15.10.2021 - 10:48 Uhr
Schwarzenbach bei PressathOberpfalz

Schwarzenbach schmiedet eifrig Pläne

In der Bürgerversammlung informiert Bürgermeister Thorsten Hallmann über viele Vorhaben. Für einige ist jedoch noch Geduld angesagt.

Erst in zwei Jahren wird die Bundesstraßenbrücke über die Eichenstraße saniert, doch die Folgen für die Verkehrsführung beschäftigen die Gemeinde schon jetzt: So wird die Siedlung (im Hintergrund) dann vorübergehend nur via Pechhof per Auto erreichbar sein.
von Bernhard PiegsaProfil

Schon heuer hätte der Bau der Fremdwasserkanalisation beginnen sollen, die im Moosgebiet überschüssiges Bodenwasser sammeln soll, um es in den Schwarzenbach abzuleiten. Dies ist nicht zuletzt notwendig, um die Kläranlage zu entlasten. Jedoch habe keine Baufirma Kapazitäten frei gehabt, informierte Bürgermeister Thorsten Hallmann in der Bürgerversammlung. Nun müsse die Gemeinde das Ausschreibungsverfahren im neuen Jahr wiederholen, und erst dann könnten auch Zuschüsse nach den „Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben“ (RZWas) beantragt werden. „Die Förderung wurde für 2022 um rund zehn Prozent gesenkt, aber mit etwa 400.000 Euro Beihilfe können wir noch rechnen, was annähernd einem Drittel der voraussichtlichen Kosten entspricht“, informierte Hallmann.

  • Längerfristige Vorhaben

In welcher Form der Allwetterplatz auf dem Sportgelände instandgesetzt werde, stehe noch nicht fest, doch werde man zurückhaltend planen müssen, nachdem Gemeinde und Sportverein mit Zuschüssen nicht rechnen könnten. Hoffnungen auf einen baldigen Ausbau der „Kernwege“ Hüttener Sträßl und Schwarzenbacher Spange konnte Hallmann ebenfalls nicht machen: Sowohl das Sträßchen von Pechhof nach Hütten als auch die nördlich Schwarzenbachs verlaufende Verbindung vom Sportheim zur Kreisstraße NEW 5 würden frühestens in fünf bis zehn Jahren ausgebaut, weil das Landwirtschaftsministerium als Förderbehörde knapp bei Kasse sei. Zu den in zwei Jahren anstehenden Bauarbeiten an der Bundesstraßenbrücke informierte der Bürgermeister auf Anfrage, dass dann die Siedlung für Autofahrer einige Monate lang nur über Pechhof erreichbar sein werde.

Neu gefasst werde die zehn Jahre alte „vorbereitende Untersuchung“ für die Ortskerngestaltung, wobei als Schwerpunkte außer dem Bereich Sporthalle/Gemeindezentrum auch das Bahnhofsgelände und die Eichenstraße gesetzt würden. Letztere könnte mittelfristig, wohl nicht vor 2026, um einen Rad- und Fußweg erweitert werden. Darüber hinaus habe das Bauministerium zugesagt, eine modellprojekthafte „vorbereitende Untersuchung“ für die Siedlung zu bezuschussen. Damit eröffne sich auch die Chance auf eine aus Städtebaumitteln geförderte Aufwertung dieses Ortsteils.

  • Mehrgenerationentreff

Einen „grünen Gegenpol zum Dorfplatz“ im Bereich vom Schulhof bis zum Rosenweg und ein „multifunktionales Umfeld des Gemeindezentrums“ solle das Projekt „Mehrgenerationentreff an Schwarzenbach und Gemeindezentrum“ schaffen, für das zurzeit an einer Machbarkeitsstudie gearbeitet werde. Vehement widersprach der Bürgermeister Gerüchten im Zusammenhang mit der grundbuchlichen Eintragung von „Sanierungsvermerken“ für Ortskerngrundstücke: Diese begründeten keinerlei Pflicht zur Zahlung von Eintragungsentgelten oder „Sanierungsbeiträgen“, sondern sicherten nur ein bedingtes und zeitlich begrenztes Vorkaufsrecht der Gemeinde. „Die Einträge werden gelöscht, sobald die Ortskernsanierung abgeschlossen ist“, versprach Hallmann.

  • Baumkataster in Arbeit

Im Gange seien ferner die Fassadensanierung am Bauhof, dessen Vorplatz bereits sauber gepflastert worden sei, und die Erstellung eines Baumkatasters. „Quartiersmanagerin“ Franziska Schraml-Pöllmann habe einen gratis im Bürger- und Kulturhaus erhältlichen „Generationenleitfaden“ erstellt und arbeite an Konzepten eines wöchentlichen „offenen Mittagstischs“ als Treffpunkt für Senioren sowie eines „Essen dahoam“-Zulieferdienstes. Impulse für die kommunale Jugendpolitik erwarte man sich im November von einer Gesprächsrunde im Rahmen des Projekts „Partnergemeinde für Demokratie“.

  • Rückblick auf 2020 und 2021

Im Rückblick auf 2020 und 2021 ging Hallmann unter anderem auf den erfolgreichen Start des Bürger- und Kulturhauses und der Gemeindebücherei sowie auf die Modernisierung der Grundschule ein. Das Schulhaus sei netzwerktechnisch auf dem neuesten Stand und verfüge über leistungsstarkes Wlan. Für die Schüler sei ein Klassensatz Tablets angeschafft worden, weitere Geräte würden demnächst geliefert. Zudem würden die Klassenzimmer mit Beamern bestückt, der Differenzierungsraum erhalte einen Bildschirm.

Absurd nannte es Hallmann, den sich auf mehrere Jahre erstreckenden Glasfasernetzausbau als „ruckelnd“ zu charakterisieren: „Die Kosten in Millionenhöhe machen einen Ausbau in Etappen unumgänglich, und im Übrigen gibt es nicht viele Gemeinden, in denen bis 2028 eine flächendeckende Glasfasererschließung verwirklicht wird.“ An erledigten kleineren Investitionen erwähnte das Gemeindeoberhaupt das aus dem Regionalbudget für die „Integrierte Ländliche Entwicklung“ bezuschusste lokale Beschilderungssystem und die Radreparaturstationen. Ferner habe die Gemeinde im vergangenen Jahr einen Wlan-Hotspot am Bürgerhaus in Betrieb genommen und ökologisch wertvolle Blühflächen angelegt. Als „Best-Practice-Beispiel für Ortskernbelebung“ habe das Bauministerium den Dorfladen ausgezeichnet.

Den von einem Besucher vorgeschlagene Fußgängerüberweg von der Siedlung über die Bahn mit anschließender Bundesstraßenunterführung hielt Hallmann für „nicht undenkbar“. Vor 2026 sei jedoch auch hier an eine Verwirklichung nicht zu denken. Zum Schluss dankte der Bürgermeister dem Gemeinderat für dessen konstruktive Arbeit sowie allen auf verschiedenste Weise für die Gemeinde tätigen Bürgern: „So viel ehrenamtliches Engagement wie jetzt gab es bei uns wohl noch nie.“

Lesen Sie hier einen weiteren Bericht über die Bürgerversammlung

Schwarzenbach bei Pressath

 

 

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