Schwarzenfeld
26.02.2019 - 10:05 Uhr

Abschied von Edi Zinkl

Im Januar nimmt Edi Zinkl noch den Dirigentenstab in die Hand, als er seinen 90. Geburtstag feiert. Am Montag nehmen bei der Beerdigung zahlreiche Menschen Abschied vom Schwarzenfelder Urgestein.

Am offenen Grab verabschiedeten sich Familien, Freunde und Vereinsvertreter von Edi Zinkl. Bild: ksi
Am offenen Grab verabschiedeten sich Familien, Freunde und Vereinsvertreter von Edi Zinkl.

(ksi) Unter großer Anteilnahme wurde Edi Zinkl am Montag im Friedhof in Schwarzenfeld beerdigt. Den Trauergottesdienst hielt Pfarrvikar Joseph Kokkoth. Zum Abschied sagte der Geistliche: "Das Leben ist ein Augenblick, solange wir leben, werden wir uns gerne zurückerinnern." Die Musik war ein Leben lang ständiger Begleiter Zinkls. An seinem 90. Geburtstag nahm der Jubilar im Januar 2019 noch einmal den Dirigentenstab in die Hand. Edi Zinkl aus der Morgenlandstraße in Schwarzenfeld konnte noch frohen Mutes seinen Geburtstag mit vielen Gästen feiern.

Für den Ski-Club Schwarzenfeld nahm Rudi Pösl Abschied und würdigte die Verdienste von Zinkl. Der Verstorbene leitete über ein Jahrzehnt den Verein. Für sein Engagement wurde er zum Ehrenpräsident ernannt. In seiner Zeit als Vorsitzender wurde der Ski-Basar ins Leben gerufen, der bis heute noch stattfindet. In dieser Zeit hatte der Ski-Club Mitgliederwerbung betrieben. Bis ins Jahr 1982 war der Verein auf 1300 Mitglieder angestiegen. Zinkl war leidenschaftlicher Skifahrer und 53 Jahre Mitglied. Sein Vater war es, der seinen Sohn mit 14 Jahren zur Musik gebracht hatte. Die Musik hatte er nie aus den Augen verloren. Er gründete 1968 die Jugendblaskapelle Fensterbach und leitete sie bis 1988. Viele junge Musiker haben von seiner Erfahrung, seinem Können und seinem Wissen profitiert. Doch wer die Musik über Vater, Onkel, Verwandte und Freunde in den Adern hat, lässt nicht so schnell los. Zinkl legte den Dirigentenstab erst aus gesundheitlichen Gründen ab.

1998 zum 30-jährigen Bestehen holte der Jubilar seine Gründungsmusiker an die Instrumente zurück und gründete das "Ehemaligenorchester Fensterbach", kurz "EOF", und leitete es bis vor gut fünf Jahren. Edi Zinkls Verdienste um die Musik wurden auch durch Vorsitzenden Hubert Schleicher gewürdigt. 1981 erhielt er mit der Fensterbachkapelle den Kulturförderpreis, 1982 die "Pro Musica"-Plakette und 1988 das Bundesverdienstkreuz. Für die Feuerwehr Schwarzenfeld sprach Andreas Obermeier den Nachruf, wo Zinkl bereits 40 Jahre die Idealen Werte der Feuerwehr als passives Mitglied unterstützte. Vom Bergknappen-Verein Stulln-Schwarzenfeld kam Jürgen Ferschl. Zum Abschied spielte die Jugendblaskapelle "Der Steiger kommt".

Nach dem Krieg erlernte das Schwarzenfelder Urgestein Zinkl den Beruf eines Friseurs bei Stoiber in der Schlossstraße. Er kam nach Hohenfels und schnitt dort den Amerikanern die Haare, bis er 1950 in die Firma Buchtal zur Plattenabteilung wechselte. Im Jahr 1988 ging Edi Zinkl als Betriebsmeister in den Ruhestand. Er heiratete 1950 seine Ehefrau Heidi, geborene Kirchberger, aus Dürnsricht. Die Ehefrau ging ihm im Tod voraus. Die beiden Töchter aus der Ehe, Hannelore und Zita, kamen aus Bremen und Berlin, um vom Vater Abschied zu nehmen.

 
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