16.07.2020 - 11:51 Uhr
SchwarzenfeldOberpfalz

Vom Brunnen bis zur Kläranlage

Die Schwarzenfelder Markträte bekommen einen Einblick über Ablauf und Technik von Wasserwerk und Kläranlage. Sogar Fußball spielt dabei eine Rolle.

Der intensiv riechenden "Brühe" ganz nahe waren die Markträte bei der Besichtigung der kommunalen Kläranlage.
von Manfred BäumlerProfil
Vergleichbar mit einem Stromnetz mit vielen Adern und Abzweigungen schlängeln sich die Wasserleitungen durch das Marktgebiet. Wasserwart Georg Greger erläutert anhand eines handgemalten Schaubildes, das vom früheren Oberlehrer Karl Denk gemalt wurde, das Wassernetz.

"Es soll schließlich jeder Marktrat wissen, worüber er abstimmt, wenn es um Fragen kommunaler Wasser- und Kanalversorgung geht" meint Bürgermeister Peter Neumeier und lädt die Räte und hier insbesondere die "Neuen" zu einer Informationstour ein. Ziele sind die Kläranlage, der Sammler West und das Wasserwerk.

Klärmeister Thomas Hutz und Mitarbeiter Reinhard Meßmann erläuterten die Verfahrensabläufe in der Anlage und zeigten anhand elektronischer Überwachungstechnik die Wege der unangenehm riechenden Kanalfracht bis hin zur Klärung und letztlich sauberen Einleitung in den Vorfluter, in die Naab, auf. Auf 20000 Einwohnergleichwerte ist die derzeitige Anlage ausgelegt und verfügt nun erfreulicherweise aufgrund des Neubaus der Milchhofkläranlage in der Nachbarschaft über eine Reserve von 10000 EGW. Fünfzig Kilometer Kanalnetz mit 14 Pumpstationen gilt es für Thomas Hutz, Reiner Meßmann und Alex Fischer zu betreuen. Sorge bereitet den Arbeitskräften dort immer wieder die Masse an Müll, die mit der Schmutzfracht angespült wird. Allein die Entsorgung nach Lieferung in das Müllkraftwerk verursacht einen Kostenaufwand von etwa 8000 Euro pro Jahr.

Besonders arbeitsintensiv gestaltet sich die Reinigung beim Sammler West im Kurvenbereich zur Abfahrt nach Irrenlohe. Ständig wiederkehrende, aufwändige Reinigungsmaßnahmen, vorwiegend verursacht durch Toilettenfeuchttücher, werden durch massive Verzopfungen in der Pumpe erforderlich. "Zweimal wöchentlich müssen wir reinigen, was einen Aufwand von rund acht Stunden nach sich zieht" ärgert sich Reinhard Meßmann über den unüberlegten Druck auf die Spülung zu Hause.

Wo kommt nun das Wasser, das aus dem Hahn fließt, her? Um dem auf den Grund zu gehen, versammelten sich die Räte im Wasserwerk an der Äußeren Ringstraße. Anhand eines hochtechnisierten Prozessleitsystems erklären die beiden Wasserwarte Georg Greger und Günter Hocke die Wasseraufbereitung vom Rohwasser, wie es aus den derzeit noch vier Brunnen kommt, bis hin zur Weitergabe als Trinkwasser an die Haushalte. 4-5000 Kubikmeter Wasser werden täglich in das Netz gespeist, um den Bedarf der Schwarzenfelder Bevölkerung zu decken, erläutert Hocke. Jährlich 1,8 Millionen Kubikmeter Wasser werden für das Netz zu Trinkwasser aufbereitet, wobei der Milchhof mit etwa einer Million und "Wassergast" Stulln mit 170 000 Kubikmeter Abnahme berücksichtigt sind.

Artikel über vorhergehende Marktratssitzung

Schwarzenfeld

Grundlage für eine funktionierende Versorgung bietet der Hochbehälter auf dem Westenberg nahe Frotzersricht. Dreitausend Kubikmeter können in optimalen Zeiten dort vorgehalten werden. Immer wieder an Grenzen stößt die Versorgung jedoch bei übermäßiger Wasserentnahme, etwa bei heißen Temperaturen mit wenig Niederschlag. Eine Erweiterung des Wasserreservoirs, wie sie aktuell ansteht, ist schon aus Gründen des Feuerschutzes unumgänglich. "Wir können sogar die Halbzeiten bei hochrangigen Fußballspielen im Wasserverbrauch erkennen" witzelt Georg Greger wahrheitsgetreu und lobt die vorhandene Technik. Dass dennoch in puncto Wasserwerk nach dreißig Jahren Betriebszeit eine bauliche Veränderung ins Haus steht, wurde dabei allen Markträten bewusst vor Augen geführt.

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