:29 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wohnblöcke: Kein Ende in Sicht

Die Fliederstraße ist eine beschauliche Wohnlage, Ein- oder Zweifamilienhäuser prägen das Bild. Das soll sich massiv ändern - für die Anlieger ein Unding.

Noch steht hier an der Fliederstraße ein Einfamilienhaus. Auch hier soll ein Wohnblock entstehen.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Nicht, dass die Familien Valenti oder Gloßner und ihre Nachbarn an der Fliederstraße generell etwas gegen Neubauten hätten. Einfügen sollten sie sich aber schon. Mit ihrem Anliegen wandten sie sich auch an die Oberpfalz-Medien, die SPD im Stadtrat hat einen entsprechenden Antrag zum Thema eingebracht. Denn für die Fliederstraße gilt kein Bebauungsplan. So könnten hier große Wohnblöcke entstehen, die nach Ansicht der Anlieger nicht nur nicht ins Viertel passen, sondern auch die Verkehrswege überlasten würden. Vertreter der SPD-Stadtratsfraktion samt OB-Kandidatin Karin Frankerl waren bereits vor Ort, die Anlieger waren vergangene Woche bei Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) zu einem Gesprächstermin und machten ihrem Ärger Luft.

Zum einen zu einer Wohnanlage direkt an der Kurve am Ende der Sackgasse, auf einem freien Grundstück. Das Gebäude soll von der Fliederstraße samt zurückspringendem Staffelgeschoss 8,67 Meter hoch, 25 Meter breit und 12 Meter tief werden. Das Staffelgeschoss ist ein baurechtlicher Trick: Als für die Genehmigung maßgebliche Wandhöhe gelten die 5,70 Meter an der Oberkante des ersten Obergeschosses, da drauf kommt die zurückspringende Etage. Laut Auskunft des Rathauses liegt die Baugenehmigung für diese Anlage am Landratsamt zur immissionsschutzrechlichen Prüfung. Ein Gutachten soll nachweisen, dass die Nachbarn durch den zu erwartenden Verkehrslärm nicht über Gebühr belastet werden. Das Ergebnis der Expertise müsse geprüft werden, so die Rathaus-Pressesprecherin Maria Schuierer. "Eine Baugenehmigung wurde noch nicht erteilt".

Für ein zweites Grundstück an der Fliederstraße soll bereits ein Plan für eine weitere Wohnanlage in der Schublade liegen. Dort steht momentan noch ein älteres Einfamilienhaus mit ausgebautem Dachgeschoss giebelseitig zur Straße, von einem Garten umgeben. Auch dort soll dem Vernehmen nach das Grundstück für einen großen Wohnblock für den Investor optimal ausgenutzt werden. Gegen diesen Klotz zogen die Anlieger gegenüber dem OB auch zu Felde. Zumal eine Straße weiter an der Föhrenstraße ein großer Wohnblock steht, der für die Anwohner als abschreckendes Beispiel dient: Viel zu groß. Und schräg gegenüber der Einmündung der Ulmen- in die Fliederstraße soll der nächste Mehrspänner entstehen.

Das Problem ist also durchaus ein drängendes aus Sicht der Anlieger. Der Oberbürgermeister habe auf die entsprechenden Prüfungen hingewiesen, bestätigten die Anlieger den Oberpfalz-Medien. Konkrete Ergebnisse ergab das Gespräch am Donnerstag nicht.

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