27.02.2020 - 10:37 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Nicht mit der Brechstange vorgehen

Beim politischen Aschermittwoch der Frauen-Union Schwarzenfeld ergreifen drei Redner das Mikrofon. Bürgermeister Manfred Rodde appelliert an seinen Nachfolger zur "gesunden Vorsicht".

Das Frauen-Union-Team mit Christine Scherer (vorne von links), Vorsitzender Christiane Scherer und Tatjana Faderl dankten den Referenten Landrat Thomas Ebeling (links), Manfred Rodde (rechts) und CSU-Bürgermeisterkandidaten Wolfgang Prebeck für ihre Beiträge beim politischen Aschermittwoch.
von Siegmund KochherrProfil

Schon seit Jahrzehnten organisiert die Frauen-Union Schwarzenfeld einen politischen Aschermittwoch im Restaurant Miesberg. Vorsitzende Christiane Scherer begrüßte dazu Bürgermeister Manfred Rodde, Stellvertreter Gerhard Peter und als Referenten Landrat Thomas Ebeling. Der erste Fasttag begann mit einem leckeren Fischessen.

Entscheidungen immer schwieriger

"Der politische Aschermittwoch in Passau ist der größte Stammtisch der Welt", begann Ebeling seine Rede. Markus Söder bleibe auf Distanz zu den Linken, welche die Nachfolger der SED seien. Thüringen habe gezeigt dass die Konstellation zur Bildung einer Regierungsfähigkeit immer schwieriger werde. Die CSU in Bayern wolle aber ihre eigenen Hausaufgaben erledigen. Im Landkreis Schwandorf bewerben sich elf Listen für einen Sitz im Kreistag. Da werde es immer schwieriger, eine Mehrheitsentscheidung treffen zu können. "Der Breitbandausbau ist zum Hauptthema geworden", sagte Ebeling, "denn Privatleute und Firmen sind auf eine schnelle Kommunikation angewiesen". Mit hohem finanziellen Einsatz wolle der Landkreis das Programm vorantreiben. Der Landrat sprach das Erholungsgebiet Murnersee an. Und mit der "Holzkugel" sei die Region bei vielen Erholungssuchenden über Bayerns Grenzen hinaus bekannt.

Danach ergriff CSU-Bürgermeisterkandidat Wolfgang Prebeck das Mikrofon und stellte sich den Anwesenden vor. Anschließend sprach Bürgermeister Manfred Rodde über die zurückliegenden sechs Jahre und skizzierte die Situation der Marktgemeinde. In gut zwei Wochen fänden die Kommunalwahlen statt, wobei in Schwarzenfeld Kandidaten aus vier Listen zur Auswahl stehen. Die CSU präsentierte mit Wolfgang Prebeck einen Mann, der aufgrund seiner beruflichen Erfahrung in der Leitung des Schulzentrums Wiesau beste Voraussetzungen für das Amt des Bürgermeisters mitbringe. "Er ist realistisch in seinen Einschätzungen, hat Organisationstalent und kann Führungsaufgaben übernehmen", betonte Rodde. Dass er bisher nicht im Marktrat vertreten war, dürfte für eine Wahl zum Bürgermeister nicht das ausschlaggebende Argument sein. "Sein Gegenkandidat war sechs Jahre im Marktrat und Zweiter Bürgermeister und hat nicht gewusst, das im Schwimmbad ein BHKW eingebaut ist und die Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt wurde", so Manfred Rodde. Er selbst stehe nach 12 Jahren Marktrat und 18 Jahre als Bürgermeister nicht mehr zur Wahl.

Empfehlungen folgen

"Meine Bemühen waren stets ehrlich und ich habe bei Entscheidungen darauf geachtet, keine Einzelinteressen zu vertreten", betonte Rodde. Und er bekräftigte: "Wir haben in dieser Zeit viel geschafft." Er listete vieles auf, wie das großzügige Sportparkzentrum mit Naherholung, die Ganztagsbetreuung in der Schule und den Rathausumbau. Die Schulden konnten von 6,8 auf 3,2 Millionen Euro gesenkt werden. Manfred Rodde sprach die ehemalige Bahnhofswirtschaft, das Birnbaum-Gelände und das Brauereigelände an. "Leider wird schon jetzt versucht, mit Druckaufbau und der Brechstange vorzugehen, anstatt den Empfehlungen von der Regierung zu folgen", bedauertet er. "Meine Erfahrung über viele Jahre hinweg zeigt aber, dass gerade hier eine gesunde Vorsicht bei den Vorhaben geboten ist." Er hoffe, dass sich sein Nachfolger nicht einnebeln lasse und der Marktrat die letzten Perioden nicht vergisst. "Es wäre noch einiges zu tun. Aber meine Amtszeit geht zu Ende", so Rodde. Als Beispiel sprach er die 200 Kindergartenplätze und 34 Krippenplätze an. Voraussichtlich müsse hier noch erweitert werden.

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