18.06.2021 - 11:26 Uhr
Schwarzenbach bei BärnauOberpfalz

Erdbeer-Saison im Landkreis Tirschenreuth startet mit Verzögerung

Noch ist Warten angesagt: Frühestens Mitte nächster Woche können die ersten reifen Erdbeeren auf den Feldern im Landkreis Tirschenreuth gepflückt werden. Die Vermarkter stecken in den letzten Vorbereitungen.

Noch sind die Erdbeeren auf dem Feldern nicht reif. In gut einer Woche könnte das große Pflücken aber schon losgehen.
von Lucia Brunner Kontakt Profil

„Wann ist es endlich soweit?“, ist eine Frage die Erdbeer-Vermarkter im Landkreis derzeit häufig von Kunden gestellt bekommen. „Unsere Ernte verzögert sich leider um einige Tage“, schreibt die Firma Erdbeer Bösl auf Facebook. Der Grund für die Verzögerung ist das nasskalte Wetter im Mai und Juni. Auf Nachfrage heißt es, dass der genaue Tag noch nicht genannt werden könne, es dauere noch etwa bis Mitte kommender Woche, bis das Pflücken losgehen kann. Bislang seien die Früchte noch grün.

Schöne große Früchte

Wer jedoch noch etwas geduldig ist, könne dieses Jahr besonders schöne und große Erdbeeren auf den Feldern pflücken. Christian Bösl aus Erbendorf konzentriert sich heuer auf seine Flächen in Störnstein, Hirschau, Erbendorf, Münchberg und Euben-Pferch bei Bayreuth. Die Erdbeer-Liebhaber in den sozialen Medien freut’s: „Wir könnens auch kaum noch erwarten. Erdbeermarmelade ist alle und des Glump aus Spanien kann gern im Supermarkt liegen bleiben“, schreibt eine Nutzerin. Auch bei Beerenobst Schedl steckt man mitten in den Vorbereitungen für die kommende Saison. Der Vermarkter hat neben seinen Feldern in Schwarzenbach und Mitterteich zwei Flächen bei Marienbad und neu in Tachau. „Wir legen gerade Stroh auf den Feldern ein“, erklärt Seniorchef Niko Schedl. „Wir gehen davon aus, dass in circa vier Tagen geöffnet werden kann. Es sieht nicht schlecht aus, wenn das Wetter mitspielt“, sagt Schedl.

Sehr langsames Wachstum

„Wir hatten dieses Jahr sehr langsames Wachstum“, berichtet er. Als es draußen warm wurde, sei alles explodiert. Da alle Pflanzen auf einmal kamen, wurde es stressig beim Anbau. Frostschäden gab es dieses Jahr keine. „Wir hoffen auf eine durchschnittliche Ernte.“ Da es in den vergangenen Jahren zu wenig Ertrag gegeben habe, seien die Felder von Schedl vergrößert worden. Beim Düngen setzt der Landwirt auf so wenig Chemie wie möglich. Um die Pflanzen gesund und gestärkt durch trockene Zeiten zu bringen, testete er dieses Jahr eine Mischung aus effektiven Mikroorganismen, Komposttee und Spurennährstoffe als Pflanzenschutzmittel. „Wir versuchen, damit die Abwehrkräfte der Pflanzen zu stärken. Ich hoffe, dass es funktioniert.“ Ob die neue Methode etwas bringt, müsse über mehrere Jahre beobachtet werden. „Jedes Jahr ist anders“, sagt er.

Preise steigen an

Die Preise werden dieses Jahr teurer werden. „Wir werden moderat 10 bis 20 Prozent erhöhen.“ Grund dafür ist die CO2-Steuer: „Der Diesel für die Fahrzeuge und Maschinen und Düngemittel sind teurer geworden.“

„Nichts für schwache Nerven“

Auch der Mindestlohn für die Arbeitskräfte hat sich erhöht. Seit diesem Jahr arbeitet Schedl mit Saisonarbeitskräften aus Rumänien zusammen. „Wir versuchen, einen festen Stamm aufzubauen. Von zehn Leuten müssen acht wiederkommen“, erklärt Schedl. Daher werde auf Umgang, Bezahlung und Verpflegung der Menschen geachtet. „Erdbeer-Anbau ist nichts für schwache Nerven. Es ist eine schwere Arbeit“, betont Schedl. Deshalb erhalten die Arbeitskräfte am Ende der Saison Trinkgeld oder Geschenke. Die Corona-Pandemie sei für den Landwirt kein Problem gewesen. Bevor die Auflagen gelockert wurden, mussten Coronatests gemacht werden, um über die Grenze zu fahren. Die Ausreise sei mit etwas Aufwand verbunden gewesen. Wenn das Pflücken losgeht, werde es kaum mehr Auflagen geben. „Am Verkaufsstand sollte eine Maske getragen werden“, sagt der Senorichef. Am Stand gebe es auch eine Plexiglasscheibe für den Verkäufer.

Das Erdbeerland Frohmader aus Tröstau im Landkreis Wunsiedel baut unter anderem Erdbeeren bei Schwarzenreuth zwischen Neusorg und Ebnath an. Dort ist der Saisonstart zum Pflücken am 20. Juni geplant. In Brand in Marktredwitz hat die Saison schon am vergangenen Mittwoch begonnen.

In Weiden gibt es kein Erdbeerfeld mehr zum Selbstpflücken

Weiden in der Oberpfalz

„Wir gehen davon aus, dass in circa acht Tagen geöffnet werden kann. Es sieht nicht schlecht aus, wenn das Wetter mitspielt.“

Niko Schedl, Seniorchef von Beerenobst Schedl in Schwarzenbach

 

 

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