Schwarzach
13.02.2025 - 15:37 Uhr
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Bürgermeister-Urwahl in Schwarzach: Michael Wilfahrt bringt sich ins Gespräch

Nun also doch. Einer würde gern Bürgermeister von Schwarzach werden: Michael Wilfahrt. Seine Chance ist die Urwahl am 23. Februar. Oberpfalz-Medien verrät er, weshalb er sich jetzt erst ins Spiel bringt.

Michael Wilfahrt an seinem Schreibtisch in Altenkreith. Sollte er Bürgermeister von Schwarzach werden, kann er dieses Ehrenamt mit seiner Stellung als Betriebsleiter vereinbaren. Bild: Wilfahrt
Michael Wilfahrt an seinem Schreibtisch in Altenkreith. Sollte er Bürgermeister von Schwarzach werden, kann er dieses Ehrenamt mit seiner Stellung als Betriebsleiter vereinbaren.

Michael Wilfahrt, so der Eindruck von Oberpfalz-Medien beim Gespräch, hat sich reiflich überlegt, ob er Bürgermeister werden will. Er ist nicht schnell vorgeprescht, hat nicht einfach seinen Hut in den Ring geworfen, sondern einige Dinge vorab geklärt. Da ist dem 47-Jährigen, zumal auch noch Weihnachten und Jahreswechsel anstanden, die Zeit bis zum Ende der Nominierungsfrist einfach davon gelaufen. Der 2020 gewählte Bürgermeister Franz Grabinger legte zum 31. Dezember 2024 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder. Das wurde Ende November öffentlich bekannt. Weil sich kein Kandidat für Grabingers Nachfolge gefunden hat, findet am 23. Februar eine Urwahl statt. Die Briefwahlunterlagen wurden oder werden bereits verschickt.

"Viel Schulterklopfen"

Michael Wilfahrt ist sich jetzt sicher, dass er das Ehrenamt Bürgermeister gerne ausüben würde, und hat das schon mal über soziale Medien kund getan. "Durchwegs positiv, viel Schulterklopfen", sagt er, auf die Frage von Oberpfalz-Medien, wie seine Entscheidung kommentiert wird. Ihm ist allerdings klar, dass die Urwahl nicht mehr "abgeblasen" werden kann. Bei einer Urwahl schreiben die Wahlberechtigten den Namen des Gemeindebürgers auf den Stimmzettel, den sie für geeignet halten. Doch was lässt Michael Wilfahrt zunächst vor einer Kandidatur zögern? Die Familie und der Arbeitgeber. "Ich weiß schon ungefähr, auf was ich mich einlasse. Ohne Familie und Arbeitgeber aber wird es nicht gehen."

Ehrenamt

Die Familie sagt zu seinen Ambitionen ja. Da der Schwarzacher Bürgermeister ehrenamtlich tätig ist, muss diese Aufgabe aber mit dem Job vereinbar sein. Michael Wilfahrt ist Betriebsleiter einer kunststoffbearbeitenden Firma in Altenkreith (Stadt Roding). Nicht nur der Wohnort Altfalter, sondern ebenso der Arbeitsplatz verbindet Michael Wilfahrt mit dem verstorbenen, ehemaligen Bürgermeister Hans Gradl. Dieser arbeitete ebenfalls in Altenkreith. Und Hans Gradl ist es im Grunde, der Michael Wilfahrt in die Kommunalpolitik bringt. Sie hätten öfters darüber oder gemeindliche Aufgaben diskutiert. "Du wärst einer für den Gemeinderat, lass dich doch aufstellen", erinnert sich der 47-Jährige. Er lässt sich aufstellen und wird gewählt. "Mich hat's gfreid", sagt er rückblickend.

"Gerne bereit"

Michael Wilfahrt kommt entgegen, dass Vier-Tage-Woche, flexibles und mobiles Arbeiten in seiner Firma gerade ein wichtiges Thema sind. Als Betriebsleiter will er jedoch, sollte er Bürgermeister werden, so viel wie möglich präsent sein will. Die Firma legt ihm keine Steine in den Weg, deshalb: "Ich wäre gerne bereit, wenn mich die Bürger auf den Wahlzettel schreiben", macht er Werbung in eigener Sache. Bei der Verwaltung in Schwarzenfeld erkundigt er sich ebenfalls. "Zwei Mal die Woche ein Vormittag in der Verwaltung würde reichen. Vieles lässt sich über E-Mail und digitale Signatur erledigen."

Vier größere Ortsteile

"Viel Liegengebliebenes ist in den letzten Jahren aufgearbeitet worden", sagt er. Wohl wissend, dass einiges an Aufgaben auf den Neuen zukommt. "Das letzte Baugebiet ist um 2003 ausgewiesen worden, die letzte Kanalsanierung fast 30 Jahre her." Noch etwas macht die Gemeinde besonders. "Schwarzach hat keinen zentralen Ort wie Stulln etwa." Die größeren Gemeindeteile sind Altfalter, Wölsendorf, Schwarzach und Unterauerbach mit vielen Vereinen. "Wo ich hingehen kann, gehe ich hin, aber ich werde nicht alles schaffen", bittet er jetzt schon um Verständnis.

Geliebäugelt hat Michael Wilfahrt mit dem Ehrenamt schon, ist jedoch von etwas anderem ausgegangen: "Der Zweite Bürgermeister ist sehr engagiert. Ich habe gehofft, dass er das Amt übernehmen wird." Er tut es nicht. Es kommt ganz anders. Michael Singer, der jetzt die Geschäfte führt, legt aus gesundheitlichen Gründen sein Amt des Zweiten Bürgermeisters zum 15. März nieder. Das hat auf die anstehende Urwahl keine unmittelbaren Auswirkungen. "Das Wahlergebnis stellt der Wahlausschuss fest", erklärt die stellvertretende Wahlleiterin Melanie Kasowki auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Einen Tag danach beginnt dann die Amtszeit des neu gewählten Bürgermeisters. Kommt dieser aus dem Gemeinderat rückt dafür, so die Auskunft der Verwaltung, Stefan Steinbacher nach.

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Hintergrund:

Zur Person: Michael Wilfahrt

  • 47 Jahre alt
  • Stammt aus Schwarzach
  • Wohnt in Altfalter
  • Verheiratet, drei Kinder
  • Betriebsleiter bei Webutex in Altenkreith
  • Gemeinderat seit 2020 für die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Altfalter-Weiding-Richt
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