06.03.2019 - 16:01 Uhr
SchwarzachOberpfalz

Fasten muss noch etwas warten

Es ist noch nicht Mittag und das gebackene Karpfenfilet ist schon aus. "Dann nehm' ich Forelle." Aber die dauert eine Dreiviertelstunde. Der Andrang ist einfach enorm.

Kaum Pausen konnte sich Thomas Humbs gönnen, da um die Mittagszeit die Nachfrage nach den Fischen aus seiner Friteuse enorm war.
von Thomas Dobler, M.A. Kontakt Profil

Thomas Humbs hatte gestern Mittag den vermutlich fettigsten Arbeitsplatz in Schwarzach. Er stand an der Fritteuse und buk im Akkord Karpfen und Forellen heraus. Und machte damit die Hütte am Kocher-Stollen zu einem Mekka der Aschermittwochs-Pilger aus dem ganzen Landkreis.

Hoch über dem Schwarzacher Ortsteil Wölsendorf, nach zwei Kilometern bergan auf einem schmalen Weg, liegt die Hütte des Bergknappenvereins idyllisch am Waldrand. An Aschermittwoch ist dort immer die Hölle los, wenn der Verein zu Beginn der Fastenzeit gebackenen Fisch anbietet. In Scharen pilgern die Menschen dann hinauf, wo sie ein gutes Mittagessen und fröhliche Stimmung erwartet. Dieses Jahr machte da keine Ausnahme.

18 fleißige Helfer

Der Termin steht bei vielen im Kalender rot angestrichen und manche Gäste sind am Aschermittwoch schon um10 Uhr bei der Vereinshütte, um einen guten Platz zu ergattern. Unter den zahlreichen kulinarischen Pilgern sieht man immer wieder bekannte Gesichter, etwa den früheren BRK-Direktor Alfred Braun.

Auch die Mitglieder des Bergknappenvereins Marienschacht Wölsendorf ließen sich die Forellen, die Karpfen und die Bratheringe schmecken. Thomas Humbs an der großen Friteuse kam zeitweise kaum mehr hinterher, die vielen Essenswünsche zu erfüllen. Friedrich Held aus Unterauerbach, der seit einem Vierteljahrhundert an der Spitze des Vereins steht, war ausnahmsweise nicht dabei - seine Gesundheit ließ es nicht zu. Diesmal stand sein "Vize" Alois Lehner an der Spitze der 18 fleißigen Vereinsmitglieder, die an diesem Tag mit vollem Einsatz bei der Sache waren und in schnellem Takt Teller mit gebackenem Fisch und Kartoffelsalat sowie Getränke zu den Tischen trugen.

Die Hütte der Bergknappen war schnell voll besetzt, aber erfreulicherweise schien gestern die Sonne so schön, dass vor dem Holzhaus Bänke und Tische aufgestellt werden konnten, um des Andrangs Herr zu werden.

Sehnsüchtige Blicke und der stille Wunsch: „Hoffentlich stellt sie den Teller zu mir.“ Denn wegen des Andrangs mussten die Gäste Wartezeiten in Kauf nehmen.
In gemütlicher Runde lässt sich der Fisch am Aschermittwoch in der urigen Hütte der Bergknappen besonders gut genießen.
In gemütlicher Runde lässt sich der Fisch am Aschermittwoch in der urigen Hütte der Bergknappen besonders gut genießen.
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