22.11.2021 - 15:20 Uhr
SchwarzachOberpfalz

Lernziel für Nabburger Landwirtschaftsschüler: Streuobstwiese anpflanzen

Wildlebensraum-Berater Balduin Schönberger zeigte den Wühlmausschutzkorb, der mit in den Boden eingebracht wird.
von Siegmund KochherrProfil

Ausgerüstet mit Stiefel, Schaufel und Spaten hatten sich im Rahmen ihrer Ausbildung die Studierenden im dritten Semester der Landwirtschaftsschule Nabburg mit ihrem Schulleiter Georg Mayer zur Erstellung einer Streuobstwiese auf dem Grundstück der Firma Hydro Aluminium in Wölsendorf eingefunden. Mit dabei waren MdL Alexander Flierl, Bürgermeister Franz Grabinger, Wildlebensraum-Berater Balduin Schönberger sowie der Jagdpächter Georg Braun.

Das Areal umfasst 0,86 Hektar und ist mit 60 Bäumen angepflanzt worden. Die Streuobstwiesen gehören mit zirka 5000 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Lebensräumen. Streuobstbestände bereichern das Landschaftsbild mit ihrer Vielfalt. Mit ihrer Attraktivität bereichern sie das Landschaftsbild. Obstbestände haben eine sehr große Bedeutung für die Biodiversität auch sehr wohl für Pflanzen und Tiere. "Wir bieten in Bayern 2000 Obstsorten mit genetisch geschmacksvoller Vielfalt", sagte Mayer. Die Fläche wurde schon mit Brachlandsamen angesät, die sich nach drei Jahren vielfältig und bunt zeigt.

MdL Flierl freute sich über diese Aktion. Es sei ein Beitrag zum Naturschutz und Landschaftspflege. Grabinger zeigte sich erfreut, dass in der Gemeinde Schwarzach ein solches Objekt in Angriff genommen wird und für die Artenvielfalt sich bezahlt macht. Schönberger leitete die Pflanzaktion mit der Gruppe. Die Pflanzlöcher waren vor gefertigt. Die Auswahl der passenden Bäume für Ihre Streuobstwiese hängt von individuellen Bedürfnissen und den örtlichen Gegebenheiten ab. Sie können zwischen Hoch- oder Halbstammbäumen wählen. Die Auswahl der passenden Bäume dazu hängt von individuellen Bedürfnissen und den örtlichen Gegebenheiten ab.

Der Zustand des Bodens mit seinen Nährstoffen und Mikroorganismen ist entscheidend für ein gutes Gedeihen der Bäume. Wenn man bedenkt, dass Obstbäume bei guter Pflege auch noch in 50 Jahren genutzt werden können, ist es empfehlenswert, neben einem Nutzungsschwerpunkt auch Sorten mit anderen Verwendungsmöglichkeiten beizumischen.

Vor dem Einpflanzen kappt man beschädigte und vereinzelte überlange Wurzeln und Zweige, sagte Schönberger. "Geben sie etwas von der vorbereiteten Pflanzerde in das Pflanzloch und bringen sie einen Wühlmausschutz aus Draht ein", lautete sein Rat.

Da der junge Baum mit dem Wurzelwerk nicht im Boden verankert, empfiehlt es sich, ein bis zwei Stützpfähle auf dem Wind zugewandten Seite einzuschlagen. Sie schützen vor Windbruch, sorgen für ein gerades Wachstum und dienen als Halterung. Der Baum wird mit dem Pflanzkorb in die Erde gestellt und eingegraben. Dabei muss rund um den Korb immer wieder festgetreten werden, damit der Baum nicht kippen kann.

Der Stützpfosten wird mit einem Juteseil mit dem Baum fest verbunden. Am Baum darf dieses Seit aber nicht zu fest gebunden sein, um das Wasser- und Nährstoffleitsystem des Baumes nicht zu verletzen oder in die Rinde einschneiden und somit Raum für Infektionen zu schaffen.

Anschließend wurde ein Schutz gegen Verbiss über den Stamm gezogen. Viel Wasser ist von großer Bedeutung, um den Baum für die erste Zeit ausreichend mit Flüssigkeit zu versorgen, deshalb ist Rund um das Pflanzloch eine Gießmulde geschaffen worden die das Wegfließen des Gieß- und Regenwassers verhindert. Die Mulde kann mit Grasboden vom Graben des Loches ausgelegt werden. Dieser Belag schützt vor Verdunstung und begünstigt die Ansiedlung von Kleinstlebewesen, welche wichtige Nährstoffe für den Baum aufschlüsseln.

 

 

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